ARD-Komödie

„Tödliches Comeback“ beginnt stark und lässt dann stark nach

„Tödliches Comeback“ in der ARD: Das Spiel ist aus und Inga (Jeanette Hain) verliert die Nerven.

„Tödliches Comeback“ in der ARD: Das Spiel ist aus und Inga (Jeanette Hain) verliert die Nerven.

Foto: Alexander Fischerkoesen / NDR

Essen  Recht viel Witz und starke Schauspieler gibt es in der Komödie „Tödliches Comeback“ zu sehen. Leider flacht die Geschichte zum Ende ab.

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Solche Väter wie Roy Singer gehören wahrlich nicht zum Alltag: Ein Vater, der seinem Bruno mit acht Jahren den ersten Joint dreht, und der ihm mit zwölf zeigt, wie man Autos knackt. Und Daddy hat ihn auch noch zum Leadsänger in seiner Band – Roy’s Four – gemacht. Aber das ist jetzt Geschichte.

Bruno (Ben Münchow) ist nun bei der Polizei und ist froh, dass sein Erzeuger (Martin Brambach) weit weg ist. Denkt er zumindest. „Tödliches Comeback“, geschrieben von den versierten Drehbuchautoren Volker Einrauch und Lothar Kurzawa und inszeniert von der vierfachen Grimme-Preisträgerin Hermine Huntgeburth, will so ziemlich alles gleichzeitig sein.

Da gibt es eine Krimihandlung mit beiläufigem Mord, die Geschichte einer zerfallenen Familie sowie eine etwas ruppige Romanze, die sich nur zaghaft entwickeln will. Dies alles firmiert unter dem Oberbegriff „Komödie“, muss sich allerdings sputen, um dieser Bezeichnung noch gerecht zu werden.

„Tödliches Comeback“: Krimineller Vater ist schlecht für die Karriere

Es fängt ja auch nicht schlecht an. Gerade hat Bruno seiner angebeteten Kollegin Kyra (Elisa Schlott) ein neues Gedicht vorgetragen, rennt die Dame seines Herzens bereits zu einem ihrer nächsten Dates. Bruno muss sich derweil von seiner strengen Vorgesetzten (knallhart: Lina Beckmann) belehren lassen, dass seine Karten für den Aufstieg im Präsidium mit einem kriminellen Vater in der Akte nicht günstig liegen.

Eigentlich wähnt Bruno sich in dieser Hinsicht sicher, doch nun ist der Vater wieder da, will fälliges Geld eintreiben und träumt von einem Jubiläumskonzert mit der Band. Mit dabei waren außerdem Roy’s Schatten Siggi (Matthias Bundschuh) und die sexy Sirene Inga Schallström (Jeanette Hain).

Drehbuch in zweiter Filmhälfte nur noch auf Autopilot

Tatsächlich trifft man hin und wieder auch auf schöne Einfälle. Da ist der Moment, wenn Bruno seinen Vater vom Revier aus anruft, während der gerade angestrengt dabei ist, mit seinem Kumpel Siggi einen Safe zu knacken. Oder der Moment, als Bruno gezwungen ist, das gestohlene Geld des Vaters in einem Einkaufsbeutel mitzuschleppen und einfach kein Versteck findet.

Zu diesem Zeitpunkt versteht es Martin Brambach auch noch, die Komik seiner Hauptfigur prächtig einzusetzen. Das jedoch bröckelt in der zweiten Hälfte des Films deutlich ab. Als habe das Drehbuch beschlossen, nur noch auf Autopilot zu fahren, scheint plötzlich kein Feingeist mehr vorhanden, um hübsche Pointen zu entwickeln.

Wozu braucht man am Ende eigentlich noch eine Leiche?

Vater Roy muss immer wieder seinen Sohn nerven, während dieser wiederum immer wieder seiner Flamme hinterherläuft. Und ob es am Ende tatsächlich einer Leiche bedarf, die plötzlich einfach da ist, das sei mal dahingestellt.

„Es ist eine Komödie und keine Comedy“, schreibt die Regisseurin im Begleitheft zum Film. „Das ist der große Unterschied. Es geht nicht nur um äußerliche Gags, sondern auch um Dinge, die einen menschlich berühren.“ Vielleicht kann man deshalb irgendwann nicht mehr so befreit lachen.

Fazit: Es beginnt als hübsche Komödie mit Polizei und schrägen Typen. Doch der Witz will einfach nicht durchhalten.

ARD, Mittwoch, 17. April, 20.15 Uhr

(Arnold Hohmann)

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