Ausstellung

Neanderthal: Antike trifft Eiszeit

Gladiatoren Neanderthalmuseum

Gladiatoren Neanderthalmuseum

Foto: Neanderthalmuseum

Mettmann.  Das Neanderthal-Museum präsentiert im November die Sonderausstellung „Gladiatoren – Helden der Arena“

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In der sozialen Rangordnung standen sie noch unter den Sklaven, und doch wurden viele von ihnen wie Popstars verehrt: Gladiatoren begeisterten nicht nur die alten Römer, auch auf die Nachwelt üben sie bis heute eine große Faszination aus. Die Helden aus den Arenen der Cäsaren hatten zwar einen lebensgefährlichen Job, aber auch eine große Anhängerschar – davon zeugen unter anderem Fan-Graffiti, die man auf den Wänden der untergegangenen Stadt Pompeji fand. Selbst freie Bürger heuerten schließlich als Gladiatoren an, und sogar der berüchtigte Kaiser Commodus ließ sich in der Arena feiern – man darf freilich davon ausgehen, dass es bei seinen Kämpfen nicht unbedingt hundertprozentig fair zuging.

Von den Mumien zu den Gladiatoren

Den legendären Berufskämpfern des Imperiums widmet das Neanderthal-Museum in Mettmann nun eine Sonderausstellung unter dem Titel „Gladiatoren – Helden der Arena“, die ab Mitte November zu sehen ist.

Das mag durchaus überraschen, bringt man die römische Antike doch so gar nicht mit der Welt des Neandertalers in Verbindung. Kuratorin Carina Bammesberger jedoch erklärt: „Zunächst einmal sind wir ja ein archäologisches Museum, und Gladiatoren stammen zwar nicht aus der Epoche der Neandertalers, sind aber ein archäologisches Themengebiet.“ Mit der Schau „Mumien – Reise in die Unsterblichkeit“, die vor einigen Jahren den Glanz des alten Ägyptens im Haus widerspiegelte, habe man zudem bereits gute Erfahrungen gemacht.

Und die Kuratorin hat auch noch eine persönliche Beziehung zum antiken Sujet: „Ich bin ja klassische Archäologin, habe zu Griechen und Römern studiert – von daher passt es gut, dass ich das übernehmen konnte.“

Kampf mit Netz und Dreizack

Ursprünglich konzipiert wurde die Ausstellung in Italien, unter dem Titel „Gladiatoren – Helden des Kolosseums“ tourte sie bereits einige Jahre durch Europa und war etwa im niederländischen Nijmegen zu sehen. In verkleinerter Form kommt sie nun – nach einer Station in Schweden – nach Mettmann.

Zu sehen sind etwa Ausrüstung und Waffen der wichtigesten Gladiatoren-Typen – etwa des ungewöhnlichen Retiarius, der mit einem Netz und einem Dreizack kämpfte. Aber auch ein klassischer Legionär in seiner Uniform nicht fehlen darf nicht fehlen. Die gezeigten Exponate sind allerdings keine Originale, sondern Repliken. „Zusätzlich zeigen wir 3D-Modelle, unter anderem von einer Gladiatorenschule und dem Kolosseum“, so Carina Bammesberger. „An einer interaktiven Station kann man sogar einen virtuellen Rundgang durchs Kolosseum machen.“

Das Wahrzeichen Roms war nicht nur die größte Arena der Antike, sondern ist bis heute das größte Amphitheater der Welt. Hier wurden – nach Flutung – ganze Seeschlachten nachgestellt, Tierhetzen und natürlich auch zahllose Gladiatorenkämpfe veranstaltet. Dass der Name des architektonischen Wunderwerks auf seine Ausmaße zurückgeht, ist übrigens ein Irrglaube. Vielmehr ließ Kaiser Nero einst eine Monumentalstatue neben dem Amphitheater errichten – ein Koloss, der schließlich für das Bauwerk Pate stand, das ihn viele Jahrhunderte überdauerte.

Junggesellenabschied im Museum

Zur Ausstellung wird’s ein umfangreiches Begleitprogramm geben, das sich an Familien wendet – aber nicht nur. Auch Betriebsausflüge und sogar Junggesellenabschiede hat das Museum als Klientel für das Programm „Kampf der Giganten“ im Visier: „Da werden wir eine Art Escape Game mit verschiedenen römischen Rätseln spielen“, so Bammesberger. Von Schwertern und Dreizack lassen die Junggesellen dabei aber dann hoffentlich die Finger ...

16.11.-3.5. Neanderthal-Museum, Talstr. 300, Mettmann. Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr. Eintritt: 7 € (Kinder 6-16 J. 3,50 €), Dauer- und Sonderausstellung: 11 € (Ki. 6-16 J. 6,50 €). www.neanderthal.de

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