Konzert in Köln

Bloc Party machen „Silent Alarm“

Intensive Show: Frontmann Kele Okereke von Bloc Party.

Intensive Show: Frontmann Kele Okereke von Bloc Party.

Foto: Heiko Buschmann

Mit ihrem „Silent Alarm“ haben Bloc Party vor 14 Jahren ein geniales Debütalbum hingelegt. In Köln haben sie ihr Werk noch einmal vorgespielt.

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Seit Jahren kein neues Material am Start, der Anlass zur Tour ein ganz krummes Jubiläum und dann noch ein Clubkonzert mitten in der Festivalsaison bei fast 30 Grad draußen: Kele Okereke muss ganz schön bekloppt sein, dass er Ende Juni mit seiner Bloc Party den „Silent Alarm“ auslöst. Alles richtig gemacht, kann man nach einer intensiven Show am Fronleichnamsabend im Kölner Palladium sagen.

Gut 3.000 Fans der britischen Band sind an die Schanzenstraße gekommen, um deren fulminantem Erstling zu huldigen. Sie wissen, was sie erwartet, nachdem das Duo Joan im Vorprogramm einen knapp halbstündigen, gelungenen Set hinlegen und Kele Okereke mit Gefolge um kurz nach 21 Uhr die Bühne betritt. Wenn eine Band ankündigt, ihr komplettes Album live zu spielen - so wie zum Beispiel die großen Massive Attack Anfang dieses Jahres mit ihrer „Mezzanine“-Tour – dann ist die Playlist klar. Bloc Party immerhin wissen insofern zu überraschen, dass sie „Silent Alarm“ nicht in der Reihenfolge spielen, wie die Platte 2005 erschienen ist und für eine mittlere Revolution im Indiesektor gesorgt hat, sondern genau umgekehrt. Los geht’s also mit „Compliments“, ehe die frühen Hits „So Here We Are“, „Pioneers“ und „This Modern Love“ Köln in Ekstase bringen.

Schönes Klingeln im Ohr

Kele Okereke ist auf der Bühne eine Erscheinung, seine Ausstrahlung reicht bis in die hinterste Ecke dieser großen Halle. Sympathisch und gut gelaunt, unterhält er sich mit dem Publikum, er kann sogar ein paar Brocken Deutsch. Neben ihm lässt Russel Lissack – neben Kele das einzig verblieben Mitglied der Originalbesetzung – die Gitarre sägen, dass es in den Gehörgängen bei mindestens 120 Dezibel angenehm klingelt. Als Bloc Party zum Abschluss des ersten Teils ihrer Show „Banquet“ und „Helicopter“ anstimmen, erreicht die Stimmung vor der Bühne ihren Siedepunkt.

Nach gut 50 Minuten ist Schluss, länger ist „Silent Alarm“ schließlich mit seinen 13 Stücken nicht. Doch Kele, Russell, Justin Harris (Bass) und Louise Bartle (Drums, beide seit 2015 dabei) haben noch richtig Bock. Insgesamt gibt es sechs Zugaben, darunter natürlich „Hunting For Witches“ und „Flux“.

Insgesamt dauert die Show gut 80 Minuten, für Bloc Party ordentlich lang und alle sind glücklich. Der Auftakt zur „Silent Alarm“ -Tour hätte kaum besser werden können, in Deutschland sind sie an diesem Freitag noch in Berlin (Zitadelle Spandau), am Sonntag beim Southside-Festival in Neuhausen Ob Eck und am Dienstag im Clara Zetkin Park in Leipzig zu sehen, im Juli zum Beispiel auch beim Cactusfestival in Belgien (5.-7. Juli, Brügge).

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