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„Hart aber fair“: Zuschauer muss nach Zwischenrufen gehen

Skandale und Gäste-Rankings: Diese fünf Dinge muss man über Polit-Talkshows wissen

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Berlin  Das kommt selten vor: Ein Zuschauer hat bei „Hart aber fair“ mit Zwischenrufen die Sendung gestört. Am Ende musste der Mann gehen.

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Das kommt auch bei „Hart aber fair“ nicht häufig vor: Ein Zuschauer ist aus dem Studio geschmissen worden, weil er die Sendung mit Zwischenrufen gestört hatte. Der Fernsehzuschauer sah davon aber wenig: Er hörte nur die Off-Stimme, die die Studiogäste vorstellte.

Schon als der Einspieler gezeigt wurde, gab es Irritationen. Und das lag nicht am Thema: „Erst die CDU, dann vielleicht Deutschland: Wer gewinnt das Rennen um Merkels Erbe?“

So war bei der Vorstellung der Gäste zu sehen, wie diese immer wieder ins Publikum schauten. Der Grund waren nach Angaben von Moderator Frank Plasberg Zwischenrufe von einem Zuschauer.

„Hart aber fair“ – das waren die Gäste:

  • Kristina Dunz (Journalistin, „Rheinische Post“)
  • Michael Spreng (Politikberater),
  • Klaus Wowereit (SPD),
  • Christian von Stetten (CDU)
  • Christian Lindner (FDP)

Frank Plasberg entschuldigt sich

Frank Plasberg entschuldigte sich nach der Vorstellung für mögliche Tonprobleme und klärte den Vorfall auf. „Falls Sie bei der Vorstellung ein paar Nebengeräusche gehört haben: Ein Zuschauer ist aufgesprungen und hat ein paar laute Sätze zum UN-Migrationspakt gesagt“, sagte der Moderator.

Zuschauer muss „Hart aber fair“-Studio verlassen

Man habe versucht, mit dem Mann ins Gespräch zu kommen. Der Migrationspakt sei später auch Thema in der Sendung. „Natürlich hätten wir gerne auch in Ruhe mit ihm darüber gesprochen, aber das war nicht möglich.“

Am Ende musste der Zuschauer gehen. „Wir haben ihn friedlich hinausbegleitet“, sagte Plasberg. Vielleicht schaue der Störer die Sendung ja dann von außen. Was genau der Zuschauer sagte, blieb zunächst offen.

Danach ging Plasberg zur Tagesordnung über – der Vorfall wurde nicht weiter thematisiert.

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UN-Migrationspakt war nur am Rande Thema bei „Hart aber fair“

In der folgenden Sendung ging es dann aber kaum noch um den UN-Migrationspakt. Der Pakt ist völkerrechtlich nicht bindend, sieht aber Leitlinien für die weltweite Migrationspolitik vor. Der Pakt soll voraussichtlich am 17. Dezember in New York von der UN-Generalversammlung angenommen werden. Es wird erwartet, dass etwa 180 Länder dem Pakt zustimmen.

Doch immer mehr Staaten haben auch ihren Widerstand angekündigt, darunter Österreich, die USA, Australien und weitere Staaten. Warum der UN-Migrationspakt so heftig umstritten ist , wurde in den vergangenen Tagen immer wieder diskutiert.

In der Talkshow geht es vor allem um einen: Friedrich Merz

Im ARD-Talk ging es dann aber vielmehr um die Frage, wer die CDU nach dem Parteitag in Hamburg am kommenden Wochenende führt.

Die Gäste arbeiteten sich vor allem am Kandidaten Friedrich Merz ab.

Im Raum stand die bereits ausführlich diskutierte Frage: Sollte ein Millionär Vorsitzender der CDU werden? Und hat solch ein Kandidat noch ein Ohr für die Sorgen der Bürger? Die einhellige Meinung der Talk-Gäste: Zumindest das Einkommen diskreditiert Friedrich Merz nicht als Politiker.

Merz zeigt sich siegessicher

Was dagegen gar nicht gut ankam, war die Aussage von Merz, mit ihm als CDU-Chef halbiere sich die AfD. „Das ist doch kein Automatismus, dass die AfD mit Merz verschwindet oder sich halbiert, so wie Merz es fordert“, sagt Berlins früherer Bürgermeister Klaus Wowereit.

Die Journalistin Kristina Dunz geht sogar soweit: „Merz hat damit einen großen Fehler gemacht.“ Er selbst ist dagegen siegessicher. Im Interview mit unserer Redaktion sagte Merz: „Bin fest davon überzeugt, dass ich CDU-Chef werde.“

Christian Lindner spricht bei „Hart aber fair“ über Neuwahlen

Christian Lindner sieht das allerdings anders. Er glaube daran, dass die drei Kandidaten auf die Merkel-Nachfolge der AfD in den Umfragen schaden könne. „Bei jeder der drei Persönlichkeiten verliert die AfD binnen weniger Wochen fünf Prozentpunkte“ sagte er bei „Hart aber fair“.

Grund dafür sei, dass sie die Migrationsdebatte sachlicher führen können als Merkel, die für viele Menschen das Gesicht für die Flüchtlingskrise ist. Lindner selbst rechne mit Neuwahlen nach dem CDU-Parteitag, wie er sagt. „Wie soll denn sonst aus dem Kanzleramt ein neues Profil für einen nächsten Kanzler geschaffen werden, wenn Frau Merkel noch regiert?“

Die aktuelle Ausgabe von „Hart aber fair“ finden Sie in der ARD-Mediathek. (mit Material von dpa und epd)

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