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Großbritannien führt Zuckersteuer für Softdrinks ein

Foodwatch: Mit diesen Tricks macht Coca-Cola uns dick und krank

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Düsseldorf  Ab sofort erhebt Großbritannien zusätzliche Steuern auf zuckerhaltige Getränke. Damit will das Land gegen Fettleibigkeit vorgehen.

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Großbritannien geht mit einer Strafsteuer auf

gegen Fettleibigkeit vor. Die vor rund zwei Jahren angekündigte Regelung tritt am Freitag in Kraft. Hersteller von Getränken, die mehr als fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter enthalten, müssen eine Abgabe von 18 Pence pro Liter zahlen. Bei mehr als acht Gramm wird eine Abgabe von 24 Pence fällig.

Mehrere Hersteller hatten bereits nach der Ankündigung der Regierung im März 2016 den Zuckergehalt ihrer Getränke auf dem britischen Markt unter die 5-Gramm-Marke gesenkt. Darunter seien Unternehmen wie der Marktführer Coca-Cola und Britvic, berichtet die Verbraucherorganisation Foodwatch. Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé habe angekündigt, ab April 2018 bei drei seiner San Pellegrino-Limonaden den Zuckergehalt zu reduzieren.

Lidl verringert Zuckergehalt seiner Getränke

Auch in Deutschland verringern immer mehr Händler und Hersteller freiwillig den Zuckergehalt ihrer Produkte. Der Discounter Lidl reduziert in einigen Erfrischungsgetränken wie Cola oder Eistee in einem ersten Schritt den Zuckeranteil um fünf bis acht Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die „Wirtschaftswoche“ hatte zuvor darüber berichtet.

„Bei der Zuckerreduktion liegt unser Hauptfokus auf Lebensmitteln, die viel und gern von Kindern konsumiert werden, wie Frühstückscerealien, Joghurts oder Süßigkeiten“, erklärte Lidl. So sei der Zuckergehalt in einigen Frühstückscerealien bereits um bis zu 35 Prozent verringert worden.

Zurzeit sei das Unternehmen dabei, dies auch bei Joghurt-Produkten umzusetzen. Im Januar 2017 hatte Lidl sich verpflichtet, Zucker und Salz in seinen Eigenmarken-Produkten bis 2025 um 20 Prozent zu senken. Man sei auf einem „sehr guten Weg“.

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Edeka und Aldi verändern Rezepte

Doch steht der Discounter damit nicht allein. Auch die Supermarktkette Rewe will in diesem Jahr bei rund 100 Eigenmarken-Produkten neue zuckerreduzierte Rezepturen einführen. Edeka und Aldi verändern ebenfalls ihre Rezepte.

Zudem setzen viele Hersteller auf weniger Zucker in ihren Produkten. Der Getränkeproduzent Eckes-Granini etwa will den Anteil zugesetzten Zuckers bis 2020 um zehn Prozent senken, wie die „Wirtschaftwoche“ berichtet.

Hermann Bühlbecker, Inhaber des Gebäckherstellers Lambertz, hoffe, im kommenden Jahr mit ersten zuckerreduzierten Produkten auf den Markt zu kommen, schreibt das Magazin. Auch bei Dr. Oetker, Zott, Zentis und Bahlsen stehe das Thema nach Unternehmensangaben auf der Agenda. (br/dpa)

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