Parookaville

Wie Cosmic Gate und Parookaville in Las Vegas zusammenfanden

Das Trance-Duo Cosmic Gate feierte Premiere bei Parookaville in Weeze.

Das Trance-Duo Cosmic Gate feierte Premiere bei Parookaville in Weeze.

Foto: HO

Weeze.  15 Jahre und eine Party in Las Vegas brauchte es, bis sich Claus Terhoeven von Cosmic Gate und Parookaville-Mitorganistor Bernd Dicks wiedertrafen.

Es begab sich vor einigen Wochen auf einer fröhlichen Party in Las Vegas. Während das „Cosmic Gate“-Duo Claus Terhoeven und Stefan „Bossi“ Bossems beim Auftritt der niederländischen EDM-Stars W&W hinter der Bühne feierte, kam ein Booker und stellte spontan „die anderen Deutschen“ vor: „Das ist der Bernd, der macht Parookaville“. Terhoeven musterte ihn kurz: „Ich schaute in sein Gesicht und denke, den kenn‘ ich doch. Der hat in der Gelderner Disco E-Dry früher die Gläser abgeräumt, als ich dort noch DJ war.“

Trance-Premiere bei Parookaville mit Cosmic Gate war ein Erfolg

„Genauso war’s. Wir haben 15 Jahre und einen Trip nach Las Vegas gebraucht, um uns wieder zu treffen“, sagt Bernd Dicks lachend. Jetzt sitzen Dicks und Cosmic Gate backstage bei Parookaville zusammen und müssen noch immer schmunzeln, wenn sie an das Wiedersehen denken: „Und dann haben wir eine extrem gute Nacht beim Festival Electric Daisy Carnival in Las Vegas verbracht – zum Glück hatte er uns schon vorher gebucht“, erzählt Terhoeven grinsend.

Die Fortsetzung folgte jetzt in Parookaville. Für Mit-Organisator Dicks war die Premiere einer Trance-Bühne ein Experiment – aber eines das ihm sehr am Herzen lag. „Es ist richtig gut gelaufen“, freut sich Dicks. Besonders voll war es an dem Festival-Sonntag bei den Headlinern Above & Beyond und bei Cosmic Gate. Die vom Niederrhein stammenden Terhoeven und Bossems nutzten dabei den Heimvorteil, so dass viele Besucher explizit die Trance-Area für deren Auftritt ansteuerten. Mit großem Jubel wurde Cosmic Gate begrüßt und legte daraufhin ein abwechslungsreiches DJ-Set mit einigen neuen Liedern und Remixen hin.

Auftritt bei Parookaville hat Erwartungen von Cosmic Gate übertroffen

Noch euphorisiert von dem warmen Empfang gaben sie der Redaktion nach ihrer Parookaville-Premiere ein Interview:

Da habt ihr Euch aber einiges einfallen lassen für Euer DJ-Set bei Parookaville…?

Terhoeven: „Na ja,… wenn wir ehrlich sind, hatten wir für heute nichts vorbereitet und die Tracks völlig spontan ausgewählt. Wir haben ja zum ersten Mal hier gespielt und wussten nicht, was uns erwartet. Da haben wir einfach geschaut, worauf das Publikum reagiert und haben Song für Song gespielt – und das funktionierte richtig gut…“.

Wie hat sich die Parookaville-Premiere angefühlt?

Bossi: „Sehr familiär! Claus ist 20 Minuten von hier aufgewachsen, ich 45. Das war schon super schön hier zu spielen.“

Terhoeven: „Heftig fand ich es. Wir hatten gehofft und gehört, dass Parookaville klasse ist. Als wir angefangen haben, war die Reaktion gut. Dann wurde es immer intensiver. Das hat unsere Erwartung noch einmal übertroffen.“

Bossi: „Die Halle ist groß und trotzdem entsteht eine persönliche Atmosphäre mit den Besuchern.

Terhoeven: Bei manchen Partys bist du so weit entfernt, dass Du nicht mehr die Gesichter in den ersten Reihen erkennen kannst – hier kannst Du die direkten Reaktionen auf die Musik sehen.“

Bossi sieht Parookaville vor "internationalem Boom"

Habt Ihr während des Auftritts viele Bekannte aus früheren Tagen entdeckt?

Bossi: „Gar nicht unbedingt – erst später kamen noch viele zu uns, die Claus aus der E-Dry in Geldern oder mich aus dem Glaspalast in Dinslaken kannten. Dafür haben wir viele Australier, Asiaten und Fans aus Kuala Lumpur gesehen. Die Party bekommt jetzt einen internationalen Boom. Eine bekannte Veranstalterin aus Kuala Lumpur sagte mir, dass sie lieber nach Parookaville gefahren ist als ins Tomorrowland nach Belgien, wo wir am Mittag noch auf der Mainstage aufgelegt hatten. Dem kann ich nur zustimmen.“

Seht Ihr eine Zukunft für Trance bei deutschen Festivals?

Bossi: Ja, auf jeden Fall. Ich lebe in Las Vegas und habe selbst dort festgestellt, dass die Leute ein bisschen müde vom immer gleichen Sound und Mainstream. Die Tendenz geht dahin, dass man auf größeren Partys und Festivals wieder etwas cooler spielen.

Terhoeven: „Die Leute wollen nicht mehr nur das hören, was sowieso jeden Tag im Radio läuft, sondern mehr was sie wirklich mögen.“

Wie steht Ihr zu so einem Show-Konzept wie in Parookaville?

Bossi: „Das gehört alles zusammen heutzutage. Nur DJ zu sein, der auf seinen Player schaut und nicht mit seinem Publikum kommuniziert, das geht einfach kaum noch. Trotzdem machen wir noch ein richtiges DJ-Ding – so wie jetzt bei Parookaville.“

Grammy-Nominierung war Höhepunkt für Cosmic Gate

Ihr wart für den Song „The Only Road“ für einen Grammy nominiert – wart Ihr enttäuscht, dass ihr am Ende nicht gewonnen habt?

Terhoeven: „Die Nominierung war schon alles für uns. Damit hätten wir nie gerechnet. Und anfangs hatten wir überhaupt nicht darüber gedacht, ob wir den Grammy am Ende sogar gewinnen könnten. Allerdings haben uns vorher noch ein paar Freunde verrückt gemacht und gefragt, ob wir denn eine Rede vorbereitet hätten. Das wurde immer mehr und am Ende haben wir uns auf dem Flug dorthin doch mal ein paar Gedanken gemacht. Am Ende sind wir aber einfach nur darein gegangen und haben es genossen.“

Und in Eurer Vita steht jetzt „Grammy-Nominierung“…

Bossi: „Ist auf jeden Fall mehr wert als einen Platz in den Top 100 des DJ Mag…“ (lacht)

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