Museum

Das neue Sauerland-Museum: Von der Vision zur Wirklichkeit

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (rechts) eröffnete am Sonntag gemeinsam mit dem Landrat des Hochsauerlandkreises, Karl Schneider (links), in Arnsberg den Neubau des Sauerlandmuseum, Museums- und Kulturforum Südwestfalen, das von Jürgen Schulte-Hobein (Mitte) geleitet wird.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (rechts) eröffnete am Sonntag gemeinsam mit dem Landrat des Hochsauerlandkreises, Karl Schneider (links), in Arnsberg den Neubau des Sauerlandmuseum, Museums- und Kulturforum Südwestfalen, das von Jürgen Schulte-Hobein (Mitte) geleitet wird.

Foto: Ulrich Hufnagel / FUNKE Foto Services

Arnsberg.  14 Jahre nach der Etablierung als Regionale-Projekt ist das Museums- und Kulturforum Südwestfalen in Arnsberg eröffnet worden.

Von der Vision zur Wirklichkeit: Mit der Eröffnung des Neubautrakts und der großen August-Macke-Austellung wurde aus dem Sauerland-Museum in Arnsberg das „Museums- und Kulturforum für Südwestfalen“. Die Verantwortlichen erhoffen sich eine Strahlkraft weit über die Region hinaus.

Für Landrat und Hausherr Dr. Karl Schneider „markiert dieser Schritt für das kulturelle Leben im Hochsauerlandkreis den Beginn einer neuen Ära“, für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ist die Realisierung eine „herausragende Leistung vieler Menschen, die in vielen Jahren unter großer Belastung etwas Einmaliges geschaffen haben“.

Fein herausgeputzter Museumshof

Sauerland-Museum- Großer Aufwand für kostbare Macke-Werke 268 geladene Gäste aus Politik, Verwaltung und kulturellem Leben waren der Einladung zu der Eröffnung im stimmungsvollen Ambiente des fein herausgeputzten Museumshofs gefolgt. Eine rund 13 Millionen schwere Investition in eine kulturelle Einrichtung im ländlichen Raum ist in heutigen Zeiten keine Selbstverständlichkeit. Was HSK-Landrat Schneider in Richtung Laschet würdigte: „Ihre Anwesenheit zeigt, dass die Eröffnung eines Museumsneubaus immer noch etwas Besonderes ist.“ Aber Land und Ministerpräsident seien sich bewusst, „dass Museen ihren Platz haben müssen. Nicht nur in urbanen Milieus, sondern auch im ländlichen Raum.“

Historisch bedeutsam, so Schneider, sei zugleich, dass die Eröffnung der Sonderausstellung „August Macke – ganz nah“ den eigentlichen Abschluss der Regionale 2013 bilde: „Ohne die enge Verzahnung zum Land im Rahmen der Regionale wäre dieses Museums-Projekt nicht möglich gewesen.“

Für Armin Laschet hatte die Eröffnung der möglicherweise letztmals in dieser prächtigen Fülle zu sehenden Macke-Ausstellung exakt an dem Tag, an dem vor 80 Jahren der Zweite Weltkrieg losbrach, eine enorme symbolhafte Bedeutung: Damals habe die Politik versagt, der Nationalismus in seiner schlimmsten Ausdrucksform, dem Krieg, obsiegt. „Und August Macke, hat dies alles so erlebt.“

Aber auch dafür bezahlt. Mit seinem Leben: Er fiel als 27-Jähriger an der Westfront. Vor diesem Hintergrund, so Laschet, dürfe man es „nie wieder zulassen, dass „Nationalismus in Kriege führt“.

Gut 14 Jahre gingen von der Etablierung des Museumsprojekts in der Regionale 2013 bis zum feierlichen Akt am 1. September 2019 ins Land. Dabei mussten politische Widerstände überwunden werden. Die Verwirklichung wurde nur möglich, weil die beiden großen Fraktionen von CDU und SPD von Bedeutung und Signalwirkung einer solchen Einrichtung für den ländlichen Raum überzeugt waren und im Kreistag grünes Licht gaben.

Reißleine gezogen

Und auch ohne Schreckmoment ging es nicht ab, als im Februar 2015 eine kleine Bombe platzte – in Form einer zu erwartenden Kostenexplosion von 1,8 auf geschätzte 3,1 Millionen Euro. Landrat Schneider zog die Reißleine, die Planung wurde neu konzipiert. Von da an lief alles glatt: Bauzeitrahmen und vor allem die Kosten wurden eingehalten.

Insgesamt flossen in den Ausbau des Museums 13 Millionen Euro, davon 8,5 Millionen Euro allein für die Baukosten. Geld, das die Verantwortlichen gut angelegt sehen. Statt der bislang 20.000 Besucher im Jahr, so Kreiskulturdezernent Ulrich Bork, erwarte man nun pro Jahr 50.000 Besucher.

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