Jubiläum

Die „Tagesschau“ im Ersten feiert ihren 65. Geburtstag

Bildtechniker blendeten bis in die 80er-Jahre Grafiken ein, die Kameras von Pappschildern abgefilmt hatten.

Bildtechniker blendeten bis in die 80er-Jahre Grafiken ein, die Kameras von Pappschildern abgefilmt hatten.

Foto: ARD

Hamburg  Auch mit 65 Jahren bleibt die „Tagesschau“ Nachrichten-Nummer-1. Die erste Sendung flimmerte am 26. Dezember 1952 über den Bildschirm.

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Seriös, sachlich und trotz diverser Neuerungen in den vergangenen Jahren immer noch auf beruhigende Weise altmodisch: Die „Tagesschau“ ist die beliebteste und älteste Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen. Jetzt feiert das ARD-Flaggschiff Jubiläum – es wird 65 Jahre alt.

Eigentlich kommt die Sendung damit ins Rentenalter – doch sie behauptet sich majestätisch gegen Newskanäle und „Infotainment“, also die Verquickung von Information und Unterhaltung – und sogar gegen das Internet.

Zehn Millionen Menschen gucken regelmäßig „Tagesschau“

Derzeit schalten regelmäßig mehr als zehn Millionen Menschen die Hauptausgabe des Fernsehklassikers im Ersten, Phoenix, den Dritten und anderen ARD-Sendern ein, im Oktober beispielsweise waren es nach Auskunft der Programmdirektion exakt 10,61 Millionen Zuschauer im Schnitt, was einem Marktanteil von 36,3 Prozent entspricht. Vor 25 Jahren waren es nur rund acht Millionen Zuschauer.

Von solchen Zahlen können die „heute“-Nachrichten im ZDF, oder „RTL Aktuell“ nur träumen. Die „Tagesschau“ scheint vielen Zuschauern gerade in aufgeregten Zeiten Orientierung zu bieten.

„Tagesschau“ läuft erst seit 1961 täglich

Die erste „Tagesschau“ flimmerte bereits einen Tag nach dem offiziellen Start des ARD-Fernsehens über die damals noch wenigen Bildschirme: Am 26. Dezember 1952 standen unter anderem Beiträge über die Rückkehr des US-Präsidenten Eisenhower aus Korea, das Fußballspiel Bundesrepublik gegen Jugoslawien (3:2) und eine Eisrevue auf dem Programm.

In den ersten Jahren war nur dreimal die Woche „Tagesschau“-Zeit, seit 1961 gibt es sie täglich. Erst ab 1959 waren die Sprecher auch zu sehen. Seit April 2014 wird aus einem hochmodernen Studio mit einer fast 20 Meter breiten halbrunden Medienwand gesendet, die von Beamern bespielt wird. Hinter den Kulissen sorgt die rund 300 Mitarbeiter starke Gemeinschaftsredaktion ARD-aktuell in Hamburg dafür, dass rund um Chefsprecher Jan Hofer alles nach Plan läuft – und meistens gelingt das.

Kleine Pannen, große Lacher

Aber natürlich gab es auch Pannen – wie 2009, als der damalige Bundespräsident Horst Köhler in einer Einblendung zu „Klaus Köhler“ wurde. Sprecher Karl-Heinz Köpcke machte einmal aus dem damaligen Außenminister Willy Brandt einen „Bundesaußenseiter“. Unvergessen ist auch der Lachanfall von Dagmar Berghoff, die sich 1976 als erste Frau auf den Sprecherstuhl setzen durfte. Nach einem Sieg von Boris Becker machte sie aus dem WTC-Turnier ein WC-Turnier.

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