Tomorrowland

Tomorrowland 2017 - Polizei nahm 400.000 Ticket-Käufer unter die Lupe

Aus über 200 Ländern stammen die Besucher des Tomorrowland in Belgien. Foto: Veranstalter

Aus über 200 Ländern stammen die Besucher des Tomorrowland in Belgien. Foto: Veranstalter

Boom.  Die Sicherheit hat beim Elektro-Festival Tomorrowland oberste Priorität. Deshalb setzte die Polizei einen "digitalen Betonblock" - und sortierte 37 Personen aus.

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Wenn in Belgien die Pforten des Märchenlandes Tomorrowland öffnen, gleicht die Gemeinde Boom (17.700 Einwohner) einer Festung. Wer mit dem Auto zu dem Festival-Gelände in dem Freizeitpark De Schorre gelangen will, wird von den Ordnungskräften bereits an den Einfahrtstraßen abgefangen und zu großen Parkplätzen geleitet, die außerhalb von Boom liegen. Diese Praxis hat sich seit vielen Jahren bewährt, um ein Verkehrs-Chaos in den engen Straßen zu vermeiden.

In Zeiten des Terrors ist es für viele Besucher selbstverständlich als auch beruhigend, dass derartige Maßnahmen getroffen werden, um Gefahren-Potenziale wie bei den Anschlägen in Nizza und Berlin zu verhindern.

37 Ticket-Käufern wird der Zugang zu Tomorrowland verweigert

Die Polizei hat jetzt mithilfe einer landesweiten Datenbank alle 400.000 Ticket-Käufer für das Doppel-Wochenende von Tomorrowland überprüft. Der Sprecher der belgischen Polizei erklärte gegenüber der Zeitung De Standaard, dass ergänzend zu den physischen Barrieren nun auch digitale Betonblöcke aufbauen wolle.

So sollten potenzielle Gefährder herausgefiltert werden – in Belgien gilt derzeit die zweithöchste Terror-Warnstufe. Offenbar sind die Behörden auch fündig geworden. 38 Ticket-Käufern wird nach übereinstimmenden Medienberichten aus Belgien der Zugang ins Tomorrowland verweigert.

Polizei-Prüfung sei ein "gesunder Sicherheitsreflex"

Die Karten für das Event an den letzten beiden Juli-Wochenenden waren innerhalb von wenigen Minuten vergeben. Die Käufer der personalisierten Daten stammen aus über 200 Ländern. Die staatliche Datenschutzbehörde hat das Vorgehen der belgischen Polizei kritisiert. Allerdings wird in den AGB von Tomorrowland auf das Sammeln der Daten hingewiesen.

Einige der ausgeschlossenen Ticket-Verkäufer haben sich im Netz zu Wort gemeldet und protestieren gegen die Maßnahme. Für Belgiens Innenminister Jan Jarbon sei der Check durch die Polizei lediglich ein „gesunder Sicherheitsreflex" gewesen.

Das Festival Tomorrowland gilt weltweit als eines der beliebtesten Festivals für Elektronische Musik. Zum Line up gehören jedes Jahr die internationalen Stars der DJ-Szene wie David Guetta, Armin van Buuren, Tiesto, Afrojack, Dimitri Vegas & Like Mike sowie Axwell /\ Ingrosso.

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