Kleinkunst

Bei „Kunst gegen Bares“ klingelt für Künstler die Kasse

Die Kleinkunstshow „Kunst gegen Bares" ist nach der Corona-Zwangspause wieder in Düsseldorf gestartet. Am Ende füllt das Publikum das Sparschwein des Lieblingskünstlers.

Die Kleinkunstshow „Kunst gegen Bares" ist nach der Corona-Zwangspause wieder in Düsseldorf gestartet. Am Ende füllt das Publikum das Sparschwein des Lieblingskünstlers.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Düsseldorf.  In einem Düsseldorfer Biergarten entscheiden die Zuschauer, wie viel ihnen Musiker oder Comedians wert sind.

Sanft weht der Wind durch die Kronen der vier Linden, die dem Biergarten in Düsseldorf zu seinem Namen verhalfen. Unter dem sich wiegenden Blätterdach haben an diesem Abend Kulturhungrige Platz genommen. Sie suchen das schnelle Vergnügen. Denn: Länger als zehn Minuten steht bei der Kleinkunstshow „Kunst gegen Bares“ keiner auf der Bühne. Egal ob Musiker, Zauberer, Poetry-Slammer oder Comedian – wer das Publikum in der kurzen Zeit von sich überzeugen kann, bei dem klingelt am Ende die Kasse.

Und zwar wortwörtlich. Auf der Bühne stehen nämlich nicht nur die Künstler, sondern auch eine Reihe von Sparschweinen. Am Ende füttert das Publikum das hungrige Schweinchen des Lieblingskünstlers. Wer das meiste Geld in der Kasse hat, gewinnt den Titel „Kapitalistenschwein der Woche“ und natürlich den Inhalt des Schweinchens.

Großes Stammpublikum bei „Kunst gegen Bares“

„Die Menschen können selbst entscheiden, wie viel ihnen die Kunst wert ist. In Zeiten, in denen Kunst oft subventioniert wird, können allerdings nur wenige den eigentlichen Wert einschätzen“, erklärt Gerd Buurmann, der 2007 das Format erfunden hat. „Mit Kunst gegen Bares wollte ich das ändern. Das Konzept ist mittlerweile in ganz Europa erfolgreich.“

Während der 44-jährige Buurmann bei der Kölner Ausgabe die Zügel in der Hand hält, ist es in Düsseldorf Alexander Franck. Mit einer Maske über Mund und Nase sitzt er auf einem Barhocker am Eingang des Biergartens, begrüßt die Besucher, verkauft Eintrittskarten und kon­trolliert coronabedingte Reservierungen. Nach wenigen Minuten bildet sich eine Schlange vor ihm – der Andrang ist groß. „Viele gehören zum Stammpublikum“, erzählt der 41-Jährige.

Abwechslung auf der Bühne

Langweilig wird’s für Wiederholungstäter im Kleinod an der Mitsubishi Electric Halle dennoch nicht. „Kein Abend ist gleich. Es ist immer Rock’n’Roll in der Kiste“, erklärt Alexander Franck. Er muss es wissen, denn auf seinem Tisch landen die Bewerbungen der Künstler. „Auch wenn es das Prinzip einer offene Bühne ist, filtern wir vorher etwas“, verrät er. Ausgesucht wird nach dem Motto: Hauptsache, es kommt keine Langeweile auf. „Ich gucke, dass der Abend unterhaltsam wird. Manchmal entdecke ich dabei auch den einen oder anderen tollen Nachwuchskünstler“, so Alexander Franck.

In diese Kategorie dürfte Clara Krum fallen, die sich mit ihrer Gitarre neben der kleinen Bühne bereit macht. Noch einmal den Mund- und Nasenschutz zurechtzuppeln, dann bahnt sie sich den Weg am Publikum vorbei, hinauf zum frisch-desinfizierten Mikrofonständer. Erst jetzt wandert ihre Maske wieder in die Tasche. Ein Corona-Hygienekonzept gibt es natürlich auch unter den vier Linden. Mitgebracht hat die Singer/Songwriterin an diesem Abend eine sanfte Stimme und eigene Stücke. Zwei davon schafft sie gerade mal, dann ist die Zeit um und sie muss die Gitarre wieder einpacken. Comedian David Grashoff scharrt schon mit den Hufen. Schön war’s trotzdem.

Die Infos zur Show:

Termin:bis 2.9. jew. mittwochs, 20 Uhr, im Biergarten „Vier Linden“, Siegburger Str. 25, Düsseldorf. Eintritt: 7 €. Besucher sollten sich vorab online registrieren. Infos: www.vierlinden-openair.de

Außer in Düsseldorf gibt es das Konzept u.a. in Netphen (facebook.com/kgbnetphen/) und Gelsenkirchen (www.facebook.com/KgB.GE/).

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