Breitband

Regionalräte wollen Digitalisierung auf dem Land antreiben

Der Wunsch nach Glasfaser für das schnelle Internet wird immer lauter.

Foto: Patrick Bonzel

Der Wunsch nach Glasfaser für das schnelle Internet wird immer lauter. Foto: Patrick Bonzel

Bad Sassendorf.   Regionalräte Arnsberg, Detmold und Münster wollen die Digitalisierung im ländlichen Raum forcieren. Bei einer Sitzung haben sie darüber beraten.

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FTTH, FTTB oder doch LTE? Sie wissen nicht wovon die Rede ist? Da geht es Ihnen nicht anders als so manchem politischen Vertreter. Die Sprache der Digitalisierung ist nicht jedem vertraut. Muss sie auch nicht. Die Abkürzungen für ein schnelles Internet sind Sache der IT-Fachleute.

Entscheidender ist: Wie lässt sich die digitale Infrastruktur im ländlichen Raum beschleunigen? Wie gehen wir am Ende mit den neuen Möglichkeiten um? Das haben die Mitglieder der Regionalräte Arnsberg, Detmold und Münster in Bad Sassendorf diskutiert.

Alles digitalisieren

„Es geht nicht darum“, sagt Regierungspräsident Hans-Josef Vogel, „alles zu digitalisieren. Es geht darum, die neue Technik für unser Leben und unsere Wirtschaft auf die beste Art und Weise zu nutzen.“

Vogel weiß, am Anfang steht das flächendeckende Breitband. Der Regierungspräsident hält es für wenig sinnvoll, sich nur auf Glasfaserkabel zu konzentrieren. „Es würde 20 Jahre dauern, bis auch das entlegenste Dorf angeschlossen ist.“ Der neue Super--Mobilfunkstandard 5G mache Datenübertragung mit einer unvorstellbaren Geschwindigkeit möglich.

Staatliche Regulierung muss investitionsfreundlicher werden

„So können wir bis 2025 flächendeckend Gigabit-Breitband schaffen. Allerdings muss die staatliche Regulierung investitionsfreundlicher werden. Heute ist sie es nicht.“ Westfalen müsse auf die gleichen digitalen Infrastrukturen bestehen wie in den Ballungszentren.

„Da gibt es keine Alternative.“ Vogel fordert kostenloses WLAN auf öffentlichen Plätzen und Gebäuden. Und in der Schule gehe es darum, den Kindern beizubringen, wie sie diese Technik für sich am besten nutzen könnten.

Der Digitalisierung vorangehen

Vogel: „Wir dürfen nicht hinter der Digitalisierung herlaufen, sondern wir müssen der Digitalisierung vorangehen. Wir müssen ihre Ziele benennen.“

Beispiele hat Vogel im Gepäck: von der Vereinfachung der Formulare für soziale Leistungen über ortsunabhängige Arbeitszeitmodelle mit Firmenlaptops bis hin zum Bewertungsportal für Behörden, das letztlich die Qualität der Arbeit fördere. „Bei der Strategiefindung und Umsetzung hilft uns ein Arbeiten im Verbund“, so der Regierungspräsident.

"Wir brauchen flächendeckend Breitband"

Inhaltlich ist Hermann-Josef Droege, Vorsitzender des Regionalrates Arnsberg auf einer Linie. Man wolle nicht plakative Forderungen wie „wir brauchen flächendeckend Breitband“ oder „Glasfaser sofort“ herunterbeten.

„Wir wollen wissen, welche Berufs- und Lebensperspektiven und welcher Zugewinn an Lebensqualität aufgrund einer massiv verbesserten Digitalausstattung in den ländlichen Räumen geboten werden kann“, sagt der Christdemokrat. „Die Menschen haben einen Anspruch darauf.“

Wirtschaft ist auf ein schnelles Internet angewiesen

Und Reinold Stücke, Vorsitzender des Regionalrates Detmold, erinnert daran, dass die Wirtschaft auf ein schnelles Internet angewiesen sei, „sonst ist sie nicht mehr wettbewerbsfähig“.

Dem schließt sich Engelbert Rauen, Vorsitzender des Regionalrates Münster, an: „Wir benötigen flächendeckend Glasfaseranschlüsse für alle Firmen, aber auch für die privaten Haushalte.“ Nur wenn jeder Zugang zur Datenautobahn habe, werde es möglich sein, die Chancen der Digitalisierung umfassend zu nutzen.

Also: Fibre to the home (FTTH/Glasfaser bis in die Wohnung), Fibre to the building (FTTB/Glasfaser bis ins Gebäude) oder Long Term Evolution (LTE/ Breitband via Mobilfunk)? Oder doch 5G?

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