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Neuer Asterix: Frischer Wind in der gallischen MännerweltNeuer Asterix: Frischer Wind in der gallischen Männerwelt

Asterix wird in der deutschen Fassung des neuen Films erneut von Charly Hübner gesprochen.

Asterix wird in der deutschen Fassung des neuen Films erneut von Charly Hübner gesprochen.

Foto: Universum Film GmbH

Berlin.   „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ überzeugt mit detailverliebten Animationen – und der Einführung einer neuen, spannenden Figur.

Die Abenteuer von Asterix (Bild oben l.) und Obelix (Bild oben r.), den Galliern im Widerstand gegen das römische Imperium, sind auch im Kino seit Jahrzehnten ein Spaß für Groß und Klein. Der Erfolg des ersten computeranimierten Asterix-Films, ­„Asterix im Land der Götter“ aus dem Jahr 2015, den alleine hierzulande drei Millionen Zuschauer im Kino sahen, beruht auf dieser generationsübergreifenden Faszination. Es handelte sich dabei um einen rundum gelungenen und überaus zeitgemäßen Animationsfilm – und das perfekt bis hin zu den deutschen Synchronstimmen von Milan Peschel als Asterix und Charly Hübner als Obelix. Die aktuelle Fortsetzung war also demnach nur eine Frage der Zeit.

Hier stürzt Druide Miraculix vom Baum – und in eine große Lebenskrise, weil ein Druide nun mal nicht vom Baum fallen darf. Fortan ist er nicht mehr davon abzubringen, dass es Zeit ist, sich einen jungen Nachfolger zu suchen, dem er das Geheimnis des Zaubertranks anvertrauen kann. Was folgt, ist eine turbulente „Tour d’Europe“ auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten. Diese wird sabotiert durch den Druiden Dämonix, der aus alten Tagen mit Miraculix noch eine offene Rechnung zu begleichen hat und der so scharf auf die Rezeptur des Zaubertranks ist, dass er dafür sogar mit den Römern gemeinsame Sache macht.

Alles fürs Fan-Herz

Verlässlich gut werden alle beliebten Zutaten eines vergnüglichen Asterix-Films geliefert: Die Römer werden vermöbelt, die armen Piraten versenkt und die Gallier hauen sich gegenseitig die Fische um die Ohren. Die Animation sitzt gewohnt perfekt und erlaubt sich viele hübsche Comic-Spielereien mit Tuschebildern und Bleistiftskizzen. Die Geschichte des Films, erstmals seit 1976 nicht auf einer Originalvorlage von Goscinny und Uderzo beruhend, hängt leider manchmal etwas durch – und dann wird aufs Tempo gedrückt wie bei einem Actionfilm, wodurch der feine gallische Humor der Comics mitunter ein wenig auf der Strecke bleibt.

Aber der Film geht auch mit der Zeit, und das gelingt ihm gut. Die Wildschweine sind diesmal Verbündete der Gallier und nicht ihr Abendessen, die gallischen Frauen verteidigen ihr Dorf gegen die Römer auch mal ganz ohne männliche Unterstützung. Besonders die Einführung einer weiblichen Hauptfigur mit dem hübschen Namen ­Vitrine, ein junges, cleveres Mädchen, bringt spürbar frischen Wind in die gallische Männerwelt und ist wirklich ein gelungener Clou.

Der Zeitgeist bleibt spürbar

Spannend ist auch die Andeutung, dass Vitrine eventuell das größte Potential hat, vielleicht mal eines Tages das Zaubertrank-Rezept vom Druiden Miraculix zu erben. Da darf man schon neugierig bleiben, ob und welche Rolle sie in den nächsten Jahren im Asterix-Universum einnehmen wird. Der Wille des Filmemacher-Duos Alexandre Astier und Louis Clichy, sich am gesellschaftlichen Zeitgeist und besonders den Sehgewohnheiten eines jüngeren Publikums zu orientieren, ist deutlich spürbar mit Filmzitaten aus „Harry Potter“ und „Transformers“ und wird mit Sicherheit auch im Kino wieder ein großes Publikum finden.

FR 2018, 85 Min., R: : Alexandre Astier, Louis Clichy, Wertung: 4 von 5 Punkten.

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