Klimaschutz

Kopenhagen will 2025 die erste klimaneutrale Hauptstadt sein

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Kopenhagen ist eine Fahrradstadt mit fast 400 Kilometern Radwegen.

Kopenhagen ist eine Fahrradstadt mit fast 400 Kilometern Radwegen.

Foto: Irati Ventoso Cenzano

Die dänische Stadt Kopenhagen setzt alles daran, den Ausstoß von Kohlendioxid so ziemlich auf Null zu bekommen. 2025 soll es geschafft sein.

Die Menschen in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen haben ein großes Ziel: Sie wollen im Jahr 2025 die erste klimaneutrale Hauptstadt der Welt sein. Schon seit zwölf Jahren ist die Stadt dabei, den Ausstoß von Kohlendioxid immer mehr zu verringern. Dafür haben sich die Stadtplaner viele Dinge überlegt, die nach und nach umgesetzt werden. Ein paar davon stellen wir euch vor.

Kopenhagen ist eine Fahrradstadt. Hier gibt es mehr Räder als Einwohner. Alle Radwege zusammen haben eine Länge von 375 Kilometern. Das ist etwa so weit wie von Kopenhagen nach Berlin. Die Radfahrer nutzen auch viele Brücken, über die sie über Kreuzungen und übers Wasser fahren. Ob zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkauf – die Menschen legen schon jetzt etwa drei Viertel aller Strecken mit dem Rad oder zu Fuß zurück.

Elektroautos parken kostenlos

Beim Verkehr fördert Kopenhagen Elektroautos, die kostenlos parken dürfen. Autos, die Benzin oder Diesel tanken, müssen hohe Parkgebühren bezahlen. Es gibt eine neue U-Bahn-Linie und dazu Busse und S-Bahnen, die alle mit einem gemeinsamen City-Ticket genutzt werden können. Eine witzige Idee ist: Man kann in der wasserreichen Stadt gratis ein Kajak mieten, wenn man während der Tour Abfall aus dem Wasser fischt.

Um Strom und Heizwärme zu produzieren, hat die Stadt auch einiges verändert. Die Müllverbrennung spielt dabei eine wichtige Rolle. Kopenhagen hat eine neue Müllverbrennungsanlage gebaut. Normalerweise mag man ein solches Gebäude nicht, weil es nicht schön aussieht und stinkt. In Kopenhagen haben sich Architekten und Ingenieure aber besonders Mühe gegeben. Sie haben eine Anlage gebaut, auf deren Dach man Ski fahren kann. Die Abfahrt auf grünen Plastikmatten ist 400 Meter lang. Und die Müllverbrennungsanlage darunter ist die modernste der Welt. Gestank gibt es hier nicht, auch Ruß und Stickoxide werden aus den Abgasen gefiltert.

Viel Strom wird in Kopenhagen auch aus Windkraft produziert. An Land und im Meer drehen sich viele Windräder.

Ökostrom an andere Gegenden abgeben

Eine dritte Energiequelle ist die Biomasse. Dazu zählen zum Beispiel Holzabfälle aus Sägewerken. Sie werden zu sogenannten Holzpellets gemacht, die man verbrennen kann. Kopenhagen hat ein großes Biomassekraftwerk, das Energie für viele Haushalte liefert.

Insgesamt hat Kopenhagen seinen CO2-Ausstoß in den letzten Jahren schon extrem gesenkt. Aber auch 2025 werden noch viele Benzinautos durch die Stadt fahren. Die Stadtverwaltung plant, dann so viel Ökostrom zu produzieren, dass sie ihn an andere Gegenden abgeben kann. Dort muss dann weniger Kohlestrom produziert werden. Mit einer solchen Rechnung soll die Idee einer klimaneutralen Stadt 2025 wahr werden.

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