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Gemeinsam gegen den Hass im Internet

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Schülerinnen, Schüler und Prominente, darunter Schauspieler Patrick Mölleken (Mitte), stehen während des „Safe Internet Days“ am 5. Februar in der Werner-von-Siemens Realschule in Düsseldorf auf dem Schulhof und werben für #LauterAlsHass.

Schülerinnen, Schüler und Prominente, darunter Schauspieler Patrick Mölleken (Mitte), stehen während des „Safe Internet Days“ am 5. Februar in der Werner-von-Siemens Realschule in Düsseldorf auf dem Schulhof und werben für #LauterAlsHass.

Foto: Lukas Schulze

Am „Safer Internet Day“ übten Düsseldorfer Schüler, wie sie sich vor bösen Sprüchen schützen können. Ann-Kathrin hilft Mobbing-Opfern.

Die Klassen 8a und 8b der Werner-von-Siemens-Realschule haben sich in Raum 113 versammelt. Die Schüler blicken gespannt zur Tafel: „Wer von euch nutzt Facebook, Instagram oder Snapchat?“, fragt Lars Klostermann. Fast alle heben die Hand. „Dann habt ihr bestimmt schon mal fiese Kommentare gelesen“, sagt Klostermann. Die Jugendlichen nicken.

Lars Klostermann und Jessica Stratmann-Behr üben mit den Schülern, wie sie sich und ihre Freunde vor bösen Sprüchen im Internet schützen können. Die beiden sind Medientrainer. Auch Politiker und Prominente haben sich in der Düsseldorfer Realschule versammelt – darunter Rapper Eko Fresh, Komiker Faisal Kawusi und Schauspieler Patrick Mölleken.

Betroffene haben oft Angst

Gemeinsam setzen sie sich am „Safer Internet Day“ (Tag des sichereren Internets) für ein besseres Miteinander in den sozialen Netzwerken ein. Unter dem Motto „#lauteralshass“ wollen die Politiker und Promis zeigen, wie schlimm gemeine Kommentare für Kinder sein können – und wie ihr am besten auf Beleidigungen reagieren solltet.

Aber warum sind böse Kommentare im Internet so ein großes Problem? Fast jedes Foto, das ihr auf Facebook oder Instagram postet, wird von Freunden oder fremden Menschen kommentiert. Einige Sprüche sind für die Betroffenen sehr verletzend. Aber sie haben oft Angst und trauen sich nicht, über ihre Gefühle zu sprechen. Deshalb merken viele Kinder gar nicht, wie schlimm ihre Worte für ihre Mitschüler sind.

Doch damit soll nun Schluss sein: „Schaut nicht weg“, sagt Klostermann. Wer mitbekommt, dass Mitschüler im Internet gemobbt werden, sollte einschreiten. „Werdet aktiv und mischt euch ein“, fordert Stratmann-Behr. Oft hilft es schon, wenn Betroffene merken, dass sie nicht allein sind. Falls das nicht reicht, könnt ihr eure Eltern oder Lehrer um Rat bitten.

Rapper bekommt böse Kommentare

Eko Fresh kennt die Sorgen der Schüler. Der Rapper mit türkischen Wurzeln bekommt im Internet viele böse Kommentare. Er findet, dass Kinder und Erwachsene viel öfter über Mobbing im Netz sprechen sollten: „Es ist schlimm, dass junge Leute so fertig gemacht werden. Wir sollten uns viel mehr einsetzen, vor allem für die Schwächeren.“

Komiker Faisal Kawusi hat einen Tipp, wie ihr auf einen doofen Spruch im Internet antworten könnt: „Reagiert einfach mit Humor. Denn Humor ist die purste Art der Liebe.“

>> ANN-KATHRIN HILFT MOBBING-OPFERN

Ann-Kathrin setzt sich an ihrer Schule gegen Mobbing im Internet ein. Die 13-Jährige wurde im vergangenen Jahr zum Medienscout ausgebildet. Jetzt gehört sie an der Werner-von-Siemens-Realschule zu einer Gruppe, die anderen Schülern hilft. Solche Orte gibt es auch in anderen Städten.

„Jeder kann auf uns zukommen und über seine Probleme reden“, sagt Ann-Kathrin. Dann schauen sich die Medienscouts die Sache genau an. „Bei Kleinigkeiten, einem Kommentar, sagen wir: drüberstehen.“ Oder blockieren. Denn wenn man darauf reagiere, stachele man den Täter oder die Täterin oft noch an. „Wenn der Angreifer merkt, dass er verletzt, dann bietet man ihm eine größere Angriffsfläche.“

Doch manchmal ließen die Täter nicht locker, sagt Ann-Kathrin. Sie habe einen Fall gehabt, da hätten mehrere in einem Klassen-Chat gemobbt. Dann gehen die Medienscouts in die Klasse und reden mit allen zusammen. Oder sie erklären den Haupttätern, was ihnen drohen kann. „Im Notfall suchen wir mit unseren Lehrern die passenden Strafen raus“, sagt die Schülerin.

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