Festivalsaison

Grüner feiern: Nachhaltigkeit im Festivalsommer – so geht’s

Laut, voll, bunt: Auch bei Festivals spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle.

Laut, voll, bunt: Auch bei Festivals spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle.

Foto: Thomas Frey / dpa

„Fridays for Future“ zeigt: Umweltliebhaber sind jung. Deshalb ist Nachhaltigkeit auch bei Festivals wichtig. Acht Tipps für das „grüne“ Feiern.

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Endlich startet die Festivalsaison wieder. Doch das große Feiern bedeutet neben tollen Erinnerungen oftmals auch großen Müll. Gerade junge Menschen engagieren sich derzeit für ein Umdenken der Gesellschaft, für ein „grüneres“ Leben. Wir haben acht Tipps gesammelt, mit der auch die schönsten Tage im Jahr nachhaltiger werden.

1. Alles startet mit der Anreise

Schon bevor der Spaß überhaupt losgeht, sollte man sich über die Anreise Gedanken machen. Natürlich ist das Auto bequem, aber die Fahrt mit Bus und Bahn bringt auch Vorteile mit sich: Busse der Festivals haben oftmals Vorrang auf dem Gelände – der Stau am Campingplatz bleibt einem also erspart. Auch das Thema Gepäck ist mittlerweile nicht mehr so groß, wie es einmal war: Bei den Festivals Rock am Ring und Rock im Park gibt es beispielsweise einen Lebensmittelladen, wo der Proviant komfortabel und zu normalen Preisen eingekauft werden kann. Zum Zelt kommen die Einkäufe übrigens mit eigens dafür gedachten Bollerwagen – kein Plastik, keine ausgehebelten Arme.

2. Aus Müll muss kein Berg werden

Die völlig verdreckten und vermüllten Zeltplätze sind seit Jahren Problem eines jeden Festivalgeländes. Doch die Veranstalter versuchen, dagegen anzugehen. Bei vielen Festivals gibt es Mülltüten bei der Ankunft, wer die Tüten an den Müllsammelstellen zurückbringt, bekommt sogar etwas Pfand. Wer auf Nummer sicher gehen will: Selbst Mülltüten mitbringen (die gibt es sogar als biologisch abbaubare Varianten).

3. Bunte Klamotten, Glitzer und Seifenblasen

Witzige Kostüme, Glitzer in Gesicht und Haaren und immer ein paar Seifenblasen dabei – bei Festivals darf es gerne mal etwas extravaganter zugehen. Doch meist landen die pfiffigen Kostüme nach dem Festival gleich im Müll. Deshalb: Einfach mal in Second-Hand-Läden stöbern. Auch Glitzer gibt es in der biologisch abbaubaren Variante und Seifenblasen ohne chemische Inhaltsstoffe.

4. Plastik, Plastik, Plastik

Besonders auf Festivals ist das verhasste Plastik eigentlich überall. Doch das muss gar nicht sein. Wie wäre es statt dem billigen Regenponcho mit einer richtigen Regenjacke? Auch Shampoos, Duschgel und Co. müssen nicht in Plastik verpackt sein; die gute alte Seife kann Abhilfe schaffen. Auch festes Shampoo in Seifenform gibt es mittlerweile fast überall zu kaufen. Die sind meistens biologisch abbaubar und voller guter Inhaltsstoffe. Spart übrigens auch richtig Platz im Rucksack.

5. Essen und Trinken

Klar, das eigene Keramikgeschirr mitzuschleppen ist nicht wirklich verlockend. Doch mit Tellern aus Emaille zum Wiederverwenden oder zumindest Einwegtellern aus Bambus fällt schon einmal weniger (schädlicher) Müll an. Damit kann man übrigens auch zu den Buden gehen und fragen, ob das Essen auf den selbst mitgebrachten Utensilien serviert werden kann. Und wenn das alles nicht klappt: Lieber Wraps oder Pizza essen, dann gibt’s zumindest keinen Besteck-Müll. Plastikflaschen müssen übrigens auch nicht sein: Glasflaschen können immer wieder mit Wasser (oder anderen Getränken) befüllt werden. Ansonsten gibt es faltbare Trinkflaschen, die ohne Bedenken mit auf das Festivalgelände genommen werden dürfen.

6. Es muss nicht immer neu sein

Gerade wer kein Festivaljunkie ist, hat selten eine komplette Ausrüstung mit Zelt, Schlafsack und Klappstuhl zur Hand. Bevor das gar nicht mal so günstige Equipment gekauft wird, einfach mal bei Freunden und Familien nachfragen. Vielleicht können sie Ausrüstung verleihen. Bleibt mehr Geld für Glitzer!

7. Nicht ohne mein Smartphone!

Auch am Festivalwochenende darf das Handy nicht fehlen, schließlich wollen all die schönen Momente festgehalten und direkt mit der Welt geteilt werden. Wer schon einmal campen war, weiß, dass das mit dem Strom gar nicht so einfach ist. Um sich Nerven bei der Suche nach einer Steckdose zu sparen, versucht es am besten einmal mit sogenannten Solar-Chargern. Das Gerät lädt mit Sonnenenergie und ist deshalb umweltfreundlich.

8. Liebe, Frieden und Harmonie

Vorbereitung ist zwar alles, aber: Auf einem Festival kommt es besonders auf Achtsamkeit an. Wer selbst keinen Müll von anderen wegräumen will, sollte sich ähnlich verhalten: Zigarettenstummel in den Mülleimer werfen und das Konfetti zu Hause lassen – sonst muss es jemand später mühevoll einzeln vom Boden klauben. Wo wir schon dabei sind: Stühle, leere Bierkästen und sogar ganze Zelte werden jedes Jahr achtlos zurückgelassen. Dabei ist die Lösung relativ einfach: Alles wieder mitnehmen. Wenn man die Sachen nicht mehr braucht, später verschenken oder spenden.

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