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Ein wenig holprig unterwegs: „F1 22“ auf Konsole und PC

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Größere Reifen, mehr Abtrieb: Dank der neuen Regularien sehen die Formel-1-Autos dieses Jahr deutlich anders aus.

Größere Reifen, mehr Abtrieb: Dank der neuen Regularien sehen die Formel-1-Autos dieses Jahr deutlich anders aus.

Foto: Codemasters

Essen.  Die neue Rennsport-Simulation „F1 22“ bietet einige gelungene Neuerungen und tolle Modelle, ist aber in manchen Bereichen ein Rückschritt.

Die Formel 1 hat zu dieser Saison die größte Regeländerung seit fast zehn Jahren erfahren: deutlich größere Räder, mehr standardisierte Teile, komplett neue Aerodynamik. Das Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Rennen spannender zu machen und Überholvorgänge zu erleichtern. Spiegeln sich diese grundlegenden Änderungen auch in der offiziellen Videospielumsetzung wider? Auf den ersten Blick nicht. Die Menüs sind Veteranen der Serie vertraut, auch die restliche Präsentation ist zunächst wenig revolutionär.

Noch mehr überrascht, dass im Vergleich zu „F1 21“ sogar etwas weggenommen wurde: Der sehr unterhaltsame Story-Modus „Breaking Point“ erfährt in diesem Jahr keine Fortsetzung. Hier hatte man die Rolle eines Nachwuchsfahrers übernommen, der sich durch die Formel 2 in die Königsklasse kämpfte und sich dort zunächst die Zähne an seinem erfahrenen Teamkollegen ausbiss, bevor es – Seifenoper lässt grüßen – zu einer Versöhnung kommt und man sich gegen die restliche Konkurrenz verbündet.

„F1 22“ mit komplett überarbeiteter Steuerung

Laut den Entwicklern von Codemasters ist der Aufwand zu groß, jedes Jahr eine neue „Breaking Point“-Episode zu gestalten, eine Rückkehr des Modus im kommenden Jahr ist daher äußerst wahrscheinlich. So weit also so schlecht. Erfährt „F1 22“ damit das gleiche Schicksal wie das Mercedes-Team: Letztes Jahr dominant, dieses Jahr unter ferner liefen? Diese Frage lässt sich ganz klar mit nein beantworten, denn dort, wo es besonders drauf ankommt, kann das Spiel glänzen.

Auf der Strecke zeigen sich deutliche Verbesserungen, die Steuerung der Rennwagen ist komplett überarbeitet. Selbst Fans der Serie werden sich erst einmal an das neue Fahrverhalten gewöhnen müssen, was angesichts der deutlich geänderten Rennwagen aber realistisch erscheint. Gelegentlich ist die Traktion zu gering, aber zum Glück gibt es eine Vielzahl an Einstellungen, mit denen sich die Autos an das eigene Fahrvermögen anpassen lassen.

Ebenfalls deutlich verbessert zeigen sich die virtuellen Kontrahenten auf den Rennstrecken. Hatten diese bisher die Tendenz, stur auf der Ideallinie zu fahren und dadurch auch Unfälle zu provozieren, sind sie nun deutlich aufmerksamer unterwegs. Und für PC-Spielerinnen und -Spieler mit einer VR-Brille bietet der Titel erstmals in der Reihe die Unterstützung für Rennen in der virtuellen Realität für besondere Immersion.

Optisch, akustisch und in Sachen Umfang auf hohem Niveau

Ansonsten sind viele der bestehenden Stärken beibehalten worden. Der Karrieremodus „My Team“ ist so umfangreich und bedienerfreundlich wie bei den vorherigen Ausgaben. Die optische und akustische Präsentation des Spiels ist ebenfalls auf hohem Niveau.

Abzüge gibt es hingegen für eine Neuerung, der es nicht bedurft hätte: Der Modus „F1 Life“ soll offenbar das Luxus-Leben eines Rennfahrers darstellen. In diesem kann man sein virtuelles Alter Ego erstellen und mit erspielter oder im Online-Shop erkaufter Währung Straßensportwagen und Gegenstände für sein Loft kaufen. Wer also immer schon mal einen Tisch in der Form eines Sechszylinders haben wollte, ist hier richtig aufgehoben. Alle anderen können und sollten den Modus getrost ignorieren.

>>> INFO: „F1 22“

„F1 22“ wurde von Codemasters entwickelt und wird von Electronic Arts vertrieben. Der Titel ist für Playstation 4 & 5, Xbox One, Series S/X und Windows-PCs erhältlich.

Je nach Version liegt der Preis bei 60 bis 90 Euro. Die USK hat den Titel für Spielerinnen und Spieler ohne Altersbeschränkung freigegeben.

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