Interview

Panagiota Petridou: „Ich fahre gerne schnell“

Mag kein Tempolimit und träumt von einem Ferrari: Panagiota Petridou.

Mag kein Tempolimit und träumt von einem Ferrari: Panagiota Petridou.

Foto: Liborio Cappello / Meyer-Konzerte GmbH & Co. KG

Essen.  Im Fernsehen wurde Panagiota Petridou als schlagfertige Autohändlerin bekannt, inzwischen hat sie auch die Bühne für sich entdeckt.

In ihrer erfolgreichen VOX-Sendung „Biete Rostlaube, suche Traumauto“ möbelt Panagiota „Jota“ Petridou regelmäßig Altautos auf, um sie dann mit sattem Gewinn zu veräußern. Dabei versteht sie nicht nur äußerst effektiv zu verhandeln, sondern punktet auch mit teils rustikaler Schlagfertigkeit und einer gehörigen Portion Mutterwitz. Letzteres qualifiziert die Tochter griechischer Einwanderer naturgemäß für eine Bühnenshow: Mit ihrem ersten Live-Programm „Wer bremst, verliert“ feierte die 40-Jährige unlängst Premiere, ab Ende April soll die Tournee bis ins kommende Jahr weitergehen (s. Info unten). Stefan Moutty sprach mit Panagiota Petridou unter anderem über Geld, Lampenfieber und – natürlich – Autos.

Frau Petridou, Sie beweisen im Fernsehen regelmäßig Ihr Verhandlungstalent. Ich bezahle eigentlich überall den vollen Preis. Was muss ich tun, um auch mal einen Rabatt zu bekommen?

Panagiota Petridou: Ich würde einfach grundsätzlich immer nach einem Preisnachlass fragen – egal ob beim Autokauf oder in einem anderen Geschäft. Denn wenn du nicht fragst, kriegst du mit Sicherheit nichts. Und außer, dass man ein Nein bekommt, kann ja nichts passieren.

Aber wie bekommt man eher ein „Ja“? Muss man besonders tough auftreten?

Ich glaube, man muss einfach sympathisch sein und darf nicht sofort plump mit der Tür ins Haus fallen. Wenn man erst einmal in ein nettes Gespräch kommt und ein bisschen Charme beweist, ist die Gelegenheit besser, nach einem Rabatt zu fragen. Timing ist ein ganz wichtiger Punkt beim Verhandeln.

Stimmt es, dass Sie neben Ihrer Fernsehkarriere immer noch in einem Autohaus arbeiten?

Ja, da war ich gestern Abend noch bis 19.30 Uhr. Seit 16 Jahren arbeite ich in demselben Autohaus, ich hab‘ dort nie aufgehört. Immer wenn ich nicht drehe, verkaufe ich Autos.

Mittlerweile reißen sich die Leute doch sicher darum, Ihnen ein Auto abzukaufen …

Ich arbeite ja bei einer Premiummarke, da gibt keiner 30, 40.000 Euro aus, nur um von mir bedient zu werden. Manchmal kommt natürlich auch ein Spruch wie „Reicht das Geld vom Fernsehen nicht, dass Sie hier noch Autos verkloppen?“ Aber dann antworte ich immer ganz nett, dass ich einfach gierig bin. (lacht)

Und was ist der wahre Grund?

Geld ist nicht alles. Der Job ist meine Leidenschaft, meine Passion. Autos verkaufen ist für mich wie in die Sauna gehen.

Im Fernsehen läuft gerade die aktuelle Staffel Ihrer Sendung „Biete Rostlaube, suche Traumauto“. Inzwischen sind Sie aber auch live mit dem Programm „Wer bremst, verliert“ zu erleben. Worum geht’s?

Da erzähle ich zum Beispiel Anekdoten aus dem Alltag im Autohaus, aber auch aus meinem Leben, das durchaus turbulent verlaufen ist. Und ich erzähle natürlich, wie es hinter den Kulissen beim Fern­sehen ist – gerade für jemanden wie mich, der erst mit 30 ins Fernsehen gekommen ist und bis dahin ein ganz normales Leben geführt hat.

Waren Sie vor der Premiere aufgeregt?

Total – ich war am Ende, eine Woche vorher war ich sterbenskrank. Sobald ich auf die Bühne komme, ist alles okay, aber vorher ist mir schlecht, ich hab‘ keinen Appetit, ich rede kaum – da bin ich wie ein kleines Kind.

Das Programm heißt „Wer bremst, verliert.“ Fahren Sie privat auch gerne sportlich?

Ja, ich hab’ 132 PS, und die brauche ich auch. Wenn die Straße frei ist, fahre ich sehr gerne auch mal schnell. Im Programm hat der Spruch aber nichts mit Autofahren zu tun. Es geht eher darum, dass man im Leben immer Vollgas geben und sich nicht bremsen, also entmutigen lassen soll.

Zuletzt wurde wieder über ein Tempolimit diskutiert. Wie stehen Sie dazu?

Ich bin absolut gegen ein Tempolimit. Wir haben auf den Autobahnen ja nicht so viele Verkehrstote, weil wir schnell fahren, sondern weil die Leute abgelenkt sind. Da sollte man eher das Rauchen im Auto verbieten oder Handygebrauch strenger bestrafen, als dass man uns das Tempo nimmt.

Was für ein Auto fahren Sie denn?

Ich fahre aktuell einen Mini Cooper.

Ist das auch Ihr Traumauto? Oder gibt‘s in höheren Preisklassen noch andere Wünsche?

Mein Traumauto wird gar nicht mehr gebaut, das ist ein Lamborghini Miura. Ein altes Schätzchen, da gibt‘s nicht so viele von. Unbezahlbar, aber sieht toll aus!

Was war denn Ihr erstes eigenes Auto?

Als erstes hab ich mir das Auto mit meiner Mutter geteilt, das war ein Ford Escort Kombi. Danach hab‘ ich mir für 1500 Mark einen Renault 19 gekauft. Den hab’ ich allerdings schon nach sechs Monaten geschrottet, weil er einen Motorschaden hatte – ich hatte vergessen, Öl nachzufüllen …

Eine Frage an Sie als Fachfrau: Warum sind SUVs eigentlich so beliebt?

Ich glaube, das ist ein reiner Trend, eine Modeerscheinung – und in der Schweiz ist das übrigens noch schlimmer als bei uns. Da gibt’s so einen Luxusdruck, da kannst du dich ohne SUV gar nicht auf die Straße trauen. Wenn ich sehe, dass in der Großstadt jede Mutti ihre zweijährigen Würmer mit 400 PS in den Kindergarten bringt, dann muss ich da schon ’drüber lachen.

Nach aktuellem Stand wurden die April-Auftritte mit dem Programm Wer bremst, verliert noch nicht verlegt. Dazu kann es aber naturgemäß noch kommen. 23.4. Dortmund (FZW), 28.4. Krefeld (Kulturfabrik), 29.4. Oberhausen (Ebertbad), 1.9. Köln (Volksbühne Rudolfplatz), 18.11. Düsseldorf (Savoy), 19.12. Münster (Bürgerhaus Kinderhaus), 4.3.21 Wesel (Lutherhaus), 5.3.21 Siegen (Siegerlandhalle). Karten gibt’s im Vorverkauf für ca. 30 €. Biete Rostlaube, suche Traumauto läuft am So., 29.3., um 18.10 Uhr auf VOX.

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