Politik

Bei der U18-Wahl dürfen Kinder ihre Stimme abgeben

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Deniz (12) und Sophie (12) machen bei der U18-Wahl in der Stadt Essen mit.

Deniz (12) und Sophie (12) machen bei der U18-Wahl in der Stadt Essen mit.

Foto: Katrin Martens

In dieser Woche ist die U18-Wahl zur Bundestagswahl. Kinder und Jugendliche dürfen ihre Stimme abgeben. Wahllokale gibt es aber nicht überall.

Bei der Bundestagswahl am 26. September dürfen nur Erwachsene wählen. Aber auch viele Kinder und Jugendliche haben eine Meinung, zum Beispiel zu Kinderrechten oder zum Klimaschutz. Für sie gibt es einige Tage vor jeder großen Wahl eine U18-Wahl.

U18 steht für alle, die jünger als 18 Jahre sind. Die U18-Aktionswoche zur Bundestagswahl ist in dieser Woche. In vielen Städten wurden Wahllokale eingerichtet, zum Beispiel in Jugendzentren, Schulen oder Büchereien. Es gibt fast 2300 Wahllokale in ganz Deutschland. Bei uns in Nordrhein-Westfalen sind es über 600.

In NRW sind die Wahllokale allerdings sehr ungleich und unregelmäßig verteilt. In den großen Städten des Ruhrgebiets sowie in Düsseldorf und Köln gibt es viele Wahllokale. Im Sauerland dagegen gibt es viele Orte ohne Wahllokal, hier ist eine Wahl zum Beispiel in Brilon, Arnsberg oder Attendorn möglich.

27 Parteien auf dem Stimmzettel

Die U18-Wahl ist so geheim wie die Wahl der Großen. Deswegen darf niemand zuschauen, wenn jemand sein Kreuz auf seinen Stimmzettel macht. Auf diesem Zettel stehen 27 Parteien. Oben auf der Liste findet man zum Beispiel die Parteien CDU, SPD, FDP, AfD, Grüne und Die Linke. Die Nummer 27 ist die Partei Volt.

Die U18-Organisatoren haben viel Material ins Internet gestellt. Dort kann man sich informieren, bevor man zur Wahl geht. Denn Ziel der U18-Wahl ist, dass sich Kinder und Jugendliche mit Politik beschäftigen.

Erst- und Zweitstimme war Thema

Das hat auch Sophie getan. „Wir haben in der Schule in Politik zum Beispiel über die Erst- und Zweitstimme gesprochen“, sagt die Zwölfjährige. Sie gibt im Jugendzentrum Rubensstraße in der Stadt Essen ihre U18-Stimme ab. Auch Deniz (12) macht bei der Wahl mit. Er findet, dass Schulen gut ausgestattete Klassenräume haben sollten und wünscht sich, dass Parteien sich dafür einsetzen.

Die Stimmen der Kinder und Jugendlichen zählen am Ende nicht wirklich. Sophie sagt: „Ich finde es schade, dass ein Kind eine weniger wertvolle Stimme hat als ein Erwachsener.“ Wie sie ist auch Deniz dafür, das Wahlalter nach unten zu setzen. „Ab 13 Jahren sollten Kinder wählen dürfen“, ist seine Meinung.

Eine Initiative des Landesjugendrings

Jennifer Aden vom Arbeitskreis Jugend (AKJ) Essen hat die U18-Wahl für die Stadt organisiert. Es gibt 17 Wahllokale in Essen, vor allem in Jugendzentren und Schulen. „Die U18-Wahl ist eine Initiative des Landesjugendrings NRW“, erläutert Jennifer Aden. Es gibt sie auch bei Landtags- und Kommunalwahlen, bei letzteren als U16-Wahl, weil bei Kommunalwahlen das Wahlalter herabgesetzt ist.

Jennifer Aden findet, eine U18-Wahl sollte vor einer Wahl in jeder Schule und jedem Jugendhaus angeboten werden: „Die Jugendlichen sind die Wähler von morgen. Es hat einen Einfluss auf die Politik, wenn man sieht, was die jungen Leute wählen.“

DIE U18-WAHL

Auf den Internetseiten www.u18.org und www.u18nrw.de könnt ihr nachsehen, wo in eurer Nähe ein Wahllokal ist und wann dort gewählt werden kann.

Am 17. September ist der Haupttag der U18-Wahl. Um 18 Uhr ist sie beendet. Dann werden die Stimmen ausgewertet und danach das Ergebnis verkündet.

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