Musik

Hans Liberg - Der Klavier-Clown

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Hagen. Er ist das Enfant terrible, der Clown der klassischen Musik. Seine Interpretationen von Mozart, Bach oder Beethoven sind so gewagt wie komisch. Darin liegt aber seit über 25 Jahren der Erfolg des Niederländers Hans Liberg. Ende Oktober spielt er in Nordrhein-Westfalen.

„Auf Prinz Bernhard”, sagt Hans Liberg und nimmt einen Schluck aus einer Blumenvase mit gelber Blume. Nicht nur, wenn es um die niederländische Krone - hier den verstorbenen Prinzgemahl von Ex-Königin Juliana - geht, zieht der Musik-Clown die Lacher auf seine Seite. „Wenn die Noten vom Klavier rutschen, ist es einfach witziger”, sagt der 55-Jährige - oder wenn er den Schlafenden mit Kopf auf den Klaviertasten spielt.

Musik immer mit Humor

„Wenn ich den Kühlschrank aufmache und das Licht geht an, dann lache ich einfach”, sagt Liberg über seinen Drang zum Lustigsein im Lichte der Scheinwerfer. „Ich wollte schon immer etwas mit Humor und Musik machen.” Bis sich Witz und Melodie aber so selbstverständlich, wie Hans Liberg es liebt, miteinander verbinden, vergehen Jahre.

Erste musikalische Berührungen hat Liberg mit dem Klavier seiner Großmutter, einer Deutschen aus Holzminden, die 1850 nach Amsterdam ausgewandert ist. Als Satiriker geboren, wird ihm die Gabe spät bewusst. Mit 18 Jahren beginnt er ein Musikstudium in Amsterdam, mit 22 wird er Musiklehrer. Der Durchbruch gelingt 1983. Bis dahin begleitet er Musiker am Piano und spielt Soul. 2008 feiert er sein 25-jähriges Bühnenjubiläum. In Deutschland wird er erst 1989 duch das Festival „Begegnung mit den Niederlanden” bekannt. Von Deutschland geht es in die weite Welt.

Am Anfang Texte auswenig gelernt

„Am Anfang habe ich die Texte auswendig gelernt”, gesteht Liberg. Erst die Erfahrung lässt Platz zu Improvisationen. Dabei sei ihm gerade das als Niederländer in die Wiege gelegt. „Wir improvisieren viel und üben eigentlich gar nicht.” Überraschungen soll das neue Programm „Das Beste” auch deshalb bieten, obwohl alte Nummern integriert sind. „Mein Lieblingsstück ist das Musikquiz.” Liberg spielt Stücke an und das Publikum rät. Das geht meistens schief.

Liberg setzt nicht auf den musisch-begabten Zuschauer, weigert sich gegen das Elitäre wie bei Andre´ Rieu, den er bis heute auf unverwechselbare Art nachahmt. Die Musik soll Lust auf Musik machen, Kinder inspirieren. Liberg erzählt Geschichten mittels der Musik. Er verbindet die Klassiker mit den Beatles, zeigt, warum das Wort Ole´ eigentlich von Allah kommt - und, dass die Zauberflöte nicht nur auf Niederländisch einen doppelten Sinn hat. Dass in seinem Nokia-Klingelton genauso viel Beethoven steckt, will er auch gewusst wissen. Liberg versteht sich als Musik-Pädagoge.

Typisch holländisch

2008 erhält er den Ritterorden, den höchsten Zivilorden in den Niederlanden. Trotz Internationalität ist Hans Liberg geerdet, wohnt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in der Nähe von Amsterdam. Der Brotaufschnitt seiner Wahl: Käse mit Marmelade - typisch holländisch eben.

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