Meteorologie

Altocumulus, Cirrus, Cumulus: Das sind die Wolkengattungen

Essen.  Wolke ist nicht gleich Wolke: Meteorologen nehmen es genau und unterscheiden in unterschiedliche Familien, Gattungen und Arten. Ein Überblick.

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Weich und flauschig wirken die Wolken, wenn sie leicht und locker durch den Himmel gleiten. Doch der Schein trügt: Sie können richtige Schwergewichte sein! Durch das Wasser, aus dem die Wolken bestehen, kann eine einfache Schönwetterwolke schnell tausend Tonnen wiegen. Eine riesige Gewitterwolke kann sogar mehrere Millionen Tonnen an Wasser fassen.

Doch egal, ob bei Sonnenschein oder Gewitter: Wolke ist nicht gleich Wolke. Die Meteorologen nehmen die Unterteilung ziemlich genau und unterscheiden in vier Wolkenfamilien, zehn Wolkengattungen und 14 Wolkenarten. Dazu kommen noch neun Unterarten sowie neun Begleitwolken und Sonderformen.

Die Wolkenfamilien geben an, in welcher Höhe sich die Wolken befinden. Die vier Familien sind: die Hohen Wolken (5-13 km), die Mittelhohen Wolken (2-7 km), die Tiefen Wolken (0-2 km) und die Vertikalen Wolken (sehr hohe Wolken, zwischen 0-13 km). Die Höhenangaben gelten allesamt für die Mittlere Breite, zu der auch Deutschland zählt. Die Wolkenfamilien sagen jedoch nichts über die Gestaltungsformen der Wolken aus.

Deshalb liegt der Fokus in diesem Überblick auf den zehn Wolkengattungen. Sie werden unter anderem nach der Größe und Gestalt der Wolke, ihrer Verteilung am Himmel oder ihrer Lichtdurchlässigkeit bestimmt. Das genaue Aussehen der Gattungen kann unter anderem durch die 14 Arten nochmal präziser beschrieben werden. Diese möglichen Gestaltungsformen der Wolken werden jeweils in den Erklärungen kurz angerissen.

Altocumulus

Die Altocumulus-Wolken setzen sich oft aus einem großen Teppich gleichmäßig angeordneter weißer oder grauer Flecken zusammen. Diese können aber auch zu Feldern oder Schichten zusammenwachsen. Diese Art der Wolken kündigen meist schlechtes Wetter an – im Sommer häufig Gewitter.

Altostratus

Eine Altostratus ist eine graue oder bläuliche Wolkenschicht oder ein Wolkenfeld in eben dieser Färbung. Die Wolken mit der streifigen, faserigen oder einförmigen Optik, die den Himmel ganz bedecken können, lassen die Sonne manchmal schwach durchschimmern.

Cirrocumulus

Die Cirrocumulus-Wolken bilden ihre Form in der Regel aus kleinen weißen und körnigen Flecken. Deren Anordnung ist dabei regel- bis unregelmäßig; manchmal sind die Flecken miteinander verbunden und mal schweben sie lose in der Luft. Die Cirrocumulus-Wolken bestehen größtenteils aus Eiskristallen, sie sorgen daher nicht für Niederschlag. Sie sind aber oft ein Anzeichen für ein folgendes Gewitter.

Cirrostratus

Cirrostratus-Wolken bedecken einen Teil des Himmels, aber oft auch den ganzen Himmel mit einem weißen Schleier. Dieser Schleier ist dünn, Licht kann also durchschimmern, und seine Struktur kann faserig oder glatt sein. Nicht selten kündigen Cirrostratus-Wolken eine Warmfront an.

Cirrus

Cirrus-Wolken setzen sich meist aus feinen Eis- und Schneekristallen zusammen. Die Form der Wolken ist daher auch sehr fein – sie sehen fast aus wie Haare. Cirrus-Wolken erscheinen in Form zarter weißer Flecken, Fäden oder Bänder.

Cumulonimbus

Eine Cumulonimbus-Wolke ist eine sehr dichte Wolke, die in Form eines hohen Berges die Größe von bis zu 500 Metern und einen Durchmesser von bis zu zehn Kilometern haben kann. Oben ist die Wolke oft abgeflacht, ihre Form erinnert dort an einen Amboss. Weiter unten befinden sich meist zerfetzte Wolken, die mit der Hauptwolke verwachsen sind. Cumulonimbus-Wolken bestehen aus Wassertröpfchen und Eiskristallen, letztere treten im oberen Teil auf, weil es dort kälter ist. Die Wolken können daher für heftige Niederschläge in Form von Regen-, Schnee-, Hagel- und Graupelschauern sorgen. Deshalb wird die Cumulonimbus auch oft Gewitterwolke genannt.

Cumulus

Als Cumulus werden die klassischen Schönwetterwolken bezeichnet. Sie sind unten meist flach, während ihre Oberseite häufig so aussieht wie Blumenkohl. Diese Wasserwolken grenzen sich von einander ab und leuchten meist in einer weißen Farbe. Ihre Unterseite ist dagegen häufig etwas dunkler. Weil sie nicht viel Wasser enthalten, sorgen auch sehr große Cumulus-Wolken niemals für große Mengen Regen.

Nimbostratus

Eine Nimbostratus ist eine dichte, graue und meist sehr dunkle Wolkenschicht, hinter der auch die Sonne komplett verschwindet. Die Wolke tritt meist bei Regen- oder Schneefall auf.

Stratocumulus

Stratocumulus ist die in Deutschland am häufigsten auftretende Wolkengattung. Charakteristisch für diese Wolken sind die grauen und/oder weißen Flecken am Himmel. Stratocumuli treten aber auch als Felder oder Schichten auf, haben fast immer dunkle Stellen und eine nicht-faserige oder dichte Struktur. Diese Wolken sind ein Anzeichen für stabiles Wetter, weil sie bei allen Wetterlagen vorkommen können.

Stratus

Stratus-Wolken sind graue Schichtwolken, die fast bis auf den Erdboden reichen können. Die Sonne kann durch sie aber hin und wieder erkennbar sein. Die Wolken verfügen über keine Struktur und treten manchmal in zerfetzten Schwaden auf. Aus ihr können Sprühregen oder schneeähnlicher Niederschlag fallen. (ben)

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