Neues Rockabilly-Album

Die Stray Cats lassen es krachen

40 Jahre und kein bisschen leise: die Stray Cats.

40 Jahre und kein bisschen leise: die Stray Cats.

Foto: Handout

Essen.   Vor 40 Jahren gründeten sich die Stray Cats. Jetzt hat sich das Trio sich für ein neues Album wieder zusammengerauft. Es ist schön krachig.

Vor 40 Jahren streunten die „Stray Cats“ erstmals durchs Rockabilly-Revier. Zuletzt gingen Front-Kater Brian Setzer, Bassist Lee Rocker und Drummer Slim Jim Phantom zwar immer öfter eigene Wege. Man sah das Trio allenfalls vereinzelt live, und Setzer war viel mit seinem Orchester unterwegs.

Doch zum Bandgeburtstag haben sich die längst legendären Rock’n’Roller nochmal zusammengerauft und ließen es bei ihrer Aufnahmesession in Nashville ordentlich krachen. Alle Fans der charmanten Ewiggestrigen bekommen jedenfalls mit dem Album „40“ (Surfdog Records / Mas­cot) reichlich Stoff fürs Mitwippen der Tolle.

Brian Setzer feuert ein Riff nach dem anderen heraus

Eine typische „Stray Cats“-Produktion: rau, ungeschliffen und nicht einen Takt lang modernen Klangvorstellungen entsprechend. Das darf folglich rumpeln und nach Garage klingen, da schleicht sich auch mal ein ungenaues Tönchen oder eine seeeehr schräge Harmonie hinein. Für Weichgespültes waren die Streunekater ja nie zu haben.

Aber wenn dieses Trio loslegt, entsteht auch Krach voller Kraft, das groovt wie immer ungeheuer lässig. Und die Jungs haben hörbar Freude, mal wieder zusammen zu jammen. Vor allem Setzer stellt seine Gretsch-Gitarre bei den zwölf Songs auf markantes Riff-Dauerfeuer, so herrlich altbacken wie virtuos. Die „Stray Cats“ bedienen sich bei den üblichen Elementen des Genres, ergänzen es aber auch durch Surf-Elemente, bluesige Schieber („That’s Messed Up“), einen düsteren Song mit Beatles-Riff („Cry Danger“) oder ein Ins­trumental („Desperado“).

Klassischer Rock’n’Roll

Klassischer Rockabilly und Rock’n’Roll spielen aber die Hauptrolle, selbstverständlich. Besonders „Three Time’s A Charm“ ist eine (leider, aber typischerweise kaum mehr als zweiminütige) unwiderstehliche Einladung für eine Jive-Einlage.

Wollen wir mal hoffen, dass die Jungs in Zukunft wieder öfter zum Tanz bitten.

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