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Corona: Warum Übergewichtige schwerer an Covid-19 erkranken

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Stiko empfiehlt an Omikron-Varianten angepassten Impfstoff für Auffrischung

Stiko empfiehlt an Omikron-Varianten angepassten Impfstoff für Auffrischung

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat die neuen, an die Omikron-Varianten angepassten Corona-Impfstoffe als Auffrischungsimpfung empfohlen. Entscheidender als die Wahl des konkreten Impfstoffs ist nach Ansicht der Impfexperten aber, dass sich die Menschen überhaupt impfen und sich insbesondere boostern lassen. Mit der Empfehlung ändert sich für die Zielgruppen nichts.

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Berlin.  Menschen mit Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. Forscher haben nun einen möglichen Grund gefunden.

Schon früh in der Corona-Pandemie sahen Ärztinnen und Ärzte auf den Intensivstationen besonders viele übergewichtige Menschen liegen. Sie waren häufiger von einem schweren Covid-Verlauf betroffen als Normalgewichtige. Medizinische Erklärungsansätze gab es einige, etwa Grunderkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck.

Nun konnte ein Forschungsteam der Stanford Universität (Kalifornien) zeigen, dass das Übergewicht für sich genommen schon ein Risikofaktor für einen schweren Verlauf sein kann. Die Ursache liegt im Fettgewebe selbst. Ihre Erkenntnisse sind online im Fachmagazin „Science Translational Medicine“ veröffentlicht.

Übergewicht und Corona: Virus infiziert Fettgewebe

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Tracey McLaughlin und Catherine Blish brachten zunächst im Labor Proben menschlichen Fettgewebes mit dem Coronavirus Sars-CoV 2 zusammen. Dabei stellten sie fest, dass das Virus einerseits die Fettzellen infizierte, aber auch im Fettgewebe vorkommende Immunzellen, eine Untergruppe der sogenannten Makrophagen.

Zwar kann sich das Virus in diesen Immunzellen nicht vermehren, doch es löst eine Entzündungsreaktion aus: „Sobald sie infiziert sind, schütten die Makrophagen Substanzen aus, die wiederum andere Immunzellen anlocken und auch Entzündungen in weiteren Zellen auslösen“, erklärt Blish in einer Mitteilung ihrer Universität.

Infiziertes Fettgewebe setze genau jene entzündlichen Botenstoffe frei, die man im Blut von schwer erkrankten Covid-Patienten finde. Auch in Proben verstorbener Corona-Patienten konnten die Forscher infiziertes Fettgewebe nachweisen.

Long Covid: Fettgewebe als Virus-Versteck?

Wie das Virus die Zellen im Fettgewebe infiziert, ist den Wissenschaftlern jedoch noch nicht klar. Den bislang bekannten Eintrittsweg über den sogenannten ACE2-Rezeptor, der auf den Zelloberflächen sitzt, scheint das Virus in diesem Fall nicht zu nehmen – die Forscher konnten den Rezeptor auf den Zellen im Fettgewebe nicht nachweisen.

Die Wissenschaftlerinnen McLaughlin und Blish wollen nun außerdem der Frage nachgehen, ob das Fettgewebe dem Virus als Versteck dient und so für die Entstehung von Long Covid verantwortlich sein könnte.

Dieser Artikel erschien zuerst bei morgenpost.de.

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