Krimi

Die „Tatort“-Saison im Ersten – Quotenkönige aus Münster

Unterwegs auf der „Leeze“, wie das Fahrrad in Münster heißt: Thiel (Axel Prahl, links) und Boerne (Jan Josef Liefers) im „Tatort: Schlangengrube“ – mit 12 Millionen Zuschauern einer der erfolgreichsten Filme.

Unterwegs auf der „Leeze“, wie das Fahrrad in Münster heißt: Thiel (Axel Prahl, links) und Boerne (Jan Josef Liefers) im „Tatort: Schlangengrube“ – mit 12 Millionen Zuschauern einer der erfolgreichsten Filme.

Foto: aschwarz01@wmg.loc / WDR/Thomas Kost

Essen  Spektakuläre Fälle, dramatische Abgänge: So lief die „Tatort“-Saison 2017/2018. Die besten Einschaltquoten hatten die Münsteraner.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Sommerpause beim Sonntagskrimi: Die beim „Tatort“ von Ende August bis Juni laufende Saison 2017/18 ist zu Ende. In den nächsten Wochen stehen Wiederholungen an, wobei es dieses Jahr eine Ausnahme und Unterbrechung gibt: die TV-Ausstrahlung von Til Schweigers Kino-„Tatort“ mit dem Titel „Tschiller – Off Duty“ am 8. Juli.

Die 36 neuen „Tatorte“ 2017/2018 hatten es in sich. So gab es zum Beispiel einen Krimi, der sich um die Pornobranche drehte („Hardcore“ aus München), einen Aufarbeitungsversuch zur RAF („Der rote Schatten“ aus Stuttgart), einen Krimi um eine Partei nach Art der AfD („Dunkle Zeit“ aus Hamburg, mit Wotan Wilke Möhring) sowie einen verrückten Film im Film im Film („Meta“ aus Berlin). Für Aufsehen sorgte im Herbst auch ein Film aus Bremen. Kommissar Stedefreund (Oliver Mommsen) war in der Folge „Zurück ins Licht“ full frontal, wie es im Fachjargon heißt, also völlig nackt zu sehen. Das gab es vorher so noch nicht. Das Bremer Duo Lürsen/Stedefreund verabschiedet sich übrigens bald: 2019 ist Schluss.

Alwara Höfels gab in Dresden ihre Rolle auf

Nicht der einzige Abschied. In Ludwigshafen verlor Ulrike Folkerts’ Figur Lena Odenthal nach mehr als 20 Jahren ihren Kollegen Kopper. Er beendete den Polizeidienst und ging nach Italien. Schauspieler Andreas Hoppe machte kein Geheimnis daraus, dass er gerne an Bord geblieben wäre, sein Abgang also unfreiwillig war. Ein weiterer Abschied, ebenfalls nicht im Frieden: Alwara Höfels gab in Dresden nach nur sechs Filmen ihre Rolle als Henni Sieland auf. Unter anderem ein „fehlender künstlerischer Konsens“ führte dazu, wie Höfels es formulierte.

Nach dem Ausstieg der Schauspielerin Sibel Kekilli, im Krimi als Versetzung von Sarah Brandt gelöst, ermittelte der Kieler Kommissar in dieser Saison nur einmal – und das dann auch allein. In „Borowski und das Land zwischen den Meeren“ wurde Schauspieler Axel Milberg in einen außergewöhnlichen Mystery-Fall auf einer Nordsee-Insel hineingezogen. Nach der Sommerpause bekommt er die Schauspielerin Almila Bagriacik als operative Fallanalytikerin Mila Sahin an seine Seite.

Ein neues Gesicht in Dortmund

In Dortmund, bekannt für seine von persönlichen Problemen geplagten Psychoermittler, ist bald nach dem Ausstieg von Stefan Konarske ein neuer Mann an Bord: Rick Okon. Seinen Einstand als Jan Pawlak hatte er bereits diese Saison in einer Gastrolle als verdeckter LKA-Ermittler im Gefängnisthriller „Tollwut“. Darin wurde Kommissar Faber (Jörg Hartmann) erneut mit dem Mörder seiner Familie konfrontiert, gespielt von Dauerbösewicht Florian Bartholomäi.

Die mit Abstand besten Einschaltquoten hatten die Münsteraner. Während „Fangschuss“ mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers im April 2017 mit etwa 14,6 Millionen Zuschauern noch die beste „Tatort“-Quote seit 25 Jahren geholt hatte, waren die Fälle der jetzt abgelaufenen Saison etwas schwächer – wenn auch auf hohem Niveau: Den Kunstkrimi „Gott ist auch nur ein Mensch“ sahen 13 Millionen, den Zookrimi „Schlangengrube“ gut 12 Millionen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben