Kat Edmondsons „Dreamers Do“

Die Sängerin, die aus der Zeit gefallen ist

Kat Edmonson

Kat Edmonson

Foto: Spinneretterecords

Essen.  Die Jazz-Sängerin Kat Edmonson bietet Retro-Sounds der außergewöhnlichen Sorte. Und das mit einer Stimme zwischen Katie Melua und Nina Simone.

Wäre die Musik von Kat Edmonson eine Filmszene, man hätte eine Bar vor Augen. Die Herren tragen Smoking, die Damen Cocktailkleider. Die Zigarettenspitze darf nicht fehlen, und natürlich ist alles schön schwarz-weiß gehalten. Kurzum: Wer ein Herz hat für Musik, die aus der Zeit gefallen ist, wird mit dem fünften Album der 37-jährigen Texanerin sicher glücklich werden.

„Dreamers Do“ (Metalliance, erscheint am 7.Februar) heißt diese in jeder Hinsicht merk-würdige Melange aus Jazz, Swing und verhuschten Momenten, die sich als Soundtrack einer schlaflosen Nacht begreift. Edmonson ist schon länger in den Staaten aktiv, hat sich – auch in Europa -- mit Stars wie Lyle Lovett und Chris Isaak die Bühne geteilt, ihre Alben schlagen in den Jazzcharts immer ziemlich gut ein. Aber der echte Durchbruch hierzulande steht aus.

Swing und federleichte Samba

Vielleicht wird mit dem neuen Silberling deutlich, dass sie ein Händchen und eine Kehle für die Sounds der 1940er- bis 1960er-Jahre hat.

Schon der Opener „A Dream Is A Wish Your Heart Makes“ lässt keine Zweifel, wohin die Zeitreise geht. Ein schön-swingender Schieber mit einem Hauch von Gypsy-Jazz à la Django Reinhardt. Weiter geht’s mit Retro-Rumba („In A World Of My Own) oder federleichter Samba („All I Do Is Dream Of You“). Aber Edmonson hat auch ein Faible für Zartes wie das etwas heftig überzuckerte Schlaflied „Go To Sleep“. Und ihre Coverversionen von „Chim Chim Cher-ee“ und „What A Wonderful World“ sind allerliebst.

Ein bisschen verruchte Stimme

Ihr markant-hoher Sopran hat was Verruchtes, von der Stimmfärbung her irgendwo anzusiedeln im Korridor von Katie Melua, Nina Simone und Norah Jones. Jedenfalls ausgesprochen angenehm. Dabei kommt das merkwürdigste Instrumentarium zum Einsatz, zum Beispiel ein Haken Continuum, eine Art Keyboard, das ganz eigene Sounds ermöglicht, oder die Harfe, das Glockenspiel, ein ganzes Streichquartett und und und. Man darf sich also auf einen außergewöhnlichen Klangkosmos gefasst machen.

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