Konzert

Eagles rissen Fans bei Konzert in Köln von den Sitzen

Archivbild. Eagles Chef Don Henley

Archivbild. Eagles Chef Don Henley

Foto: Sammy Minkoff/Imago

Köln.   Die US-Country-Rockband Eagles gastierte auf ihrer womöglich letzten Europa-Tournee in Köln. Das Konzert in der Kölnarena endete in Jubel.

Möglicherweise war das tatsächlich die letzte Landung in Europa. Eagles Chef Don Henley deutete das in einem Interview jedenfalls unlängst mit Verweis auf das fortgeschrittene Alter der Bandmitglieder an. Wer ihren Zwischenstopp bei der Tournee in der Kölnarena verfolgen durfte, wird einige gute Gründe gehört haben, die dafür sprechen, dass die Adler weiterfliegen.

Ihre Lieder sind für die Ewigkeit gemacht. Doch man wird nicht müde, sie zu hören. Wer der Version von „Hotel California“ lauschte, mit der sie in der Arena den Zugabenblock eröffneten, wird einfach nur entzückt gewesen sein: vom düsteren Trompetenvorspiel, von der Kraft, vom Wohlklang, der Geschmeidigkeit des Gitarrenspiels, von der Perfektion der Gesangssätze.

Aufmarsch vieler Country-Rock-Klassiker

Das Konzert begann mit „Seven Bridges Road“ in einer ziemlich aufgeweckten Version. Es war der Auftakt für einen Aufmarsch vieler Country(rock)-Klassiker. „Take It Easy“, „One Of These Nights“, „Take It To The Limit“, „Tequila Sunrise“ und und und. Der Tod von Glenn Frey hat natürlich in diese Band eine riesige Lücke gerissen, der Mann war ihr Hirn. Doch mit dessen Sohn Deacon haben die Eagles einen jungen Nachfolger gefunden, der seine Sache mehr als ordentlich macht. Vor allem hat er Charme und Demut und zeigt mit jeder Geste, dass er selber noch nicht ganz fassen kann, mit welchem Star-Ensemble er unterwegs sein darf.

Und da ist ja auch noch Vince Gill. Der hierzulande nahezu unbekannte US-Country-Star, der die Band auf ihrer Tournee begleitet, ergänzt das Eagles-Portfolio mit seiner samtweichen Stimme perfekt. „New Kid In Town“ zum Beispiel veredelt diese Kehle nochmal um ein paar Prozent.

Eagles-Riffs auf dem Punkt

Highlights gibt es viele an diesem Abend, der bis auf den etwas zu leisen Bass einen für die Arena erstaunlichen guten Sound bietet. „Boys Of Summer“ hat enorme Kraft, Joe Walsh stellt einmal mehr augenzwinkernd unter Beweis, dass ein richtiger Rock’n’Roller nicht nur toll Gitarre spielen muss, sondern auch entsprechend auftreten sollte. Steuart Smith spielt die berühmten Bandriffs auf den Punkt. „Peaceful Easy Feeling“ gelingt ganz wunderbar, und es ist eine schöne Geste der Band, dass sie dazu ein Erinnerungsfoto von Glenn einblendet.

Die Menschen in der sehr gut gefüllten Kölnarena quittierten den gut zweieinhalb Stunden langen Vortrag der Eagles mit Jubel, und bei „Heartache Tonight“ riss es die meisten von den Sitzen.

Vielleicht kann Henley und Co. derlei Begeisterung ja doch noch dazu verleiten, erneut gen Europa aufzusteigen. Wäre schön.

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben