Musik

Neuer Podcast: Promis und der „Soundtrack meines Lebens“

| Lesedauer: 5 Minuten
Musikjournalist Jan Schwarzkamp führt Gespräche mit Prominenten aus verschiedensten Bereichen.

Musikjournalist Jan Schwarzkamp führt Gespräche mit Prominenten aus verschiedensten Bereichen.

Foto: Privat

Essen.  Markus Kavka, Charly Hübner oder Katty Salié: Im neuen Podcast von und mit Jan Schwarzkamp sprechen Prominente über die Bedeutung von Musik.

Bevor Markus Kavka der Einstieg in die Medienbranche gelang, war er Missionar. Zumindest im übertragenen Sinne, mit 15, 16 Jahren. „Damals bin ich mit Tüten voller Platten in die Schule gegangen. Habe zu meinen Klassenkameraden gesagt, dass Foreigner und Genesis nicht gut sind und ihnen Bauhaus, The Cure und Joy Division hingelegt. In den meisten Fällen habe ich nur irritiertes Kopfschütteln geerntet.“

Ja, das Leben als jugendlicher Goth in den 80ern war des Öfteren von Missverständnissen geprägt. Gerade, wenn man wie Kavka in der christlich-konservativen Gemeinde Manching in Oberbayern aufwächst. Damals kassierte der spätere Viva (Zwei)- und MTV-Moderator für seine Leidenschaft nicht selten Schläge bei Dorffesten, heute kann er über die Geschichten von damals schmunzeln. Und erzählt sie nun ungeschönt im neuen Podcast „Der Soundtrack meines Lebens“.

„Der Soundtrack meines Lebens“: Eine neue Folge pro Woche

Durch die musikalischen Biografien in Interview-Form führt Jan Schwarzkamp, seines Zeichens Redakteur bei den Magazinen „Visions“ und „Mint“ (diese präsentieren den Podcast), sowie Radio-Moderator beim Berliner Sender Fritz. Musikstilistisch werden keine Grenzen gesetzt, sagt der Rockmusik-Experte (42): „Natürlich gibt es Themen, bei denen ich besser mitreden kann. Aber ich finde es auch spannend, mir mal erklären zu lassen, was das Besondere an Genre X ist und wie das die Persönlichkeit meiner Gäste beeinflusste“. Soviel sei schon mal verraten: Auch die Faszination für Boygroups und Girlie-Pop wird bald im Podcast besprochen.

In Folge eins schaut der heute 54-Jährige Kavka ausführlich auf seinen beruflichen Werdegang zurück. Zunächst war die Fernseh-Karriere gar nicht geplant. Stattdessen arbeitete er erst beim Radio und schrieb in den 90er-Jahren, mittlerweile eher harten Gitarrensounds zugewandt, unter anderem für den „Metal Hammer“: „Ich fand die Anonymität toll. Auf der Soundcheck-Seite mit den Plattenbewertungen war ein kleines Mini-Foto, aber man hat mich nicht mal bei den einschlägigen Konzerten erkannt. Da konnte ich auch ungestraft Verrisse und anderen Quatsch schreiben.“

Robert Stadlober: Von der Geige zur Gitarre

Neben Kavka plauderten in den bisher veröffentlichten Folgen die Schauspieler Charly Hübner und Robert Stadlober aus dem Nähkästchen. Erste intensivere Kontakte mit Musik machte Stadlober in Österreich auf der Waldorfschule, damals noch mit einer Geige. Als Teenie sattelte er auf die Gitarre um, ein erster großer Einfluss war ein damals wie heute populärer Kanadier: „Auf der 12-String eines Lehrers haben wir immer Lieder von Bryan Adams gespielt.“ Kurz darauf folgte mit zwei Kumpels die Gründung einer Band: „Wir waren sehr laut und sehr schlecht. Ich war im Stimmbruch und habe gesungen. Es war unerträglich, die Frequenzen zerreißen dir das Trommelfell.“

Leidenschaft für Nirvana

Des Weiteren spricht Stadlober, bekannt aus Filmen wie „Crazy“ und „Berlin am Meer“, über die Bedeutung von Nirvana, insbesondere über deren drittes und letztes Album: „,In Utero’ hat mein Leben in den Grundfesten erschüttert. Vorher waren Nirvana für mich schon cool, aber so auf einem Level mit Aerosmith.“ 2000 gründete Stadlober die Indie-Rockband Gary, mit der er drei (hörbare) Alben veröffentlichte.

Plattencover: Besondere Aufregungen um nackte Coverbilder
Plattencover- Besondere Aufregungen um nackte Coverbilder

Die Entwicklung von Charly Hübners Musikgeschmack fand wiederum unter ganz anderen Umständen statt. Schließlich verbrachte „Kommissar Bukow“, so seine bekannteste Rolle im Rostocker „Polizeiruf 110“, seine Kindheit und Jugend in der DDR. Trotzdem gelang es ihm, an „westliche“ Platten zu gelangen: „Ich hatte keine Freunde und Verwandte da, aber ich hatte Freunde, die dort Verwandte hatten.“ So verliebte sich Hübner in Bands der härteren Gangart, darunter Motörhead, Kreator oder Napalm Death.

Abwechslungsreiche Gastauswahl

Weitere Gespräche im Rahmen der Reihe folgen, unter anderem mit Komiker Simon Gosejohann, „Aspekte“-Moderatorin Katty Salié, Entertainer Tom Gaebel und Indie-Sängerin Mia Morgan. Die Gesprächspartnerinnen und -partner sucht Jan Schwarzkamp übrigens persönlich aus und lädt sie ein: „Die meisten Folgen nehmen wir tatsächlich bei mir im Wohnzimmer im Prenzlauer Berg auf.“

Natürlich gibt es hier und da mal Absagen, aber die Liste an Wunschgästen ist lang. „Toll wäre Claudia Roth als neue Staatsministerin für Kultur und frühere Managerin von Ton Steine Scherben. Aber auch an Bill Kaulitz oder Thomas Gottschalk hätte ich großes Interesse. Es soll eine möglichst breite Auswahl zusammenkommen.“ Der Anfang ist jedenfalls gemacht. Die erste Staffel mit zehn Episoden ist im Kasten, eine zweite soll zeitnah folgen. Und Musik, über die es zu sprechen lohnt, gibt es ohnehin genug.

Alle Folgen von „Der Soundtrack meines Lebens“ sind auf visions.podigee.io abrufbar.

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