Kinderbuch

Trauer um Max Kruse – den Vater von „Urmel aus dem Eis“

Auch noch im hohen Alter schrieb Max Kruse für Kinder und Erwachsene.

Auch noch im hohen Alter schrieb Max Kruse für Kinder und Erwachsene.

Foto: picture alliance / dpa

Essen.   Max Kruse schrieb herzenswarme und humorvolle Abenteuer wie „Urmel aus dem Eis“. Am 4. September starb nun der große deutsche Kinderbuchautor.

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Als Junge war er zu schwächlich für die Schule, die meiste Zeit musste er im Bett liegen. Die Geschichten über Indianer und Cowboys schenkten ihm Geborgenheit. So wie er später als Erwachsener mit seinen fantasievollen Büchern über das kleine Urzeittier „Urmel aus dem Eis“ viele Herzen wärmte. Max Kruse starb, wie jetzt bekannt wurde, am Freitag, 4. September, im Alter von 93 Jahren. Er war einer der größten deutschen Kinderbuchautoren.

Am 19. November 1921 kam er zur Welt, als Sohn des Bildhauers Max Kruse und dessen Frau Käthe Kruse – ihre Puppen machten sie weltbekannt. Seine Beziehung zur berühmten Mutter war sehr eng. Sie teilte mit ihm, dem Nesthäkchen der neunköpfigen Familie, die Liebe zum Schreiben: „Wir beide, mein Herzblatt, gehören zu den Leuten, die nur mit der Feder in der Hand denken können“, ließ sie ihn wissen, als er noch ein kleiner Junge war.

Zeit seines Lebens brauchte Max Kruse einen Stift, die Schreibmaschine oder zuletzt den Computer, um Gedanken in Worte zu verwandeln. „Offenbar ist bei mir die Verbindung zwischen Kopf und Zunge gestört, die bei vielen anderen Menschen so spielend funktioniert“, schrieb er in seiner bewegenden Biografie „Im Wandel der Zeit“.

Mehr als 50 Bücher tragen seinen Namen, „Der Löwe ist los“ war 1952 sein erstes Kinderbuch. Weltweit sind seine zeitlos schönen Klassiker bekannt. Zu Stars wurden sie in der Augsburger Puppenkiste. Bei der lange geführten Debatte über rassistisch anmutende Wörter in Kinderbüchern sagte Kruse in seiner besonnenen Art: „Ich habe selbst schon vor vielen Jahren, als dies noch keine so lebhafte Diskussion war, derartige Änderungen genehmigt. Wir sind alle keine Götter und daher nicht unfehlbar.“

Das 12. Urmel-Abenteuer

Der Vater von zwei Kindern (der Sohn verunglückte in den 60er-Jahren tödlich) lebte zuletzt im oberbayerischen Penzberg. Max Kruse schrieb auch im hohen Alter noch tröstende Bücher mit Humor und Herzenswärme. Das zwölfte und letzte Abenteuer über das Wesen mit der vorlauten Nilpferdschnauze erschien vor zwei Jahren: „Urmel saust durch die Zeit“.

Verstärkt richtete sich Max Kruse auch an erwachsene Leser. Im „Silbernen Einhorn“ widmete sich der studierte Philosoph etwa den großen Fragen des Lebens. Zu seinem 90. Geburtstag sagte er in einem Interview : „Ohne zu schreiben, könnte ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen. Ich denke, dann wäre es zu Ende.“

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