Auszeichnung

Staatspreis von Nordrhein-Westfalen geht an Navid Kermani

Der NRW-Staatspreis geht an Navid Kermani.

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Der NRW-Staatspreis geht an Navid Kermani. Foto: dpa

Düsseldorf.  Der diesjährige NRW-Staatspreis geht an den in Siegen geborenen Schriftsteller Navid Kermani. Die Verleihung ist im November in Köln.

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Der Schriftsteller Navid Kermani (49) erhält den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Das teilte die Staatskanzlei am Freitag in Düsseldorf mit. "Navid Kermani ist einer der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart", begründete Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Entscheidung.

Seine zahlreichen Publikationen und viel beachteten Reden dienten dem Zusammenhalt der Gesellschaft. "Er baut Brücken in der durch Zuwanderung vielfältig gewordenen Gesellschaft und lehrt sie den respektvollen und wertschätzenden Umgang mit vielfältigen Ansichten, Überzeugungen und Lebensweisen", sagte Laschet laut Mitteilung.

Kermani reist als Reporter immer wieder in Kriegs- und Krisengebiete

Der in Siegen geborene Sohn iranischer Einwanderer soll die Auszeichnung am 27. November - seinem 50. Geburtstag - in Köln erhalten. Der 1986 gestiftete Staatspreis ist die höchste Auszeichnung des Landes. Kermani ist der 55. Preisträger.Kermani ist sowohl Sachbuch- als auch Roman- und Kinderbuchautor, zudem habilitierter Orientalist, Regisseur und Dramaturg.

Als Reporter reist er immer wieder in Kriegs- und Krisengebiete. Sein Opus Magnum ist das 1200-Seiten-Werk "Dein Name", eine Mischung aus Tagebuch, Erzählung und Gesellschaftsanalyse.In den letzten Jahren wurde Kermani mit Preisen geradezu überhäuft.

Staatspreis ist nicht Kermanis erster Preis

Er erhielt unter anderem den Joseph-Breitbach-Preis, den Heinrich-von-Kleist-Preis und 2015 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Begeisterung und Protest zugleich löste Kermani aus, als er 2014 im Bundestag in einer Rede zum Thema 65 Jahre Grundgesetz für die Aufnahme von mehr Flüchtlingen warb - was ein Jahr später wahr werden sollte.

Scharf kritisierte er die Einschränkung des Asylrechts durch die 1993 vorgenommene Grundgesetzänderung: "Wir können das Grundgesetz nicht feiern, ohne an die Verstümmelungen zu erinnern, die ihm hier und dort zugefügt worden sind." (dpa)

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