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Neue Bildbände: Beatles, John Lennon, Yoko Ono und Bob Dylan

Von schwarz nach knallbunt nach schwarz: Die Beatles wechselten ihre Outfits gerne.

Von schwarz nach knallbunt nach schwarz: Die Beatles wechselten ihre Outfits gerne.

Foto: unbekannt

Berlin.   Den Musikerlegenden aus Liverpool und Duluth auf der Spur: Wir stellen ansprechend gestaltete Fotobände vor.

Bücher über die Beatles gibt es wie Sand am Meer – Biografien, Bildbände, Lexika. Dennoch vermag „Die Beatles Story“ vom Designer-Duo John Pring und Rob Thomas diesem über die Jahrzehnte gewaltig angeschwollenen Katalog etwas hinzuzufügen: Es erzählt die Geschichte der Fab Four entlang der zwölf Studioalben (und der Doppel-EP „Magical Mystery Tour“) – und zwar in Infografiken auf Basis jeder Menge wunderbar unnützen Wissens. Tonarten und Verkaufserfolge werden in Charts abgebildet, Weltkarten illustrieren Tourstationen im Jahr der Veröffentlichung, Wortwolken klären über die in den Lyrics am häufigsten verwendeten Begriffe auf, und die jeweiligen Cover-Artworks werden in modern-minimalistischem Stil neu interpretiert.

Es gibt knappe Einleitungstexte, die die Alben musikhistorisch einordnen. Die wahre Freude an diesem in jeder Hinsicht bunten Buch aber bleiben dann doch die Grafiken und Illustrationen: sofort verständlich, kurzweilig arrangiert, mit einem Schuss Humor. Coo-coo-ca-choo!

Geschichte von Imagine

„Imagine John Yoko“ wählt statt der faktischen Analyse eine poetische Perspektive und erzählt seine Geschichte von innen heraus – mit „Beiträgen von allen, die dabei waren“ (Untertitel). Es ist die Geschichte von „Imagine“, dem zweiten Solo-Album von Ex-Beatle John Lennon aus dem Jahr 1971, illus­triert und vorangetrieben in bislang unveröffentlichten Fotografien und Notizbüchern, Mastertapes und Notenblättern, Briefen und Originalpartituren. Zusammengestellt und in Reihe gebracht wurden diese Artefakte von Lennons großer Liebe Yoko Ono.

In der nur 500 Exemplare dünnen Erstauflage ihres Buches „Yoko Onos Grapefruit“, insbesondere dessen Kurzgedichten „Event Scores“, nahm „Imagine“ seinen Anfang. Es sollte zum Soundtrack der Utopie von einer besseren Welt werden, in der die „Industrie des Friedens“ (Ono im Vorwort) die Richtung vorgibt. Und auch dieser schwergewichtige, wunderbar gestaltete Band belebt die Vorstellungskraft, dass eine solche Welt möglich ist.

Schnappschüsse einer Folk-Legende

Einen Zeitraum nur wenige Jahre vor der Veröffentlichung von „Imagine“ nimmt „Dylan/Schatzberg“ in den Fokus. Der monografische Bildband versammelt Aufnahmen des Fotografen und späteren Hollywood-Regisseurs Jerry Schatzberg, der Bob Dylan im Jahr 1965 kennenlernte. Zur ersten Begegnung kam es im Studio von Columbia Records in New York, wo der Singer-Songwriter gerade an „Highway 61 Revisited“ arbeitete. Die sechste LP sollte Dylans Kunst und Wahrnehmung für immer verändern, denn erstmals nutzte er Rockmusiker als Backing-Band.

Schatzbergs Schnappschüsse mit seiner „kleinen Nikon“ (Einleitung) eröffnen den Bildband: Grobkörnig und kontrastreich und mit kunstvollem Einsatz von Tiefenschärfe und Doppelbelichtung bilden sie den perfekten Einstieg sowohl in die technische Fertigkeit des Fotografen als auch in sein intimes Verhältnis zum Superstar und baldigen Buhmann der Folk-Bewegung. Ein Schatz für Dylan-Fans und alle Freunde der Musikfotografie.

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