Klimawandel

Antarktis: Wichtiger Gletscher schmilzt wohl unumkehrbar

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Studie- Meeresspiegel steigt auch ohne stärkeren Klimawandel

Studie: Meeresspiegel steigt auch ohne stärkeren Klimawandel

Schmelzende Eismassen auf Grönland und in der Antarktis könnten den weltweiten Meeresspiegel nach Modellrechnungen von Forschern um bis zu 39 Zentimeter steigen lassen. Das ergibt sich aus Berechnungen von 14 Forschergruppen, die eine gleich bleibende Erderwärmung zugrunde legen. FILE IMAGES of Greenland's ice capsN°1JP0OSN°1WK8DU

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Berlin.  Der Pine-Island-Gletscher hat laut Studie seinen Kipp-Punkt erreicht und wird schmelzen. Mit ernsten Folgen für den Meeresspiegel.

Der Pine-Island-Gletscher im Westen der Antarktis zählt für Klimaforscher zu den wichtigsten Gletschern der Erde. Nun könnte der Punkt erreicht sein, an dem das Abschmelzen des Gletschers nicht mehr aufzuhalten ist. Das legt zumindest eine Studie der britischen Northumbria-Universität nahe, die vergangene Woche erschienen ist.

Grundlage dieser düsteren Prognose der Forscherinnen und Forscher ist ein Modell des Eisflusses des Pine-Island-Gletschers, das die Wissenschaftler nutzen, um Kipp-Punkte zu errechnen, an dem der Eisverlust unumkehrbar sein könnte.

Pine-Island-Gletscher: Darum sehen die Forscher den Kipp-Punkt gekommen

Die Berechnung der Forscher ergab: Der letzte Kipp-Punkt sei dann erreicht, wenn sich das Meerwasser in der Nähe des Gletschers dauerhaft um mehr als 1,2 Grad Celsius erwärme, hieß es in einer Mitteilung der Universität. Und ebendiese Erwärmung sei nun aus zwei Gründen wahrscheinlicher:

Die Erwärmung des zirkumpolaren Tiefenwassers – einer von drei Hauptströmen, die im Südpolarmeer um die Antarktis auftreten und wärmeres Wasser als Ausgleich Richtung Südpol führt. Der zweite Faktor seien die sich verändernden Winde in der Amundsensee – ein Randmeer des Südpolarmeers.

Der Pine-Island-Gletscher ist bereits jetzt in einer besonders bedrohten Lage: Er verliert schon heute mehr Eis als alle anderen in der Arkis befindlichen Gletscher. Sein Schmelzwasser ist – zusammen mit dem des benachbarten Thwaites-Gletscher – derzeit für ein Zehntel des weltweiten Meeresspiegel-Anstiegs verantwortlich.

Abschmelzen könnte Domino-Effekt starten – mit Folgen für den Meeresspiegel

Wissenschaftler befürchten: Sollte der Pine-Island-Gletscher weiter abschmelzen, könnte dies dazu führen, dass das gesamte Eisschild der westlichen Antarktis instabil werden – und letztlich kollabieren. Die Folgen für die Erde wären dramatisch: Sollte eines Tages das genannte Eisschild komplett abschmilzen, würde der Meeresspiegel Schätzungen zufolge um drei Meter ansteigen.

Die aktuelle Studie der Northumbria-Universität sei die erste, die bestätige, dass drei wichtige Schwellenwerte, die den Kipp-Punkt des Pine-Island-Gletschers betreffen, überschritten seien, sagte der Erstautor der Studie, Sebastian Rosier, in der Pressemitteilung der Universität.

Die Studie verbessere zwar das Verständnis der Dynamiken dieser Region, sagte Mitautor und Professor der Northumbria Univertät, Hilmar Gudmundsson. Zugleich bereiteten ihm die Ergebnisse „Sorgen“, sagte er. „Wie diese Studie zeigt, könnte es unmöglich sein den Gletscherrückgang aufzuhalten, wenn er einmal begonnen hat.“

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(mahe)

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