Abbiegehilfen

Warnsignal in Lastwagen schützt vor Unfällen

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Radfahrer sind für Lkw-Fahrer nur schwer zu erkennen.Foto:Rolf Schmalzgrüber

Radfahrer sind für Lkw-Fahrer nur schwer zu erkennen.Foto:Rolf Schmalzgrüber

Moderne Abbiegehilfen können Zusammenstöße zwischen Lastwagen und Radfahrer vermeiden. Trotzdem verzichten viele Firmen auf die Technik.

Ihr kennt das vielleicht: Ihr fahrt mit eurem Fahrrad zur Schule und kommt an eine rote Ampel. Neben euch steht ein Lastwagen, der rechts abbiegen möchte. Die Ampel schaltet auf grün. Ihr steigt aufs Fahrrad und überquert die Straße. Aber Moment mal: Hat euch der Lkw-Fahrer überhaupt bemerkt? Falls nicht, ist es jetzt schon zu spät. Es kommt zum Zusammenstoß.

Jedes Jahr gibt es in Deutschland hunderte Unfälle mit Lastwagen. Die Lkw-Fahrer biegen rechts ab, ohne den Fahrradfahrer neben ihrem Lastwagen zu sehen. Für die Radfahrer hat der Zusammenstoß oft schlimme Folgen. Sie werden schwer verletzt. Manchmal endet ein solcher Unfall auch tödlich.

Alarmanlagen warnen Lkw-Fahrer vor Gefahren

Aber wieso passen die Lkw-Fahrer nicht besser auf? Die Wahrheit ist: Die meisten Fahrer sind sehr aufmerksam. Trotzdem lässt sich ein Teil der Unfälle mit bloßem Auge kaum vermeiden. Hält ein Radfahrer neben der Fahrerkabine, ist er im Seitenspiegel des Lkw nicht zu sehen. Er befindet sich im „toten Winkel“ (siehe Grafik). So wird der Raum genannt, den ein Lkw-Fahrer nicht überblicken kann.

Einige Lastwagen haben deshalb elektronische Abbiegehilfen eingebaut. Sie helfen dabei, Unfälle mit Radfahrern zu vermeiden. Abbiegehilfen funktionieren wie eine Alarmanlage: Befindet sich ein Fahrradfahrer im toten Winkel, leuchtet im Lastwagen eine Lampe auf. Manche Abbiege-Assistenten geben auch einen Warnton ab. Der Lkw-Fahrer weiß sofort: „Achtung, der Radfahrer hat Vorfahrt!“

Die Abbiegehilfen kosten sehr viel Geld

Abbiegehilfen sind in Deutschland aber keine Pflicht. Viele Firmen verzichten darauf, solche Systeme in ihre Lastwagen einzubauen. Ihnen fehlt das nötige Geld. Abbiegehilfen sind nämlich sehr teuer. Verkehrsminister Andreas Scheuer will die Firmen deshalb unterstützen: Er hat einen Fördertopf bereitgestellt. Darin befinden sich fünf Millionen Euro. Benötigt eine Firma bei der Nachrüstung ihrer Lastwagen finanzielle Hilfe, kann sie sich einen Teil des Geldes nehmen.

Das reicht einigen Kritikern aber nicht. Sie fordern, dass in allen Lkws ab 3,5 Tonnen elektronische Abbiegehilfen eingebaut werden. Ihre Begründung: Nur wenn der Einbau der Technik verpflichtend ist, würden die Firmen handeln.

Eine solche Nachrüstpflicht könne Deutschland aber nicht im Alleingang einführen, sagt Andreas Scheuer. Das sei Aufgabe der Europäischen Union (EU). Die deutsche Regierung ist also auf die Unterstützung der anderen europäischen Länder angewiesen. Bis sich die EU-Staaten jedoch auf eine gemeinsame Lösung geeinigt haben, könnten noch einige Jahre vergehen.

Kritiker wollen Nachrüstpflich t

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