Klassik

Wo es Karten für Neujahrskonzerte der Region gibt

Berühmt: Das Neujahrskonzert in Wien. Aber auch die Region an Rhein und Ruhr bietet Klangvolles zur Jahreswende.

Berühmt: Das Neujahrskonzert in Wien. Aber auch die Region an Rhein und Ruhr bietet Klangvolles zur Jahreswende.

Foto: dpa Picture-Alliance / HANS PUNZ

Sie möchten Karten für die Neujahrskonzerte an Rhein und Ruhr? Eile ist geboten. Wir haben die Übersicht von Beethoven bis Johann Strauß.

Geburtstagsmusik in Essen

Beethovens Neunte zur Jahreswende, das hat in Deutschland eine hundertjährige Tradition. Die fußt übrigens auf dem Kieler Matrosenaufstand von 1918, aber das ist eine andere Geschichte. Wenn es zu Neujahr 2020 um 18 Uhr in der Philharmonie „Freude, schöner Götter­fun­ken“ heißt, läuten Essens Phil­har­moniker und ihr Chefdirigent Tomáš Netopil das Jubeljahr Beethovens ein: Der Titan würde nächsten Dezember 250. Wer es sinnlicher liebt und sich zu den lebenslustigen Freunden der italienischen Oper zählt: Am Abend vorher, 18 Uhr, gibt’s am gleichen Ort die Belcanto-Gala mit der Neuen Philharmonie Westfalen.

Karten: Belcanto (26-65€), Beethoven (19-74€), Tel. 0201-8122200

Clowns zeigen Takt in Bochum

Seit Eröffnung des Musikforums Bochum hatte es sich Steven Sloane nicht nehmen lassen, bei den Konzerten zur Jahreswende am Pult zu stehen. Diese Saison hält er es mit dem alten Fontane: „Aber wir lassen es andere machen.“ Die Symphoniker erwartet ein ulkiges Experiment, denn es wird das Orchester von zwei bekennenden Verrückten geleitet: Aleksey Igudesman and Hyung-ki Joo. Das musisch gebildete Clowns-Duo tingelt mit seiner „Big Nightmare Music“ (eine Anspielung auf Mozarts kleine Nachtmusik) durch die ganze Welt, und jetzt ist eben Bochum dran. Die New York Times jedenfalls lobt den „Mix aus klassischer Musik und Comedy, befeuert durch umwerfende Virtuosität.“ 31.12., 16.30 / 20 Uhr; 1.1., 11 / 20 Uhr; 2.1., 20 Uhr. Karten (16-39€): Tel. 0234-9108666.

Dortmund, heißblütig

Strauß-Walzer und Beethovens Neunte? Alles schon mal dagewesen in Dortmunds Konzertszene der letzten Jahre. Da setzt man zum Jahresbeginn diese Saison auf heiße Rhythmen, die allesamt klassischen Ohrwurmstatus besitzen. Das könnte ein Auftakt unter Volldampf werden, wenn Dortmunds Philharmoniker unter Gabriel Feltz Ravels Bolero, Bernsteins „Candide“-Ouvertüre und dann noch George Gershwins „Rhapsody in Blue“ spielt, den als Stargast die Pianistin Lise de la Salle adelt. Und als wenn das nicht reichte: Zu Neujahr gibt’s für alle Besucher im Konzerthaus einen Gratis-Sekt aufs Haus, ersatzweise Bier! 1. Januar, 15 und 20 Uhr, Karten (15-76€): Tel. 0231-22696200.

Bouquet in Duisburg

Duisburgs Neujahrskonzert verfährt seit Jahren nach dem Motto: „Willst du gelten, mach dich selten!“ Entsprechend begehrt sind bei nur einer Aufführung im Mercator-Palais die Karten, aber ein paar gibt es durchaus noch. Generalmusikdirektor Axel Kober hat ein richtig schönes Bouquet zusammengestellt. Koloraturselige Rossini-Arie trifft Lehárs „Zarewitsch“, Respighis viel zu selten zu hörender „Zauberladen“ begegnet Schostakowitschs zweiter Jazz-Suite. Wer Duisburgs Philharmoniker kennt, weiß: Das dürfte ein richtig klangsatter Eintritt in 2020 werden.

1. Januar, 18 Uhr, Karten (26– 69,50€) unter Tel. 0203-28362100.

Gelsenkirchener Knüller

In Gelsenkirchens Musiktheater bringt das Neujahrskonzert 2020 wahrhaft, was das Herz begehrt. Man wird sich als Zuschauer fast hüten müssen, nicht gleich mitzuschmettern, wenn Tenor Carlos Moreno Pelizari im Musiktheater im Revier „Funiculi, funicola“ oder „Heut geh’ ich ins Maxim“ anstimmt. Dazu gibt es unter dem Dirigat von Giuliano Betta viel Strauß-Dynastie wie „Nacht in Venedig“, „Champagner-Polka“ oder „Wo die Zitronen blüh’n“. Und weil die Neue Philharmonie Westfalen als Reiseorchester viele Städte im Land mit Musik versorgt, kann man sich im Januar (Termine unten) gleich mehrfach von diesem charmanten Feinkost-Programm verwöhnen lassen.

1.1., 20 Uhr, 6.1, 19.30 Uhr Gelsenkirchen, Karten (16,50-44€) unter Tel. 0209-4097200. Weitere Spielorte: Bürgerhaus-Süd (5.1.) und Festspielhaus Recklinghausen (7.1.), St. Ursula-Schule, Dorsten (12.1.), Glashaus Herten (26.1.).

Ins All! Ganz ohne Rakete

Ein Erlebnis für Klassikfreunde, die hoch hinaus wollen – und für den kleinen Geldbeutel auch ein Knaller: Zwei Reisen ins All grundiert das Planetarium Bochum mit großer Orchester-Musik, die zur Jahreswende passt. Zur Sternenreise im gemütlichen Zuschauersessel gibt es am Silvesterabend, 18 Uhr, Beethovens Neunte. Am ersten Sonntag nach Neujahr (5.1., 11 Uhr) wird dann unter der Kuppel vorwiegend per Wiener Walzer auf der Milchstraße getanzt. Charmante Astronautenkost für Auge und Ohr! Karten (11,25 €) unter Tel. 0234-516060.

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WAS DIE OPERNHÄUSER ZU SILVESTER BIETEN

Die Opernhäuser setzen zu Silvester traditionell auf leichte Muse. In Duisburg (eine Inszenierung mit lokalen Spitzen) gibt es mit der „Fledermaus“ am 31.12. die Jahreswende-Operette schlechthin. Der Rheinopern-Hauptsitz Düsseldorf bittet zeitgleich zur Konzertgala. Gelsenkirchen wagt doppelt gute Laune: mit sinfonischem Pop im Großen und „Frau Luna“ im Kleinen Haus.

Dortmund setzt Silvester auf das fulminant inszenierte Musical „Jekyll & Hyde“, im Essener Aalto blühen Apfelbäume, wenn das „Land des Lächelns“ über die Bühne geht. Die Oper Wuppertal zeigt „Jesus Christ Superstar“.

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