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„Die Toten vom Bodensee“ und der verfluchte Goldschatz

„Die Toten vom Bodensee“: Kriminalhauptkommissar Michael Oberländer (Matthias Koeberlin) und Kriminalinspektorin Hannah Zeiler (Nora Waldstätten) inmitten der Ermittlungen.

„Die Toten vom Bodensee“: Kriminalhauptkommissar Michael Oberländer (Matthias Koeberlin) und Kriminalinspektorin Hannah Zeiler (Nora Waldstätten) inmitten der Ermittlungen.

Foto: Patrick Pfeiffer / ZDF und Patrick Pfeiffer

Berlin.  Ein Goldschatz – belegt mit einem Todesfluch? Hanna Zeiler und Micha Oberländer ermitteln wieder im ZDF-Krimi „Die Toten vom Bodensee“.

„Wir sind reich“, fällt Stefanie (Julia Franz Richter) ihrem Verlobten Florian Friedrichs jubelnd um den Hals. Der Hobbyhistoriker hat gerade aus dem Bodensee einen Schatz von 273 Goldmünzen geborgen. „Reich und glücklich“, bekräftig Friedrichs, den das Glück aber schnell verlässt.

Er wird wenig später ermordet am Seeufer aufgefunden. Sein Mund wurde zugenäht; im Gaumen findet Pathologe Tomas Egger (Stefan Pohl) eine Münze, die dem Schatzfund zuzuordnen ist. Das Geldstück wurde vermutlich aus geweihtem Kirchengold geprägt.

„Die Toten vom Bodensee“ – Top-Quoten für mythische Krimis

Mit bis zu acht Millionen Zuschauern sind die Einschaltquoten exzellent, wenn im ZDF „Die Toten vom Bodensee“ rufen. Das Publikum hat die wortkargen Ermittler Hanna Zeiler (Nora Waldstätten) und Micha Oberländer (Matthias Koeberlin) von der Kripo Lindau, die sich aus unterschiedlichen Gründen einen seelischen Schutzpanzer zugelegt haben und jede Gefühlsregung im Keim ersticken, ins Herz geschlossen.

Und es schätzt das Spiel um geheimnisvolle alte Mythen, Sagen und Legenden, die auf irritierende Weise im 21. Jahrhundert wieder aufzuleben scheinen. Im inzwischen zehnten Fall – „Fluch aus der Tiefe“ –, wieder von dem bewährten Team Timo Berndt (Buch) und Michael Schneider (Regie) entwickelt, stoßen Zeiler und Oberländer auf ein ominöses Kapitel Vorarlberger Kirchengeschichte.

Für das Ende der Pest versprach die Kirche einen Goldschatz

Im Spätmittelalter, als die um sich greifende Pest als Hexenwerk galt, machten Bregenzer Kirchenobere einen Deal mit den angeblichen Verursacherinnen. Der eingekerkerten „Hexenweibschaft“ wurde Freilassung und ein Goldschatz gegen die Rücknahme des Pest-Fluches versprochen. Doch die in der Kirche geprägten Münzen waren gefälscht, das Gold war mit Kupfer gestreckt.

Der Deal platzte, die erzürnten Hexen belegten stattdessen die Kirchenherren mit einem neuen Fluch. Und der Schatz landete der Überlieferung nach in den Tiefen des Bodensees – bis Florian Friedrichs ihn nach über 400 Jahren endlich entdeckte.

Die Ermittler erkennen: Das Mordopfer war ein Betrüger

Zeiler und Oberländer, deren kompliziertes Mit- und Nebeneinander sich fast so spannend gestaltet wie die Krimihandlung selbst, stoßen auf ein teuflisches Geflecht aus Lug und Betrug. Friedrichs hat alle, die ihm bei der langwierigen Suche finanziell und ideell halfen, nach Strich und Faden hintergangen und ausgenommen.

Selbst die schwangere Stefanie muss erkennen, dass ihr Verlobter ein doppeltes Spiel gespielt hat. Gründe, den Mann nicht zu mögen, hatten viele.

Eine Heilpraktikerin als Nachfahrin der Oberhexe?

Doch diese Erkenntnis hilft den Ermittlern nicht weiter. Wonach hat Friedrichs in der Kirche geforscht, in der Restaurator Zotter (Johannes Zeiler) auf alte, vermauerte Räume gestoßen ist, was ist mit dem zweiten Band einer alten Chronik geschehen? Warum hat er in engem Kontakt mit einer Heilpraktikerin gestanden, die sich als Nachfahrin der Oberhexe von einst ausgibt?

Als Egger die Münzen genauer analysiert und feststellt, dass diese unmöglich 400 Jahre im Wasser gelegen haben können, drängt sich eine neue Frage auf. Was, wenn die Pest-Taler die Kirche nie verlassen haben?

  • „Die Toten vom Bodensee: Fluch aus der Tiefe“, ZDF, Montag, 10. Februar, 20.15 Uhr
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