Neues Live-Album

Loreena McKennitts Weltmusik-Schwelgereien

Loreena McKennitt bringt am 1. November eine Live-Doppel-CD heraus.

Loreena McKennitt bringt am 1. November eine Live-Doppel-CD heraus.

Foto: Didier Messens / RedfernsRedferns/Getty Images

Essen.  Loreena McKennitt, Ikone der Keltenmusik, hat in der Royal Albert Hall aufgespielt. Heraus kam eine Doppel-CD mit vielen schönen Schwelgereien.

Das Faszinierende an der Musik von Loreena McKennitt ist ihre Weltläufigkeit. Das Keltische mit seinem obligatorischen Instrumentarium bestehend aus Harfe, Dudelsack, Geige und Flöte bildet selbstredend die Basis. Aber die 62-Jährige ist mittlerweile keine reine Ikone dieses Genres mehr, sondern eher eine der Weltmusik.

Wer den Liedern der Kanadierin lauscht, hört leicht mal orientalische Einflüsse heraus, hier und da garniert sie die Songs mit Flamencosprengseln, dann taucht ein Klezmerschnipsel auf und sogar brachial Rockiges ist bisweilen im Portfolio zu entdecken. Und das alles getragen durch eine Stimme, deren Timbre man zwar nicht unbedingt mögen muss, die aber unter 1000 anderen sofort herauszuhören ist.

Live-Produktion mit exzellentem Sound

Einen prima Querschnitt dieser Stil-Melange, und das auch noch gesegnet mit einem für eine Live-Produktion exzellenten, transparenten und ausgewogenen Sound, bietet die Doppel-CD „Loreena McKennitt. Live At The Royal Albert Hall“ (Quinlan Road, erscheint am 1. November).

Es war keineswegs das erste Mal, dass McKennitt die Ehre zuteil wurde, in der legendären Londoner Konzerthalle aufzutreten. Im Jahr 1993, also vor fast drei Jahrzehnten, stand sie dort bereits einmal auf der Bühne. Damals war McKennitt allerdings im Vorprogramm für Mike Oldfield eingeteilt...

Diesmal ist sie die Hauptattraktion – und sie hat bei diesem Gastspiel vom März 2018 viele erfahrene und renommierte Kollegen im Schlepp, die den Auftritt veredeln: etwa der spanische Gitarrist Daniel Casares oder die Spanierin Ana Alcaide, die das hierzulande kaum bekannte Instrument Schlüsselfidel beherrscht.

Sängerisch voll im Saft

Allein solche Zutaten garantieren Höreindrücke, die nicht alltäglich sind. McKennitt präsentiert sich bei diesem Konzert sängerisch voll im Saft: wie immer leicht verhuscht natürlich, auch wegen der mystischen Texte, denen sich McKennitt im Laufe der Jahre zugewandt hat; aber souverän selbst bei brutalen Intervallen, die sie ihrer glockenklaren, hohen Stimme zumutet.

Man sollte natürlich eine gewisse Freude an der Wehmut dieser Musik mitbringen. Wer so gestrickt ist, wird seine Freude haben an einer schönen Schwelgerei wie „The Lady Of Shalott“ oder der traumschönen „Ballad Of The Foxhunter“.

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