Krimi-Lesenacht

Mord aufm Dieploh begeistert in Warstein

Mord aufm Dieploh in Warstein:  Andrea Nordsiek-Lischka liest aus „Süßer die Schreie nie klingen" im Weinhaus Wieskemper

Foto: Jona Beckwermert

Mord aufm Dieploh in Warstein: Andrea Nordsiek-Lischka liest aus „Süßer die Schreie nie klingen" im Weinhaus Wieskemper Foto: Jona Beckwermert

Warstein.  Bereits zum 4. Mal verwandelte sich die beschauliche Dieplohstraße in Warstein bei „Mord aufm Dieploh“ in eine Stätte der Hochspannung.

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Kriminell gut ist die Veranstaltung „Mord aufm Dieploh“, die am Freitag in die inzwischen vierte Runde ging. Die Mischung aus spannender Literatur, die man einfach beim entspannten Zuhören genießen kann, und ungewöhnlichen Tatorten – gelesen wurde im Reformhaus ebenso wie beim Logopäden – ist längst zu einem Erfolgsgaranten geworden. Selbst aus dem Ruhrgebiet reisten Zuhörer an, um sich aus dem vielfältigen Angebot, das von Mordgeschichten aus dem Sauerland bis zum blutigen Thriller reichte, passende Angebote auszusuchen.

Gruseliges Ambiente geschaffen

Wie in den vergangenen Jahren herrschte eine gruselige Atmosphäre auf der Dieplohstraße. Nicht nur die neu installierten Leuchtgirlanden, auch Grablichter und gruselige Dekorationen setzten die Tatorte in das rechte Licht. So waren auch ich und eine Freundin auf dem Dieploh unterwegs – nicht als Wiederholungs-Täterinnen, sondern als Wiederholungs-Zuhörerinnen. Es wurde ein wunderbar spannender Abend.

Die Entscheidung zur Auswahl der Leseorte war nicht leicht gefallen, schließlich konnten nur drei Leseorte besucht werden. Viele bekannte Gesichter trugen Geschichten zu kriminellen Themen vor, aber auch Geschäftsinhaber griffen teils selbst zum Buch.Gestenreich wurden die Geschichten untermalt. Wir ertappten uns immer wieder dabei, dass wir, ganz in die Mordgeschichten versunken, in deren Bann gezogen wurden. Es sollte viel mehr vorgelesen werden!

Nicht nur zuhören macht Freude

Bei allen Beteiligten war zu sehen: Nicht nur zuhören macht Freude, vorlesen auch! So präsentierte Bürgermeister Thomas Schöne auf einem ihm bekannten Terrain, dem Warsteiner Rathaus, eine Geschichte seiner Lieblingsautorin Kathrin Heinrichs. Die Geschichte „Highway to Hellefeld“ entführte uns Zuhörer mit auf eine Irrfahrt dreister Metalldiebe durchs nächtliche Sauerland. Sein Erzähltalent wurde durch die typisch sauerländischen Ausdrücke und Gesten besonders deutlich. Während zahlreiche Teelichter die kriminalistische Bühne im Foyer wunderbar illuminierten, führte Schöne mit teils polnischem Akzent gekonnt durch die Geschichte. Vielleicht lockte er aber auch schon durch seine bekannt lockere Art zahlreiche Besucher an. So bewies er durch seinen Hinweis auf seine kopfseitige Ähnlichkeit mit Bruce Willis seine Art des selbstkritischen Humors.

Aber auch WP-Redakteurin Tanja Frohne, ab der Geburtsstunde der Warsteiner Kriminacht mit dabei, war es gelungen mit Bravour Spannung bei uns zu erzeugen. Auf einem Barhocker sitzend erwartete sie uns als ihre Krimi-Fans im CappoVino. Ganz nah dran wurden wir gefühlt Teil des Mordgeschehens. Sie überraschte mit winterlichen Kurzgeschichten aus dem Sammelband „Glöckchen, Gift und Gänsebraten“.

Zwischen Stoffen und Gardinen

Mit viel Witz und Charme und jeder Menge Spannung wurden von ihr schöne bitterböse Geschichten erzählt. Für alle Kurzgeschichten-Leser eine gute Empfehlung und tolle Unterhaltung für die Vorweihnachtszeit. Wegen der Suchtgefahr auf immer mehr Geschichten vielleicht nicht unbedingt als „Einschlafhilfe“ geeignet ...

Als letzte mögliche Station wurde von uns ein Tatort zwischen Kissen und Stoffen ausgewählt. In gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre wurden wir von Monika Leßmann, auch einer Wiederholungs-Leserin, in einem roten Ohrensessel empfangen. Von ihr wurde ein Weihnachtskrimi aus dem Sammelband „Maria, Mord und Mandelplätzchen“ ausgesucht. Weihnachten – eine Zeit der Stille und Besinnung. Von wegen! Schnell ist’s aus mit Eintracht und Gemütlichkeit. Gespannt lauschten wir einer Geschichte um drei Schwestern und ihrer Liebe zum Schnee. Eine ungewöhnliche Geschichte; nicht blutig – aber pikant. Die wortgewaltigen Beschreibungen wurden von ihr in besonderer Weise vorgetragen.

Nach einem Zitat von Miss Marple: „Jeden Tag ein Mord macht die Weihnachtszeit doch recht kurzweilig.“ Es war ein wunderbarer Abend – spannend, unterhaltsam, kurzweilig und natürlich gruselig.. Wir sind sicherlich bei der nächsten Krimi-Nacht wieder mit dabei.

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