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„Baby Storm“ auf der Switch: Kita-Chaos in Videospiel-Form

| Lesedauer: 4 Minuten
Quietschbunt sind die Levels gestaltet. Kleine Symbole zeigen, was sich die Babys wünschen.

Quietschbunt sind die Levels gestaltet. Kleine Symbole zeigen, was sich die Babys wünschen.

Foto: Nintendo

Essen.  Das Videospiel „Baby Storm“ entführt in den stressigen Kita-Alltag. Dem Geschicklichkeitstest stellt man sich aber besser nicht alleine.

Füttern, Ballspielen, gemeinsam Singen, Windeln wechseln und vieles mehr: Der Alltag von Kita-Erzieherinnen und Erziehern ist so abwechslungsreich wie stressig. Einen kleinen, natürlich nicht ganz so realitätsgetreuen Einblick in den Tagesablauf von Kindertagesstätten gibt nun das Videospiel „Baby Storm“ auf der Nintendo Switch.

Für niedliche, aber auch völlig überzeichnete Grafiken bekannt ist das polnische Entwicklerstudio Forever Entertainment. Dem Prinzip bleibt die Kreativabteilung bei „Baby Storm“ treu. Denn mal im Ernst: Welche Eltern würden ihr Kind lediglich mit einer Windel bekleidet in die Kita schicken? Und das ist nicht das einzige Detail, das im Spielverlauf erst für Verwunderung, später aber vor allem für Belustigung sorgt.

Reflexe sind bei „Baby Storm“ alles

Doch der Reihe nach: „Baby Storm“ ist ein Videospiel aus dem Niedrigpreis-Sortiment (siehe Infokasten). Da überrascht es nicht, dass es leider nur einen Spielmodus gibt. Das Prinzip ist immer dasselbe und erinnert an das beliebte Koch-Partyspiel „Overcooked“, bei dem Gerichte auf Wunsch so schnell wie möglich zubereitet werden müssen.

in bis vier Spielerinnen und Spieler steuern die Betreuungskraft fünf Minuten lang durch einen Raum, in dem eine wechselnde Anzahl kleiner Babys das tut, was Babys eben so machen: herumtollen, quengeln und Wünsche äußern. Die Wünsche, vom Plüschtier über das Bauklötzchen, von Windelwechsel bis hin zu Ballspielen, werden in Form kleiner Symbole auf dem Bildschirm angezeigt.

Simple Steuerung

Dann muss flugs reagiert werden: Die benötigten Dinge liegen in allen erdenklichen Bereichen und Ecken des jeweiligen Raumes verstreut, die Babys geben einem meist nur einige Sekunden Zeit – sonst wird laut geschrien, geweint und das Punktekonto schrumpft. Wer die frühkindlichen Bedürfnisse hingegen zügig befriedigt, sammelt wichtige Scores und schaltet so immer weitere Räume und Accessoires für die eigene Spielfigur frei.

Das Ganze funktioniert per simpler Drei-Knopf-Steuerung. Trotzdem wäre ein Tutorial-Modus hilfreich gewesen. Wer „Baby Storm“ startet, wird ins kalte Wasser geschmissen und muss sich den Einstieg ins Gameplay selbst erarbeiten.

28 individuell gestaltete Level

Insgesamt gibt es drei große Welten mit 28 verschiedenen Räumen. Die sind altersgerecht quietschbunt gestaltet und beinhalten ein paar Eigenheiten, die zum Teil gehörigen Einfluss auf den Spielverlauf haben. In manchen Räumen beschleunigen an Skate-Parks erinnernde Rampen und Rutschen den Weg von A nach B, in anderen bremst ein Bällebad diesen aus. Von Beginn an ein wichtiges Helferlein ist der Putzroboter. Aus undefinierbaren Gründen werden benutzte und gerade ausgetauschte Windeln von den Babys grundsätzlich durch den Raum geschmissen und hinterlassen – woran das wohl liegen könnte? – braune Flecken auf dem Boden. Wer diese nicht im Rahmen des Zeitlimits wegputzt, erhält einen Punktabzug.

Hakelige Steuerung frustriert

Und wer das schon für kurios hält, den überrascht das Spiel ab der zweiten Welt ein weiteres Mal: Hier steht der Spielfigur beispielsweise ein Katapult zur Verfügung, mit dem sie den Babys die gewünschten Objekte in die Hände schleudern kann – na, wenn es das wirklich mal gäbe ... Ebenfalls nicht ganz der Wirklichkeit entsprechend: Streiten sich zwei Babys um ein Spielzeug, braucht es nur die herumliegenden Samba-Rasseln, um den Krach zu beenden.

Als Einzelspieler bringt einen „Baby Storm“ trotzdem schnell durcheinander. Dass viele Gegenstände oft direkt nebeneinander liegen und man nach dem Drücken des A-Knopfs zum Aufheben ständig feststellt, den falschen Gegenstand gegriffen zu haben, frustriert gewaltig. Versammelt man sich jedoch mit Freunden vor der Konsole, bereitet die Babybetreuung mit zwei bis vier Erzieherinnen und Erziehern kurzweiligen Spaß, anstatt zu überfordern. Arbeitsteilung bedeutet Entlastung. Zumindest diesbezüglich bildet „Baby Storm“ die Realität ab.

>>> INFO: „Baby Storm“

„Baby Storm“ von Forever Entertainment ist exklusiv für Nintendo Switch erschienen. Das Spiel gibt‘s im Nintendo eShop zum Download. Preis: 19,99 €.

Die USK hat „Baby Storm“ ohne Altersbeschränkung freigegeben.

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