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Adoption hoch drei: Mark Wahlberg in „Plötzlich Familie“Adoption hoch drei: Mark Wahlberg in „Plötzlich Familie“

Mark Wahlberg,Rose Byrne, Isabela Moner, Julianna Gamiz und Gustavo Quiroz bilden in „Plötzlich Familie“ ein unterhaltsames Quintett.

Mark Wahlberg,Rose Byrne, Isabela Moner, Julianna Gamiz und Gustavo Quiroz bilden in „Plötzlich Familie“ ein unterhaltsames Quintett.

Foto: Hopper Stone/SMPSP

Berlin.   Ein bisschen breitbeinig, aber nicht irrelevant: Die Komödie „Plötzlich Familie“ kommt beschwingt und mit einem ernsten Unterton daher.

Sean Anders, Regisseur dieser Adop­tions-Komödie, hat sich zusammen mit seiner Frau vor ein paar Jahren gleich drei Kinder in sein Haus geholt. „Plötzlich Familie“ ist daher so etwas wie das Destillat all der Erfahrungen, die Anders bisher als Adoptivvater hat machen dürfen – beziehungsweise: hat machen müssen. Womit wir bei der größten Stärke des Films wären: Auch hier gibt es die – bereits aus anderen Anders-Filmen („Der Chaos-Dad“ oder zuletzt „Daddy’s Home 2: „Mehr Väter, mehr Probleme!“) bekannten – Albernheiten. Besonders schön: das chaotische, völlig aus dem Ruder gelaufene, brennende Weihnachtsmenü, das schließlich nur mit viel, viel Ketch­up gelöscht werden kann.

Herausforderung Adoption

Anders aber, der auch das Drehbuch mitverantwortet, macht auch immer wieder deutlich, wie viele Probleme und welche großen Herausforderungen auf Adoptiveltern warten, .

Im Film verkörpern Mark Wahlberg und Rose Byrne die Adop­tiveltern Pete und Ellie. Das Paar hat sich ziemlich lange um die Kinderfrage gedrückt und lacht sich also gleich drei Kids auf einmal an: die 15-jährige Lizzy mit ihren kleinen Geschwistern Juan und Lita. Juan tritt in wirklich jedes Fettnäpfchen, Lita hat höchst spezielle Essgewohnheiten, die pubertierende Lizzy hält sich nie an irgendwelche Absprachen. Alle drei sind zuckersüß, alle drei haben das Potenzial, Erziehungsberechtigte recht schnell in den Wahnsinn zu befördern.

Und es ist geradezu rührend, wie sich Ellie und Pete ihren neuen Aufgaben als Pflegeeltern stellen – und wie sich Pete freut, erstmalig aus einem Kindermund ein an ihn gerichtetes „Daddy“ zu vernehmen. Die 2001 geborene Isabela Moner („Transformers: The Last Knight“) spielt den renitenten Teenager ganz wunderbar. Rose Byrne, Komödien-erprobte Australierin („Brautalarm“), legt ein so routiniertes wie überzeugendes Spiel an den Tag.

Mark Wahlberg indes wünscht man einen etwas mehr gegen den Strich gedachten Auftritt. Zwar macht er seine Sache recht gut; die Rolle scheint dem muskulösen Bostoner aber letztlich doch etwas zu sehr auf den Leib geschrieben: Als Mischung aus bösem Buben und bestem Vater der Welt stolpert er breitbeinig über die Leinwand. Da muss einem die tatsächliche Mutter von Lita, Juan und Lizzy, die ihre Kinder zur Adoption freigegeben hat, fast ein klein wenig leid tun – sie wird nämlich im Film mit ein paar wenig erklärenden Szenen abgespeist.

Klamauk mit Sinn

Das Ende dieser ansonsten wirklich ziemlich runden und tatsächlich hier und da nachdenklich stimmenden Komödie mutet zudem konstruiert und etwas unglaubwürdig an. Die besondere Fähigkeit indes, völligen Klamauk und reinsten Quatsch zusammen mit gesellschaftlich Relevantem in ein und denselben Film zu packen, kann man dem US-amerikanischen Kino nach diesem Streifen aber nicht absprechen.

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