Kirchentag

So präsentiert sich Südwestfalen beim Kirchentag in Dortmund

Kathrin Risken, Regina Blöink und Udo Sedlaczek (von links) von der Arnsberger Diakonie Ruhr-Hellwig beim „herzlichen“ Eiskratzen an ihrem Stand.

Kathrin Risken, Regina Blöink und Udo Sedlaczek (von links) von der Arnsberger Diakonie Ruhr-Hellwig beim „herzlichen“ Eiskratzen an ihrem Stand.

Foto: Andreas Thiemann

Dortmund.   Musik, Mobiles und „Eiskratzen für die Menschlichkeit“ - so präsentiert sich Südwestfalen auf dem Markt der Möglichkeiten des Kirchentags.

Traditionell ist beim Kirchentag der „Markt der Möglichkeiten“ ein kunterbuntes Schaufenster voller Ideen und Initiativen. In mehreren Messehallen präsentieren sich in Dortmund dieses Mal annähernd 750 Vereine, Institutionen und Gruppen aus ganz Deutschland mit ihrem jeweiligen christlich-gesellschaftlichen Engagement.

Nicht zuletzt wegen der räumlichen Nähe sind natürlich Einrichtungen aus Südwestfalen in diesem Jahr besonders stark vertreten. Wir haben bei einigen von ihnen vorbeigeschaut.

Mit einem wuchtigen Eisklotz macht beispielsweise die Diakonie Ruhr-Hellwig aus Arnsberg auf sich aufmerksam. „Eiskratzen für die Menschlichkeit“, lautet hier die Aufforderung an die Kirchentagsbesucher, und wenn am Ende des Tages genügend gekratzt und getaut ist (die Kratzer können übrigens nach getaner Tat als Andenken mit nach Hause genommen werden), dann kommt in der Mitte ein rotes Herz zum Vorschein.

„Jeden Tag bringen wir einen neuen Block aus dem Kühlhaus des Arnsberger Seniorenheims „Zum guten Hirten mit“, erklärt Diakonie-Mitarbeiter Udo Sedlaczek und ergänzt: „Wir wollen mit unserer Mitmach-Aktion gegen eingefrorene Herzen ankratzen und somit symbolisch Aufmerksamkeit für den Nächsten und den Klimaschutz wecken.“

Kleine Holzkreuze verziert

Auch die Ev. Stiftung Volmarstein hat sich einiges für ihren Stand einfallen lassen: Mit einem Hand-Bike kann man virtuell über die Alpen radeln und dabei seine Geschwindigkeit und Ausdauer messen.

Linolschnitte mit dem Kirchentagslogo „Was für ein Vertrauen“ werden produziert und verschiedene technische Hilfsmittel für Menschen mit Behinderung praktisch vorgeführt. Dazu können kleine Holzkreuze verziert werden, oder man übt sich geschmeidig auf einem Balance-Board.

Drei Klinikclowns

Ebenfalls aus Wetter und zum ersten Mal bei einem Kirchentag dabei ist eine ansteckend fröhliche Gruppe von drei Klinikclowns, die sonst auf Kinderstationen, in Hospizen, Gerontopsychiatrien oder Seniorenheimen für heitere Abwechslung und Momente unbeschwerter Freude sorgen.

Lena Vollmers und Regina Wagner vom Olper Kinderhospiz-Verein werben an ihrem Stand mit selbstgebastelten Mobiles für die gute Sache. „Wir haben Gäste, Freunde und Kollegen nach ihren Reaktionen auf das Kirchentagsmotto befragt und die schönsten Antworten auf kleine Aufhänger gedruckt“, so Lena Vollmers.

Auf der Info-Insel des Kirchenkreises Iserlohn stimmt derweil die inklusive Band „Workers Delight“ von den Iserlohner Werkstätten ein paar flotte Töne an, um für das erfolgreiche Projekt „Barrierefreier Kirchenkreis“ zu werben. Dabei geht es darum, vor allem ältere Menschen, Behinderte oder auch Kirchenferne anzusprechen und zu ermuntern.

„Luthers Waschsalon“

Die Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein wiederum haben kleine Holzhäuser im Fachwerkstil in einer Messehalle aufgebaut, um darin ihre vielfältigen diakonischen Aufgaben exemplarisch und unmittelbar anschaulich zu präsentieren.

Mit „Luthers Waschsalon“ und der seit 1901 in Hagen tätigen Bahnhofsmission ist die Diakonie Mark-Ruhr vertreten. „Wir wollen feste Mitarbeiter und auch Ehrenamtliche für unsere Arbeit anwerben“, sagt Ilona Ladwig-Henning und betont die besondere Wertschätzung jedes einzelnen Menschen, die bei der diakonischen Tätigkeit im Mittelpunkt stehen soll.

„Tankstelle für die Seele

Als „Tankstelle für die Seele“ hat Prof. Dr. Julia Helmke, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, das Protestanten-Treffen in Dortmund bezeichnet. Der überaus lebendige und hoffnungsvoll vielfältige „Markt der Möglichkeiten“ wird dieser Einschätzung jedenfalls in vollem Umfang gerecht.

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