Musik

Countertenor Philippe Jaroussky begeistert in Essen

Philippe Jaroussky

Philippe Jaroussky

Foto: Rest

Essen.   Countertenor Philippe Jaroussky begeisterte mit Arien des Frühbarock in Essens Philharmonie – und nahm sich Zeit für eine lange Autogrammstunde.

Wenn ein Star wie Philippe Jaroussky anreist, füllen sich auch große Säle wie die Essener Philharmonie anscheinend mühelos. Dabei hatten der französische Countertenor und das Ensemble Artaserse mit Musik von Francesco Cavalli nichts im Gepäck, was heute unbedingt zu den Dauerbrennern selbst unter Barock-Fans zählt.

Wie in seinem kürzlich erschienen – und an dieser Stelle bereits besprochenen – Album „Ombra mai fu“ wählte Jaroussky auch in Essen aus einem guten Dutzend Opern des venezianischen Komponisten einen Querschnitt von Rezitativen und Arien aus und gewährte einen Einblick in das vielgestaltige Schaffen Cavallis, das auch gut 350 Jahre nach der Entstehung die etwa 1800 Besucher in den Bann zog.

Philippe Jaroussky zeigte makellose Stimmführung

In gewohnt makelloser Stimmführung und außerordentlichem Farbenreichtum verlieh Philippe Jaroussky Helden, Königen oder auch frechen Dienern – Cavalli schrieb keine staatstragenden Opern für Fürstenhöfe – mal elegant zelebrierte Tragik, dann wieder raffinierte Komik, wie in „Che città“ des Dieners Nerillo aus der Oper „L’Ormindo“. Stilsicherheit und hörbar intensive Auseinandersetzung mit Cavallis Werk auch bei den zwölf Musikern von Artaserse – im Grunde alles Solisten ihres Faches – auf historischen Instrumenten.

Begleitet von zwölf historischen Instrumenten

Flöten und Zinken sorgten für schillernde Farbigkeit, das Schlagwerk für mitreißende tänzerische Rhythmen. Gitarre, Theorbe, die prominente Harfe entfalteten mit den Streichern mal pompösen Klangreichtum in den Vor- und Zwischenspielen oder den prachtvollen Arien, sorgten dann wieder für feinnervige Stimmungen in den von Jaroussky subtil gestalteten Rezitativen. Ein Wunder, dass bei soviel musikalischer Hochspannung nur eine Darmsaite riss.

Nach drei Zugaben entließ das hörbar faszinierte Publikum die Musiker – um sich kurz darauf in beinahe endlos lange Schlangen am CD-Shop einzureihen, wo Philippe Jaroussky noch signierte.

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