Cubus-Kunsthalle

Mitmach-Ausstellung über den Erfinder Leonardo da Vinci

Prof. Thorsten Jungmann von der Fachhochschule Bielefeld mit einem axialen Kugellager, ausgedacht von Leonardo da Vinci.

Prof. Thorsten Jungmann von der Fachhochschule Bielefeld mit einem axialen Kugellager, ausgedacht von Leonardo da Vinci.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Trommelautomat und mehr: In der Duisburger Cubus Kunsthalle haben Studierende Modelle zum Ausprobieren nach Entwürfen Leonardo da Vincis gebaut.

Leonardo da Vinci war ein Tausendsassa: Wissenschaftler, Ingenieur, Kreativer. Zum 500. Todestag widmet die Duisburger Cubus Kunsthalle dem Universalgelehrten eine Mitmachausstellung. Studierende der Fachhochschule Bielefeld haben für das Projekt „da Vinci 500“ auf Grundlage von historischen Zeichnungen da Vincis in den vergangenen Semestern Modelle nachgebaut. 100 verschiedene Apparate sind so konstruiert worden und zeigen, wie viel von dem technischen und mathematischen Sachverstand noch heute Anwendung in der Industrie findet. „Wir wollen zeigen, wie wichtig und vielseitig die Erfindungen von Leonardo da Vinci sind“, erklärt Claudia Schaefer, Leiterin der Cubus Kunsthalle. Rund 20 sind nun in Duisburg zu sehen. Anfassen ausdrücklich erlaubt.

Sich selbst mit dem Flaschenzug ziehen

Mitten im Raum geht „dat Trömmelche“, besser gesagt ein Trommelautomat. Ein junger Ausstellungsbesucher dreht an einem Rad und macht ordentlich Krach. „Leonardo da Vinci war nicht nur ein hervorragender Mathematiker, sondern hat auch Feste ausgerichtet. Heute würde man sagen: er war Event-Manager“, sagt Thorsten Jungmann von der Fachhochschule Bielefeld. Der Professor ist sichtlich begeistert von den Entwicklerfähigkeiten von Leonardo da Vinci – und noch mehr von dem, was seine Studenten daraus machen.

An jedem Ausstellungsstück sind die alten Skizzen zu sehen sowie Erklärungen. Im Fall des Trommelautomaten heißt das: da Vinci hat nicht nur Instrumente für Musik am Hofe entworfen. Die Trommel lässt sich auch für militärische Zwecke einsetzen. Eine manuell veränderbare Steckverbindung bestimmt den Rhythmus. Wird das Gerät nun an ein Pferdegespann gebunden, gibt die Trommel den Takt für die Truppe vor. Der Wissenschaftler beobachtete sehr genau. Das Kugellager samt Wälzlager kommt heute, in moderner Form, in jedem Bus oder Lastwagen zum Einsatz. „Er war seiner Zeit weit voraus und hat die Technik revolutioniert,“ sagt Jungmann. Mehr Spaß dürften die Besucher der Aussteller am Flaschenzug haben. Mittels Technik wird das zu ziehende Gewicht halbiert. Das kann man nicht nur mit Fünf-Kilo-Gewichten ausprobieren, sondern selbst Platz nehmen und sich in die Höhe ziehen. „Funktioniert also auch mit 59 Kilo“, sagt Jungmann lachend.

Aktuelle Stadtplaner könnten sich vielleicht ein Beispiel an den Brückenkonstruktionen da Vincis nehmen. Neben den Zeichnungen können sich die Besucher selbst als Modellbauer ausprobieren. Die so genannte Schnellbaubrücke kommt ohne Nägel und Schrauben aus, sondern wird gesteckt und ist ziemlich stabil. „Da Vinci hatte immer einen Notizblock dabei, um seine Einfälle zu notieren“, weiß Claudia Schaefer. Und Wissenschaftler Jungmann ergänzt: „Heute wäre es wahrscheinlich ein Iphone und für jede Disziplin hätte er eine App.“

Zwei Bilder sind in der Ausstellung sehr präsent: Zum einen der vitruvianische Mensch, bearbeitet von da Vinci. „Seitdem er auf jeder Krankenkassenkarte zu sehen ist, ist er für uns Wissenschaftler eigentlich verbrannt“, winkt Jungmann ab. An der Mona Lisa haben aber alle Spaß. Viele Schüler haben das berühmte Gesicht gemalt und interpretiert, der Dame zum Beispiel eine Sonnenbrille verpasst oder sie geschminkt. In einem separaten Raum ist ein Druck zu sehen. Claudia Schaefer: „Viel größer ist die Mona Lisa im Louvre auch nicht.“

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