Geburtstag

Peter Maffay - Seit 60 Jahren auf dem Weg zu sich selbst

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Hagen. Ungeliebt von der Kritik, als Schlagerfuzzi abgestempelt, von Rolling-Stones-Fans mit Tomaten beworfen - Peter Maffay hat es nicht immer leicht gehabt. Doch vor seinem 60. Geburstag am Sonntag surft er auf einer Welle der Zustimmung. Das liegt besonders an seiner Tabaluga-Kinderstiftung.

Klein gewachsen, mit markantem Leberfleck links über der Oberlippe, tiefer Stimme und rumänisch rollendem R - so kennt man den Mann, der am 30. August 1949 in Siebenbürgen als Peter Alexander Makkay zur Welt kam und als knapp 14-Jähriger mit seinen Eltern nach Deutschland ausreisen durfte. In Waldkraiburg am Inn besuchte er die Schule nicht so regelmäßig, wie es für einen Abschluss empfehlenswert gewesen wäre, sondern musizierte lieber mit seiner ersten Band „The Beat Boys”. 1968 begann er eine Lehre in München, konzentrierte sich aber weiter mehr auf die Musik. Mit einer Schulfreundin trat er regelmäßig auf einer Kleinkunstbühne auf. „Margit & Peter” hatten sich hatten sich Duos wie Esther und Abi Ofarim oder Cindy & Bert zum Vorbild genommen.

Und zumindest Peter hatte Glück. Michael Kunze, der später als Texter für Udo Jürgens und Peter Alexander und mit großen Musicals erfolgreich werden sollte, war damals als Talentsucher für die Plattenfirma Teldec unterwegs, war von der Stimme angetan und schrieb zusammen mit Peter Orloff (Musik) „Du”.

Mit Verzögerung

Der Erfolg kam mit ein paar Monaten Verzögerung, dann aber gewaltig. Im Juni 1970 landete die Schnulze auf Platz ein der Charts - vor „Cecilia”, „House of the rising sun” und „Let it be”. Dann kamen Bravo-Titelstorys, und Maffays Image - Kunze fand Makkay zu hart und osteuropäisch - stand. Dass der Motorrad-Freak lieber in Lederjacke rocken wollte, als in Dieter Thomas Hecks ZDF-Hitparade aufzutreten - das interessierte nicht. Ihn selbst auch erst in zweiter Linie. Schließlich wollte er vor allem Erfolg.

Doch der hielt nicht an. Maffay war ein Star, der immer weniger verkaufte. Er trennte sich von Kunze, wählte Image und Musik eine Nummer härter und schaffte 1975 mit der Coverversion „Josie” wieder einen Hit, der allerdings ebenso wie die 1976er Nachfolgenummer „Und es war Sommer” nicht richtig weit weg war vom Schlager. Aber eine Strophe wie „Ich war 16 und sie 31” konnte damals noch mediale Aufregung erzeugen.

Gegen Ende der 70er hatte sich Peter Maffay zwischen Udo Lindenberg und Udo Jürgens sein eigenes Publikum erspielt, eine solide Band, teils von Lindenberg abgeworben, um sich geschart und räumte mit Alben wie „Steppenwolf” und „Revanche” ab.

Tiefpunkt der Karriere

Auf letzterem fand sich 1980 wieder ein erfolgreiches Cover-Stück: „Über sieben Brücken musst du gehen”, ein Hit der DDR-Band „Karat”. Nur kam der 1982 nicht so gut an, als Maffay bei der Deutschlandtournee der „Stones” als Vorgruppe zu hören war. Pfiffe, Hohn und Wurfgegenstände erreichten die Bühne - der Tiefpunkt der Karriere.

Das ist auch schon lange her. Inzwischen hat Maffay mit Musikgrößen aus aller Welt gespielt, die Märchenreihe „Tabaluga” mit vier Alben und einem Musical ins Leben gerufen und durch seine Stiftungen für traumatisierte Kinder viel Anerkennung erfahren. Er ist zum vierten Mal verheiratet und lebt mit Frau und Kind auf einer Finca in Mallorca. Und rechtzeitig zum Geburtstag ist eine Autobiografie erschienen, die er mit dem Journalisten Edmund Hartsch verfasst hat. „Maffay - Auf dem Weg zu mir” (Bertelsmann, 415 Seiten, 24,95 Euro) ist durchaus mehr als ein Fanbuch, gibt Einblicke in 40 Jahre deutscher Musikgeschichte, verrät aber eines nicht: Wie klein ist Maffay/Makkay eigentlich? „Knapp unter 1,70” heißt es nur. Aber wie knapp ist eigentlich knapp?

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