Fernsehsender

Von zwei WDR-Sendungen abgesetzt: Stefan Pinnow dankt Fans

Stefan Pinnow mit dem roten Rucksack, dem Erkennungszeichen der Reisesendung „Wunderschön“.

Stefan Pinnow mit dem roten Rucksack, dem Erkennungszeichen der Reisesendung „Wunderschön“.

Foto: WDR/Frank Dicks

Köln.  Stefan Pinnow hat die WDR-Zuschauer mit unterhaltsamen Reisereportagen begeistert. Nun will ihn der WDR von zwei Sendungen abziehen.

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Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass er den beliebten Moderator Stefan Pinnow für zwei Sendungen nicht mehr einsetzen wird. Pinnow weilt nach eigenen Angaben im Urlaub und kann seinen Posts bei Instagram zufolge die Erholung nach der Absetzung wohl auch gut gebrauchen.

Pinnow postete mehrere Fotos von sich, seiner Frau Judith und der Familie von Norderney auf Instagram. Dazu schrieb Pinnow teils sehr persönliche Nachrichten, wie er sich nach der teilweisen Absetzung beim WDR fühlt. Dabei bedankt sich der Moderator auch bei seinen Fans: „So viele kluge, mutmachende Worte, die ich in meiner Situation sehr gut gebrauchen kann! Ihr seid die Besten!“

In einem weiteren Post schimmert dann der für Pinnow typische Humor durch, den Fans an dem Moderator schätzen. „Nach vorne gucken. Auch wenn die Haare nach hinten wollen....“, heißt es dort. Neben dem Humor scheint Pinnow auch nicht seine Lust am Job verloren zu haben, denn unter einem Instagram-Post findet sich der Hashtag #lovemyjob – deutsch: Ich liebe meinen Job.

Stefan Pinnow hört bei „Wunderschön“ und „Hier und heute“ auf

Viele Fernsehzuschauer sind mit Pinnow aufgewachsen und haben die Karriere des Moderators über Jahrzehnte verfolgt. Wie vom Sender bekanntgegeben, wird der gebürtige Berliner nicht mehr für die Sendungen „Hier und heute“ und „Wunderschön“ gebucht. Bei Zuschauern sorgt die Absetzung des offensichtlich beliebten Moderatoren für Unverständnis.

Ende des Jahres soll für Pinnow Schluss sein bei dem täglichen Nachmittagsmagazin und bei den Reisereportagen. Mit seinem Alter habe das nichts zu tun, teilte der Sender am Donnerstag in Köln mit – Pinnow ist 51 Jahre alt.

WDR: Stefan Pinnow soll weiter beim Sender arbeiten

„Der WDR schätzt die Arbeit von Stefan Pinnow und ist daher mit ihm im Gespräch“, hieß es seitens des Senders.

Auf Anfrage unserer Redaktion teilte der WDR zudem mit: „„Hier und Heute“ plant ein neues Sendekonzept und neue Akzente im Format. Auch bei „Wunderschön“ seien Änderungen geplant: vor allem eine Verkleinerung des Moderatoren-Teams. Dieses werden nach WDR-Angaben neben Pinnow auch andere Moderatoren verlassen, „die aber in anderen Bereichen des WDR weiterhin regelmäßig beschäftigt sein werden“, wie der WDR mitteilte.

Pinnow hat seine Fernsehkarriere streng genommen nicht als Moderator, sondern als Gast begonnen. In der Kuppel-Show „Geld oder Liebe“ mit Jürgen von der Lippe war er 1989 zu sehen – mit einem „furchtbaren Hemd“, wie der WDR Pinnow in einem Steckbrief zitiert.

Stefan Pinnow wurde mit „Disney Club“ und „Tigerenten Club“ bekannt

Doch Pinnow fiel damit wohl einem Produzenten auf, der ihn für den „Disney Club“ im Ersten besetzte. Dort moderierte Pinnow ab 1991 unter anderem mit Ralf Bauer und Antje Pieper. Nach der Umbenennung zum „Tigerenten Club“ lernte Pinnow nach eigener Aussage seine spätere Frau kennen: die Co-Moderatorin Judith.

Nach Stationen bei Sat.1 und „taff“ auf ProSieben, zog es den Moderator zum WDR, wo er seit 2006 die Sendung „Daheim & unterwegs“ bzw. die Nachfolgesendung „Hier und heute“ moderiert. Diese soll nach Berichten der „Rheinischen Post“ in Zukunft von einem kleineren Team an Moderatoren präsentiert werden.

Das gleiche gilt für die Reisereportagen der Reihe „Wunderschön“, die Pinnow ab 2009 unter anderem im Wechsel mit Tamina Kallert begleitet hatte.

Sehen Sie hier eine Ausgabe von „Wunderschön“ mit Stefan Pinnow:

Dass der WDR seine Moderatoren-Teams verkleinert und womöglich auch verjüngt, kommt immer wieder vor. Während „Daheim & unterwegs“ jeweils von zwei Moderatoren präsentiert, bei „Hier und heute“ waren Anne Willmes, Sven Kroll und Stefan Pinnow nur noch alleine im Studio zu sehen.

Die Verschlankung hatte dazu geführt, dass beliebte Moderatoren wie René le Riche und Eva Assmann nicht mehr in dem Nachmittagsformat zu sehen waren.

So reagieren die Zuschauer auf Stefan Pinnows Absetzung

In sozialen Netzwerken hatten nach dem Aus der Moderatoren viele Zuschauer mit Unverständnis reagiert. So auch jetzt im Fall von Stefan Pinnow.

„Das ist traurig. Er hat die Sendungen mit seiner lustigen Art wirklich aufgewertet! Schade!“, schreibt eine Facebook-Nutzerin etwa zu einem Facebook-Post der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Eine andere Zuschauerin zweifelt an dem neuen Konzept des WDR: „Wegen Neuausrichtung? Vielleicht sollte man Gutes so lassen, wie es ist, vor allem, wenn es den Zuschauern mit ihm als Moderator gefällt.“ Einige wenige Nutzer sind hingegen auf die Neuausrichtung des WDR-Programms gespannt.

Beim WDR hatte es zuletzt einen Streik gegeben. Darum sendete das ARD-„Morgenmagazin“ eine Stunde nicht live. (mit dpa-Material)

• Bericht: „Rheinische Post“ zur Absetzung von Stefan Pinnow

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