Ruhrtriennale

Enzensbergers Aktualität nach 27 Jahren: Die große Wanderung

Langer Beifall: Norbert Lammert liest bei der Ruhrtriennale in der Jahrhunderthalle aus Hans Magnus Enzensbergers Essay „Die große Wanderung“.

Langer Beifall: Norbert Lammert liest bei der Ruhrtriennale in der Jahrhunderthalle aus Hans Magnus Enzensbergers Essay „Die große Wanderung“.

Foto: Daniel Sadrowski / Ruhrtriennale

Bochum.  Norbert Lammert las aus dem 1992 erschienenen, immer noch gültigen Essay „Die große Wanderung“ – und die Ruhrtriennale verschenkte eine Chance.

„Die Lage ist zu gefährlich geworden, als dass man sie Politikern und Demagogen überlassen könnte“, schreibt Hans Magnus Enzensberger im Vorwort zur Neuausgabe seines Essays „Die große Wanderung“ – und dass sein 1992 erschienener Text immer noch nicht veraltet sei, halte er für ein schlechtes Zeichen. Enzensberger, der in zwei Monaten 90 wird, schrieb den Text nach ausländerfeindlichen Exzessen in Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda, Solingen und Mölln, um klarzustellen, dass Migration in der Geschichte der Welt nicht der Ausnahme-, sondern der Regelfall war und dass Nationen gerade einmal 200 Jahre alte Konstrukte sind und blutjung im Vergleich zu Gesellschaften, die in Familien, Stämmen und Clans organisiert seien.Enzensberger geht das Problem in seinen „33 Markierungen“ aber nicht nur aus der Makro-Perspektive an, sondern erschließt in luzider Psychologie die Mechanismen (und die Vergänglichkeit) von Fremdenfeindlichkeit am „Eindringen“ von weiteren Passagieren in ein Zug-Abteil.

Der klare Denker und der glänzende Redner

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