Alkoholsucht

Alarmsignale: Daran merke ich, dass ich zu viel trinke

Gesamtgesellschaftliches Problem: Deutschland ist seit Jahrzehnten Hochkonsumland in Sachen Alkohol.

Gesamtgesellschaftliches Problem: Deutschland ist seit Jahrzehnten Hochkonsumland in Sachen Alkohol.

Foto: Dirk Bauer

Alkohol ist das Dressing für deinen Kopfsalat – oder doch das Schiff, mit dem du untergehst? Ab wann man zu viel säuft, dafür gibt’s Faustregeln.

„Deutschland ist ein Hochkonsumland, was Alkohol betrifft“, sagt Frank Langer, bei der Suchthilfe Essen vom Fach Prävention, „und das gar nicht mal als Allzeithoch, sondern es ist einfach seit Jahrzehnten sehr viel.“ Wie viel? 10 Liter reinen Alkohol pro Kopf pro Jahr, das sind in trinkbaren Dimensionen 130 Liter jeweils. Wenn man Kinder und Abstinenzler rausrechnet, erhöht sich das Volumen entsprechend.

Fatale Kombination mit Tabak

Langer: „Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem!“ Vor allem, wenn sich die Rausch- und Suchtmittel vereinen. 74.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen von Alkoholmissbrauch (Leber!), sogar 120.000 an Zigaretten (Lunge!). „Die Kombination haut erst recht rein“, sagt Frank Langer. Die Akzeptanz für Alkohol läge bei unserer Bevölkerung im hohen 90er Prozentbereich.

„In Maßen oder in Massen – wann hört der Spaß auf?“ Oder: Wann fängt die Sucht an? Mit der psychischen Abhängigkeit, sagt Ex-Fußballnationalkicker Uli Borowka, der über sein Doppelleben als Spieler und Säufer das Buch „Volle Pulle“ geschrieben hat. „Wenn ich schon tagsüber an Alkohol denke, ist das ein Alarmsignal.“

Hier finden Sie Hilfe

Eine andere Faustregel besagt: Wer sich bereits die Frage stellt, ob er nicht zu viel trinkt, der trinkt wahrscheinlich zu viel. Beratung gibt es neben der Suchthilfe z.B. bei Krankenkassen, Kreuzbund, Anonyme Alkoholiker. Im Netz: kenn-dein-limit.de

Zum Thema:

Wie Uli Borowka heute auf seine Suff-Zeit blickt: ein Bericht aus der digitalen Sonntagszeitung der Funke Mediengruppe.

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