Sing meinen Song

Als J.Lo einmal wegen Alvaro Soler ihr halbes Team feuerte

Sing meinen Song: In Folge vier ging es um die Lieder von Alvaro Soler (2.v.r).

Sing meinen Song: In Folge vier ging es um die Lieder von Alvaro Soler (2.v.r).

Foto: TVNOW / Markus Hertrich

Berlin   Bei „Sing meinen Song“ stand diesmal Alvaro Soler im Mittelpunkt. Hüftschwung inklusive. Es ging um Spanien – und um Jennifer Lopez.

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Über Alvaro Soler kann man nur staunen. Wer am Dienstagabend bei „Sing meinen Song“ die prunkvolle Geschichte über einen internationalen Superstar erwartete, der hat falsch gedacht. Scheinbar ganz nebenbei erzählt der 28-Jährige, wie sich seine Karriere entwickelt hat. Und kommt dabei ganz ohne glamouröse oder ausschmückende Ausschweifungen aus.

Gleich zu Beginn seiner Karriere war da zum Beispiel die Zusammenarbeit mit niemandem geringeren als Jennifer Lopez. „Sie rief mich an“, erzählte er ganz beiläufig. „Einfach angerufen“?, fragte da der fassungslose Gastgeber Michael Patrick Kelly. „Naja, ihr Management hat mir eine E-Mail geschrieben, weil jemand vom Label in Italien Sommerferien gemacht hat und den Song rauf und runter gehört hatte“, korrigierte er.

Er habe die erste Single „El Mismo Sol“ der Sängerin gezeigt und sie sei so überzeugt gewesen, dass sie sofort alles für eine Zusammenarbeit in die Wege geleitet habe.

„Sing meinen Song“ – Alvaro Soler zeigt den richtigen Hüftschwung

„Ich war total nervös und schüchtern. Das war meine erste Single und ich dachte; ‘Wie will ich mit dem Monster Jennifer Lopez neben mir da reinpassen?’“, erklärt der Halbspanier mit den Secondhand-Hemden in seiner herrlich bescheidenen Art unter den Bäumen Südafrikas.

Beim ersten gemeinsamen Auftritt habe er gepatzt, den Einsatz verpasst. „Ich war zwei Tage fertig“, erzählte Soler. Am nächsten Tag habe J.Lo das halbe Team gefeuert. „Bei der Miami-Performance war dann alles perfekt und das halbe Team war neu.“ So einfach kann es gehen.

Nun aber zurück zum eigentlichen Abend, an dem Latino-Pop im Zentrum stand. Und da durfte der richtige Hüftschwung natürlich nicht fehlen. Alvaro Soler gab deshalb ein kleines aber amüsantes Tanz-Coaching. Und das zeigte Wirkung.

Überraschend synchron kreisten da die Hüften. „High Energy Claps“ gabs obendrauf. Bei so viel Hüftschwung muss sogar ein guter Wein dran glauben. Zu Jeanette Biedermanns Bedauern.

Und wer sang was? Eingeleitet von einer Reihe Claps präsentierte Michael Patrick Kelly „La Cintura“ in einer Flamenco-Folk-Version. Durchaus nett, aber irgendwie klingt es weder nach Kelly noch nach Soler. Wincent Weiss zieht hingegen all seine Pop-Register und Auto-Tune-Effekte, die er hat und macht aus der charmant-schlichten Ballade eine Deutsch-Pop-Nummer, ganz wie sie im Buche steht. Der Sprechgesang steht dem Sänger gar nicht schlecht, doch bei Zeilen wie „Du suchst Augenkontakt und ich tauch darin ab, wenn du mich so anlachst, werd‘ ich einfach schwach“, ist man von seiner Übersetzung etwas enttäuscht.

Alvaro Soler ganz minimalistisch

Ganz im Gegensatz dazu steht Jeanette Biedermanns Performance, die „Cuanda Volveras“ – ein Song über das Vermissen -, ganz zu ihrem eigenen macht und bei der der Mix aus Deutsch und Spanisch gar nicht so furchtbar klingt wie man sich das erst einmal vorstellt.

Biedermann präsentiert den vorher leicht verträumten Song in einer düster-schweren Version. „Die Wege, die uns trennen, laden ein zum Verrennen. Kreuzen sich zu selten, wir leben in zwei Welten. Eingeteilt und nummeriert, abgestellt und gut sortiert – wie zwei bessere Hälften“, singt sie da. Schlichtweg ein anderes Level als die Wincent Weiss-Version.

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Und natürlich singt auch Alvaro Soler selbst ein Lied. Ganz minimalistisch, aber mit faszinierender Konstruktion, präsentiert er seinen Song „Loca“. Mit dem Fuß spielt er das Tamburin, irgendwie sind auch ein Holzfrosch, der immer eine auf den Deckel bekommt, und ein Glockenspiel miteinander verbunden und sorgen für den Beat, während er abwechselnd Gitarre oder Synthesizer mit seinen Händen bedient und die Trompete singt.

Wie genau das alles funktioniert verstehen zwar weder Zuschauer noch die Südafrika-Gäste, doch genau das macht den Charme dieser leicht-sommerlichen Version aus.

Frieden mit der Radiohölle

Um mit der Radiohölle „Sofia“ Frieden zu schließen, hat Johannes Oerding beschlossen, aus dieser Nummer seine ganz eigene zu machen. Eigentlich gehe dieser Song um eine Ex-Freundin, erzählt Alvaro Soler. Um dieser nicht das Gefühl zu geben, dass sie ihn noch immer beschäftigt, habe er der Frau in dem Song einen neuen Namen gegeben. Sofia. Ironischerweise lernte er zeitgleich mit Erscheinen der Single eine Sofia kennen. Seine neue Freundin, seit drei Jahren.

Obwohl Johannes Oerding den Song in Spanisch lässt, würde er sich problemlos in eins seiner Alben einfügen und nicht negativ hervorstechen.

Milow und Jennifer Haben machen hingegen sehr für sie ungewöhnliche, aber umso geschmackvollere Versionen aus „El Mismo Sol“ beziehungsweise „Nino Perido“.

Die Flöte des Abends geht dann allerdings an Johannes Oerding. Und mit den Worten „Ich liebe euch alle“ entlässt Alvaro Soler seine Mitstreiter in den Abend.

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