Auszeichnung

Grimme-Preis: Fernsehdrama „Bad Banks“ ergattert Trophäe

Das ZDF-Drama „Bad Banks“ mit Barry Atsma, Paula Beer und Désirée Nosbusch hat den Grimme-Preis gewonnen.

Das ZDF-Drama „Bad Banks“ mit Barry Atsma, Paula Beer und Désirée Nosbusch hat den Grimme-Preis gewonnen.

Foto: [m] KNSK Werbeagentur GmbH; Foto / ZDF und [m] KNSK Werbeagentur Gm

Essen  Das Grimme-Institut hat bekanntgegeben, an wen die nächsten Preise verliehen werden. Die Auszeichnung ist undotiert, aber sehr begehrt.

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Das Grimme-Institut hat bekanntgegeben, wer sich im April über die Auszeichnung mit dem Grimme-Preis freuen darf. 16 Produktionen und herausragende Leistungen von Fernsehmachern werden geehrt, 13 Mal sind die Auszeichnungen den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zuzuordnen, drei gehen an private Anbieter.

Eine der begehrten Trophäen ergatterte dieses Mal die Fernsehserie „Bad Banks“, eine gemeinsame Produktion von ZDF und Arte. Dass die schon Deutschen Fernsehpreis mit Auszeichnungen überhäufte Hochfinanz-Dramaserie gewonnen hat, war keine Überraschung. Die Jury bezeichnete die Serie als „eine Studie darüber, wozu Menschen fähig sind“, wenn sie von Geld und Macht verführt werden.

Einer der prominentesten Preisträger ist Jan Böhmermann. Der bereits mehrfach ausgezeichnete Moderator und sein Team erhalten den undotierten, aber sehr begehrten Preis für „Lass dich überwachen! – Die Prism Is A Dancer Show“ (ZDF/ZDFneo), in der der Satiriker den Umgang mit persönlichen Daten im Internet kritisch betrachtete.

Isabel Schayani für „besondere Journalistische Leistung“ geehrt

Instituts-Direktorin Frauke Gerlach sagte bei der Bekanntgabe der Grimme-Preisträger, dass die Auszeichnungen in diesem Jahr einen besonderen Fokus auf Gegenwartsthemen legen sollen. Es habe sich in allen Kategorien beobachten lassen, „wie aktuelle Diskurse um Cyberkriminalität, Rechtspopulismus oder soziale Ungerechtigkeit durch mitreißend inszenierte, umfassend recherchierte, aber auch humoristische Geschichten transportiert werden“.

Die WDR-Journalistin Isabel Schayani erhält für die besondere Qualität ihrer Tagesthemen-Kommentare, „WDRforyou“-Beiträge und Weltspiegel-Moderationen einen Grimme-Preis für eine „Besondere Journalistische Leistung“.

Das sagen Joko und Klaas über Jan Böhmermann

Grimme-Preis wurde erstmals 1964 verliehen

Die Preise werden am 5. April im Theater Marl verliehen. Er gilt als einer der wichtigsten Preise für Qualitätsfernsehen in Deutschland und wird bereits zum 55. Mal verliehen. Stifter des Preises ist der Deutsche Volkshochschul-Verband. Zur Preisverleihung wird auch die Verbandspräsidentin, die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, erwartet.

Die Ehrung ist nach Adolf Grimme benannt, der von 1948 bis 1956 Generaldirektor des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) war.

Neben klassischen TV-Produktionen sind auch Beiträge für den Wettbewerb zugelassen, die in Mediatheken, auf Videoportalen oder bei Streamingdiensten veröffentlicht wurden. So gewann beispielsweise der sechsteilige Cybercrime-Thriller „Hackerville“ von HBO/TNT Serie ebenso wie die Amazon-Prime-Video-Serie Beat den Grimme-Preis.

Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk dominiert bei Kulturfilmen

In der Kategorie „Information & Kultur“ haben die Öffentlich-Rechtlichen ihre Dominanz der letzten Jahre fortgesetzt. Die Landessender der ARD sahnten alle drei Preise ab. Ausgezeichnet wurden die Dokumentarfilme „Betrug – Aufstieg und Fall eines Hochstaplers“ (SWR), „Die Story im Ersten: Am rechten Rand“ (NDR/MDR) und „Kulenkampffs Schuhe“ (SWR/HR). Die WDR-Sendereihe „Die Story: Ungleichland – Reichtum, Chancen, Macht“ (WDR) und „das dazugehörige zukunftsweisende Online-Konzept“ des Teams von Docupy, das lineares Fernsehen um dazu passende Internet-Angebote erweitert, erhielt einen Sonderpreis.

Die Auswahl der Preisträger treffen unabhängige Jurys aus Medienwissenschaftlern, Journalisten und Bildungsfachleuten. Verantwortlich für die Organisation des Grimme-Preises ist das Grimme-Institut in Marl.

Diese 16 Preise und ein Publikumspreis werden vergeben:

• Wettbewerb Fiktion:

Bad Banks (ZDF/ARTE)

Beat (Amazon Prime Video)

Hackerville (HBO Europe/TNT Serie)

Familie Lotzmann auf den Barrikaden (ARD Degeto)

Spezialpreis: Erol Yesilkaya (Buch) und Sebastian Marka (Regie) für „Tatort: Meta“ (RBB)

• Wettbewerb Information & Kultur:

Betrug – Aufstieg und Fall eines Hochstaplers (SWR)

Die Story im Ersten – Am rechten Rand (NDR/MDR)

Kulenkampffs Schuhe (SWR/HR)

Spezialpreis: Team von Docupy für „Die Story: „Ungleichland - Reichtum, Chancen, Macht“ (WDR) und das dazugehörige Online-Konzept

• Besondere Journalistische Leistung:

Isabel Schayani (WDR)

• Wettbewerb Unterhaltung:

CATCH! Der große Sat.1 Fang-Freitag (Sat.1)

Kroymann (RB/SWR/NDR)

Lass dich überwachen! DIE PRISM IS A DANCER Show (ZDFneo/ZDF)

• Wettbewerb Kinder & Jugend:

Animanimals (KiKA/SWR)

Bohemian Browser Ballett (SWR/funk)

Spezialpreis: Marco Giacopuzzi für seine herausragende Autorenleistung bei „Schau in meine Welt“ (HR)

• Publikumspreis der Marler Gruppe:

Im Schatten der Netzwelt – The Cleaners (WDR/NDR/RBB/ARTE)

(dpa/epd/ba)

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