Musik

Oomph! und Die Krupps: Electro-Metal-Legenden auf Tour

Auch nach fast 40 Jahren noch voller Tatendrang: Krupps-Frontmann Jürgen Engler.

Auch nach fast 40 Jahren noch voller Tatendrang: Krupps-Frontmann Jürgen Engler.

Foto: Frank Hoensch / Redferns

Essen.  Oomph! und Die Krupps gehören zu den Pionieren des elektronisch verstärkten Metal. Bald spielen die Urgesteine wieder Konzerte in der Region.

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Es ist wie ein Fluch: Gründet man eine Band, die deutsche Texte, deftige Metal-Riffs und flirrende Synthesizer-Klänge mischt, schreien Zuhörer und Kritiker ganz laut: „Die klingen ja wie Rammstein.“ Zu erschlagend ist im Vergleich der Bekanntheitsgrad des weltweit erfolgreichen Sextetts aus Berlin, zu prägend sind die Bilder von skandalösen Musikvideos und den von massig Pyrotechnik geprägten Live-Konzerten in den Köpfen verankert.

Dabei waren es Rammstein selbst, die bei ihrer Zusammenkunft 1994 kräftig im Kollegenkreis abkupferten. Nicht nur bei international agierenden Acts wie Ministry, Laibach oder KMFDM, sondern allen voran bei drei jungen Herren aus Niedersachsen. Oomph! starteten Anfang der 90er in der alternativen Szene richtig durch. Zunächst mit einem fast vollelektronischen, titellosen Debütalbum, dann folgte 1994 das Album „Sperm“, das eine neue Musikrichtung begründete: Neue Deutsche Härte. Songs wie „Feiert das Kreuz“ und „Sex“ wurden mit ihrem innovativen, so harten wie tanzbaren Sounds zum Kult – und machten Rammstein zu Fans. „Die waren bei uns auf den Konzerten und haben ihre ersten Demos bei uns abgeliefert“, erinnert sich Gitarrist Rene „Flux“ Bachmann.

Ein Jahr später brachten Rammstein ihr Debütalbum „Herzeleid“ auf den Markt – der Rest ist Geschichte. Während Till Lindemann & Co. zu Superstars avancierten, dauerte es bei Oomph! noch ein ganzes Jahrzehnt, bis sich mit den Singles „Augen Auf“ und „Gott ist ein Popstar“ endlich der große kommerzielle Erfolg einstellte.

Oomph!: Mit Nummer-eins-Album auf Tour

Mittlerweile sind Flux, der zweite Gitarrist Crap und Sänger Dero wieder in kleineren Clubs angekommen. Mit der aktuellen Platte „Ritual“, die es in den Charts sogar auf die Spitzenposition schaffte, gehen Oomph! im Februar auf Tournee. Zwei Termine in der Region stehen an, neben der Olper Stadthalle dürfte auch die Krefelder Kulturfabrik voll werden.

Letztere bleibt für eine andere Electro-Metal-Kultband auf immer untrennbar mit der eigenen Geschichte verbunden. So spielten Die Krupps 1981 eines ihrer ersten Konzerte an Ort und Stelle. Nach einigen Experimenten mit lärmigem Industrial, Minimal-Electro und Neuer Deutscher Welle fanden die Düsseldorfer um Sänger Jürgen Engler (nebenbei als Gitarrist bei den deutschen Punk-Legenden Male tätig) Anfang der 90er-Jahre ebenfalls ihre Freude an der Verschmelzung von Synthies mit tiefgestimmten Riffs.

Neue Krupps-LP ab 15. November

Ganz nach Lust und Laune mal elektronischer, mal metallischer geprägt, sind die Alben, die Die Krupps seit jeher immer wieder veröffentlichen. Und Nummer zehn steht in den Startlöchern: Für „Vision 2020 Vision“, das ab dem 15. November in den Läden steht, haben „wir uns bei allem bedient, was wir schon mal gemacht haben, alle Ingredienzen aus der Bandhistorie verwertet. Es gibt auf jeden Fall auf die Fresse“, kündigte Jürgen Engler gegenüber dem Magazin „Sonic Seducer“ an.

Nur wenige Tage später startet die dazugehörige Deutschland-Tournee. Auf ein Heimspiel in der Landeshauptstadt verzichten Die Krupps diesmal, dafür stehen Oberhausen und Siegen auf dem Tourplan. Wie immer dabei: das „Stahlofon“ als Percussion-Instrument, ein riesiges Xylofon mit Stahlrohren. Zumindest das gibt’s bei Rammstein garantiert nicht zu hören ...

>>>INFO: Oomph! und Die Krupps auf Tour

Oomph! auf „Ritual“-Tour: 28.2. Olpe (Stadthalle), 29.2. Krefeld (Kulturfabrik). Karten ab ca. 36 €.

Die Krupps auf „Vision 2020 Vision“-Tour: 21.11. Oberhausen (Kulttempel, ca. 36 €), 29.11. Siegen (Vortex, ca. 30€).

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