Kandidatencheck

Denken die Wahlkandidaten wie Sie? Finden Sie es heraus

Essen.   Entscheidungshilfe für die Erststimme: Im Kandidaten-Check können Wähler eigene Positionen mit denen ihrer Wahlkreiskandidaten vergleichen.

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Welcher Direktkandidat vertritt eigentlich welche politischen Positionen - und stimmen die mit meinen eigenen überein? Wer sich diese Frage vor der Wahl stellt, erhält nun auf einer neuen Online-Plattform Antworten. Mit klaren Voten haben sich die Direktkandidierenden zur Bundestagswahl beim Kandidaten-Check des unabhängigen Internetportals abgeordnetenwatch.de positioniert. Wählerinnen und Wähler können damit die eigenen Positionen mit denen ihrer Wahlkreiskandidierenden vergleichen. Mit der Eingabe der Postleitzahl (siehe unten), finden sie eine Liste der entsprechenden Abgeordneten sowie die behandelten politischen Fragen.

1600 Kandidaten haben sich zu 22 Themengebieten positioniert

Zu 22 relevanten Themen wie Dieselaffäre, Freihandelsabkommen oder Flüchtlinge haben bislang mehr als 1.600 Direktkandidierende auf Bundesebene ihre Standpunkte angegeben. "Viele Menschen wissen gar nicht, wofür die Kandidierenden in ihrem Wahlkreis stehen", erklärt Projektleiterin Christina Lüdtke von abgeordnetenwatch.de, die Hintergründe der Plattform. "Wer den Kandidaten-Check durchspielt, lernt die Politikerinnen und Politiker im eigenen Wahlkreis sowie deren Positionen kennen und geht dann gut vorbereitet ins Wahllokal."

Breite Ablehnung des Dieselfahrverbotes

Wenn es nach dem Willen der allermeisten Direktkandidierenden geht, sollte es ein verbindliches Lobbyregister geben, in dem unter anderen Kontakte zwischen Interessenvertretern und Politikern veröffentlicht werden. 80 Prozent aller teilnehmenden Wahlkreiskandidierenden sprechen sich dafür aus. Am höchsten ist die Zustimmungsquote bei Linken (100 Prozent), Grünen und SPD (99 bzw. 98 Prozent). Bei CDU und CSU, die ein verbindliches Lobbyregister offiziell ablehnen, verhält sich die Mehrheit der Wahlbewerber zu dem Thema neutral, ebenso wie bei der FDP.

Eine breite Ablehnung erfährt dagegen ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. Lediglich 20 Prozent der Wahlkreiskandidaten stimmen der These zu, dass Dieselfahrzeuge wegen ihres hohen Schadstoffausstoßes aus den Innenstädten verbannt werden sollten. Bei der CDU gibt es keinen Direktkandidaten, der sich dafür ausspricht, auch bei der SPD wollen nur 7 Prozent ein Fahrverbot für Dieselautos.

Der Kandidatencheck als Entscheidungshilfe

Im Kandidaten-Check wurden die Wahlbewerber außerdem gefragt, wie sie zu folgenden Themen stehen: Abschiebungen von Geflüchteten nach Afghanistan (mehrheitliche Ablehnung), ein Verbot von Rüstungsexporten in Konfliktregionen (mehrheitliche Zustimmung), eine Reduzierung der Massentierhaltung (mehrheitliche Zustimmung), eine Obergrenze bei der Aufnahme von Flüchtlingen (mehrheitliche Ablehnung).

"Vor der Wahl dient der Kandidaten-Check als Entscheidungshilfe für die eigene Erststimme, nach der Wahl als digitales Wählergedächtnis", erklärt Christina Lüdtke von abgeordnetenwatch.de. "Dann ist interessant zu sehen, ob die Aussagen aus dem Wahlkampf noch zählen."

Am Kandidaten-Check haben sich bislang jeweils mehr als 85 Prozent aller Direktkandidierenden von Grünen, Linken und SPD in den 299 Bundestagswahlkreisen beteiligt (89 Prozent / 87 Prozent / 85 Prozent). Die Beteiligungsquote bei den Wahlbewerbern von FDP und AfD liegt bei 74 bzw. 55 Prozent. Bei CDU und CSU haben bisher erst 46 bzw. 40 Prozent der Wahlkreiskandidierenden ihre Positionen mitgeteilt. (red)

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