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Grünes Licht für Festival - maximal 1200 Gäste mit PCR-Test

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BigCityBeats-CEO Bernd Breiter erwartet zur World Club Dome Pool Session am kommenden Wochenende in Frankfurt täglich 12.000 Besucher.

BigCityBeats-CEO Bernd Breiter erwartet zur World Club Dome Pool Session am kommenden Wochenende in Frankfurt täglich 12.000 Besucher.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Frankfurt.  Bei der World Club Dome Pool Session dürfen maximal 1200 der 12.000 Gäste via PCR-Test Einlass erhalten. Der Rest muss geimpft oder genesen sein.

Endlich Licht am Horizont - für Kultur-Fans als auch Kulturschaffende: Mit der "World Club Dome Pool Session" am kommenden Wochenende in Frankfurt möchte BigCityBeats-CEO Bernd Breiter ein Zeichen für eine ganze Branche setzen, die während der Corona-Pandemie zeitweise komplett zum Stillstand gekommen ist. Nach der Absage des World Club Dome im und rund um das Frankfurter Stadion ist er für die kleinere Pool Session mit täglich 12.000 Besuchern sogar vor das Verwaltungsgericht gezogen. Breiter hatte zwar von der Stadt Frankfurt eine Genehmigung für das Event erhalten, diese war aber aus Veranstaltersicht an kaum erfüllbare Auflagen geknüpft.

Diese Einschränkungen sah das Verwaltungsgericht allerdings nicht durch das Eskalationskonzept des Landes Hessen ausreichend gedeckt, so dass die Organisatoren vor einer Woche eigentlich grünes Licht für die Pool Session mit einem Line up aus nationalen und internationalen Stars wie Nina Kraviz, Boris Brejcha, Monika Kruse, Sven Väth, Claptone, Andhim und Reinier Zonneveld erhalten hatten.

World Club Dome Pool Session: Stadt und Veranstalter einigen sich

Gegen diesen Beschluss hatte wiederum die Stadt Frankfurt Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingelegt: Das Gesundheitsamt forderte "eine Mindestgrundfläche pro tanzender Person sicherzustellen, wie es die Corona-Schutzverordnung des Landes Hessen zur Reduktion von Ansteckung vorgibt", hieß es in einer Stellungnahme. Bei einer Musikveranstaltung mit mehreren tausend Menschen sei durch die Enge zwischen den Teilnehmern mit einem hohen Ansteckungsrisiko unter den Besuchern zu rechnen, so das Gesundheitsamt.

Am Mittwoch einigten sich Veranstalter und Stadt Frankfurt auf einen Vergleich, der vom Senat des Verwaltungsgerichtshof vorgeschlagen wurde: Demnach darf die Zahl der Besucher, die keinen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen können, den Wert von 1.200 nicht übersteigen darf. Diese Personen erhalten nur mit einem Negativtest Zutritt zu der Veranstaltung. Zudem soll über die Steuerung des Einlasses vom Veranstalter sichergestellt werden, dass pro Besucher eine Fläche von mindestens vier Quadratmetern des Festival-Geländes zur Verfügung steht, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltunsgerichts.

Bernd Breiter: "Wir werden es auf jeden Fall durchziehen"

Bernd Breiter hatte sich von der Beschwerde im Vorfeld nicht irritieren lassen und sagte vor der Einigung im Interview mit der Redaktion: "Es ist nicht so, dass das Event deshalb jetzt auf der Kippe steht. Wir werden es auf jeden Fall durchziehen." Nach dem Kompromiss sagte er: „Wir sind glücklich über die Einigung, werden die Auflagen entsprechend umsetzen und freuen uns auf die Veranstaltung.“

Der Vorverkauf für die World Club Dome Pool Session vom 3. bis 5. September hat in den letzten Tagen noch einmal massiv angezogen: "Es kann sein, dass wir ausverkauft sind", sagt Breiter. Allerdings haben viele Leute im Vorfeld Fragen, weil das Anmelde-Procedere in der Tat sehr komplex ist. So werden die Nachweise für die 3G-Regel direkt an das personalisierte Ticket gekoppelt. Deshalb gab es am Mittwoch einen Vorverkaufsstopp für Leute mit PCR-Testung beziehungsweise am Donnerstag den kompletten Ticket-Verkaufsstopp. Dann müssen die Dokumente mit dem Test-, Impf- oder Genesenen-Nachweis als QR-Code oder PDF-Datei hochgeladen werden. Wenn das geprüft ist, wird das Ticket freigeschaltet.

Maskenpflicht bei World Club Dome Pool Session

Wer nicht geimpft oder genesen ist - laut einer Veranstalter-Umfrage im Vorfeld betrifft das hochgerechnet zehn bis 15 Prozent der Besucher - und eine Karte für mehrere Tage hat, muss sich am ersten WCD-Tag vor dem Haupteingang ein weiteres Mal testen lassen, damit der PCR-Test Gültigkeit für die nächsten Tage hat. Allerdings handelt es sich hier um einen Pool-Test. Dieser kostet nur 20 Euro, weil damit fünf Besucher gleichzeitig getestet werden. Sollte dieser positiv ausfallen, werden die fünf Personen kontaktiert und müssen sofort einzeln zum Nachtesten zur Station am Eingang kommen.

Weitere wichtige Regeln bei der World Club Dome Pool Session: Auf dem gesamten Festival-Gelände gilt eine Maskenpflicht, und es darf nur in ausgewiesenen Bereichen gegessen werden. "Wir erwarten vom Veranstalter, dass er alles unternimmt, um Ansteckungen zu verhindern, insbesondere die Negativnachweise gründlich prüft, die Maskenpflicht durchsetzt und das Hygiene-Konzept einhält", fordert Christina Benfer vom Gesundheitsamt Frankfurt.

"Zaghafte Planungen" für Winter Edition in Düsseldorf

"Ich bin der Letzte, der die Pandemie leugnet und ich weiß, dass das Coronavirus für schreckliche Schicksalsschläge sorgen kann. Aber ich kann die Verhältnismäßigkeit nicht mehr nachvollziehen – gerade mit Blick auf die Kultur, die nicht mehr aufs Abstellgleis geschoben werden darf, sondern ein Bestandteil der Gesellschaft ist", betont Breiter. Deshalb habe der Veranstalter ein ausführliches Hygiene-Konzept zusammen mit Virologen, Medizinern und Technikern erarbeitet. "Solche Events funktionieren ja in anderen Ländern und auch in anderen Bundesländern - wir müssen jetzt einfach Lösungen für die Zukunft finden und in allen Bereichen auch etwas Mut zeigen."

Für die Winter Edition des World Club Dome, die bereits zweimal in der Arena Düsseldorf stattgefunden, gibt es übrigens erste "zaghafte Planungen", verrät Breiter. So habe man bereits erste Vorgespräche mit den Stadion-Betreibern als auch mit Künstlern für das Event geführt.

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