Ehrenamtstag

Migranten kennen kaum Feuerwehr oder THW

Ehrenamtsfest des Multikulturellen Forums

Ehrenamtsfest des Multikulturellen Forums

Foto: Patrick Opierzynski

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Bergkamen.Man blieb unter sich, beim Tag des Ehrenamtes. Ausschließlich. Zumindest zu Beginn der Kooperationsveranstaltung des Multikulturellen Forums und der Stadt Bergkamen verlief sich niemand außer den Veranstaltern selbst in das Forum des Berufskollegs Ost.

Dabei sollte es eine Premiere werden, die sich hohe Ansprüche gestellt hat. Unter dem Motto „Engagement ohne Grenzen“ sollen vor allem Bergkamener mit Migrationshintergrund motiviert werden, das Ehrenamt vor Ort für sich zu entdecken.

Beide Seiten müssen aufeinander zugehen

Denn: „Das ehrenamtliche Engagement ist bei Bergkamenern, die aus anderen Ländern stammen, untereinander und in der eigenen Gemeinschaft groß“, weiß Umut Akkus, der den Tag des Ehrenamtes pünktlich zum internationalen Pendant am 5. Dezember initiiert hat. In deutschen Ehrenamtsstrukturen sucht man sie jedoch fast vergeblich.

„Viele wissen gar nicht, dass sie beispielsweise in der Feuerwehr oder beim Technischen Hilfswerk auch ehrenamtlich aktiv werden können“, meint Kenan Kücük als Geschäftsführer des Multikulturellen Forums. Außerdem müssten sich auch die hiesigen Vereine und Gruppen mehr öffnen – gerade vor dem Hintergrund zunehmenden Nachwuchsmangels. „Beide Seiten müssen mehr aufeinander zugehen“, betont Kücük. Dieser Tag sollte einen Anfang machen. Allerdings sagten viele der eingeladenen Vereine und Träger von Ehrenamt schon im Vorfeld ab. Der heftige Schneefall erschwerte die Veranstaltung zusätzlich.

Auch der Beigeordnete Bernd Wenske betonte vor höchstens einem Dutzend Zuhörern, dass „Ehrenamt notwendig und wichtig ist“ und dass es ebenso großen Nachholbedarf in Bergkamen gebe wie ein großes Potenzial, Menschen mit Migrationshintergrund für das Ehrenamt zu motivieren. Die Informationsstände der Selbsthilfe im Kreis Unna, des Stadtmuseums oder des Familienzentrums Mikado blieben weitgehend verwaist. Ebenso wie die Diskussionsforen zu verschiedenen Themen. So rief Aysun Aydemir von der Integrationsagentur spontan einen „Runden Tisch“ ins Leben, an dem alle Beteiligten über die Möglichkeiten diskutieren sollten, wie man besser Wege in das Ehrenamt aufzeigen kann.

Umut Akkus beginnt trotzdem schon am Montag ein ganz spezielles Projekt zum Thema Ehrenamt. „Gemeinsam aktiv“ heißt das Schlagwort, das er zunächst in den Klassen des Berufskollegs den Schülern mit Migrationshintergrund ans Herz legen will.

Neues Projekt startet „Gemeinsam aktiv“

Das Projekt vermittelt auch ein Praktikum im Rathaus. Ziel ist es, junge Leute für das Ehrenamt zu gewinnen – etwa in der Hausaufgabenhilfe, bei Lesepatenschaften, Unterstützung von Erziehern und Lehrern oder auch durch Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr. Schulungen, Beratung, Vermittlung und Begleitung gibt es über dieses Projekt vorerst bis August inklusive. Die Idee dazu entstand, „weil sich viele mit Hilfesuchen etwa bei der Übersetzung von Amtsschreiben oder Behördengängen direkt an uns gewandt haben“, erzählt Umut Akkus.

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